Fußball: 3. Liga
„Brückenspieler“ Grodowski und Klann bei Preußen im Gleichschritt

Münster -

Vor der Saison tauchten Joel Grodowski und Dominik Klann noch nicht als vollwertige Mitglieder im Preußen-Kader auf. Nach zahlreichen Trainingseinheiten mit der Mannschaft hat das Duo aber spürbare Schritte nach vorn gemacht.

Mittwoch, 25.09.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 21:44 Uhr
Joel Grodowski und Dominik Klann (r.)
Joel Grodowski und Dominik Klann (r.) Foto: Jürgen Peperhowe

Im Juni entwarfen die Preußen-Verantwortlichen um Sportchef Malte Metzelder extra einen ziemlich neuen Begriff, um den Status von Joel Grodowski und Dominik Klann zu beschreiben. Als „Brückenspieler“ zwischen Profikader und U 23 sollten beide fungieren. Ob es nun mit der eigens kreierten Vokabel zusammenhängt, sei mal dahin gestellt – doch beiden scheint die Rolle nicht zu schaden.

Während der eine trotz Verletzungspechs mittlerweile eine ernstzunehmende Alternative für die Drittliga-Elf ist und hier auch schon beim 2:2 in Halle direkt nach der Einwechslung sein erstes Tor erzielt hat, liefert der andere Woche für Woche in der zweiten Mannschaft hochwertige Leistungen ab und stand zuletzt auch zweimal im Spieltagsaufgebot von Chefcoach Sven Hübscher.

Es läuft also für das Duo, das seit Sommer alle Einheiten bei der ersten Mannschaft bestreitet und nicht weit voneinander entfernt aufgewachsen ist. Grodowski in Selm-Bork, Klann in Olfen. Dazwischen liegen keine zehn Kilometer. Eine Fahrgemeinschaft ist dennoch nicht nötig, seit kurzem wohnen nicht mehr bei den Eltern. Voller Fokus auf Fußball, keine unnötige Zeit im Auto verplempern. Wobei Klann auch noch an der Uni studiert, und das bereits im vierten Semester (Sport und Deutsch auf Lehramt). Der 20-Jährige sagt: „Ich glaube, dass wir beide sehr vom regelmäßigen Trainingsbetrieb profitieren. Da steckt schon ein anderes Tempo, eine andere Körperlichkeit drin. Das lässt sich gut in die Oberliga transportieren. Da haben wir im Moment einen echten Lauf als Team. Und spielerisch müssen wir uns mit der Zweiten eh nicht verstecken.“

Grodowski ist mit 14 Drittliga-Minuten aktuell einen Schritt weiter. Der Angreifer mag noch keine großen Ansprüche zu stellen, doch er scheint gerüstet für regelmäßigere Aufgaben. „Ich war jetzt wieder lange verletzt und nehme es so, wie es kommt. Natürlich hoffe ich nun, immer mehr zu spielen. Das Tor kann nur helfen“, so der 22-Jährige. Der Draht zu Hübscher scheint auch zu stimmen: „Er sagte mir vor der Einwechslung, dass ich mein Ding machen und den Ball reinhämmern soll, wenn ich ihn auf den Schlappen bekomme.“ Gesagt, getan. Der Joker stach.

Stellungnahme gefordert

Nach dem offiziellen Protest des Halleschen FC gegen die Wertung des 2:2 am Samstag sind nun sowohl Gegner Preußen Münster als auch Schiedsrichter Michael Bacher zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese muss binnen einer Woche beim DFB eintreffen.

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Grodowski, der bis Sommer 2017 noch in der Kreisliga A beim PSV Bork kickte, es danach in England (Bradford City) versuchte und jetzt von der Hammer SpVg nach Münster kam, hatte wahrlich keinen guten Start. Erst zog er sich im Test beim BVB II eine Schultereckgelenksprengung zu. Als er gerade wieder fit war, folgte eine Gehirnerschütterung im Spiel der Reserve gegen Westfalia Herne. Trotzdem biss der Angreifer sich rein, das Ausgleichstor zum 2:2 in Halle am Samstag war sein bisheriger Höhepunkt im zweiten Liga-Einsatz. Mit seinem Torinstinkt und großem Willen fällt die Anpassung nicht schwer. „Er arbeitet sich immer schnell rein“, findet auch Metzelder. Dass er bei drei Auftritten in der Zweitvertretung nicht traf, war vor allem Pech. Die Leistung stimmte auch hier.

Klann hat in der Reserve bisher alle sieben Partien über 90 Minuten gemacht. Ganz zu Anfang als Außenverteidiger, danach überaus zuverlässig und konstant stark als Sechser. „Da fühle ich mich auch wesentlich wohler“, betont er. Viele Beobachter sehen in ihm den besten Mann der ersten Oberliga-Wochen, die den Neuling ja gleich schon wieder auf einen Aufstiegsplatz geführt haben. An sieben Spieltagen stand er dreimal in der Elf des Tages und hätte das auch in den anderen vier Partien schaffen können.

„Mir wurde vor der Saison gesagt, dass ich mir den persönlichen Aufstieg durch die Westfalenliga-Saison absolut verdient habe“, sagt Klann. „Ich sollte mich was trauen, weiter aktiv sein.“ Scheint zu klappen. Ob es reicht, irgendwann eine feste Größe in der 3. Liga zu werden, muss die Zukunft zeigen. „Ich möchte dort gern Fuß fassen, fühle mich in der Mannschaft wohl und kann gut mithalten“, sagt der Rechtsfuß, der in der Jugend (vom SCP kommend) fünf Jahre für den FC Schalke 04 spielte und von einer Profikarriere träumte. „Ich möchte das nach wie vor erreichen, setze mir aber keine zeitlichen Ziele. Das würde mich nur unnötig stressen. Gerade auf meiner Position ist die Konkurrenz groß.“ Wie nah er aktuell dran ist? „Sollen andere beurteilen.“ Wie schnell es gehen kann, zeigt das Beispiel Grodowski.

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