Fußball: 3. Liga
Preußen Münster nach Fiasko gegen Bayern II auf Abstiegsrang gestrandet

Münster -

Preußen Münsters Talfahrt führte den Drittligisten nun auf einen Abstiegsrang, Platz 18. Nach der 1:4-Heimpleite gegen den FC Bayern München II schrillen die Alarmglocken. Trainer Sven Hübscher muss schnell richtige Antworten liefern.

Sonntag, 29.09.2019, 17:02 Uhr aktualisiert: 29.09.2019, 20:37 Uhr
Etwas Gegenwehr: Rufat Dadashov rangelt mit Christopher Richards um den Ball.
Etwas Gegenwehr: Rufat Dadashov rangelt mit Christopher Richards um den Ball. Foto: Jürgen Peperhowe

Das einzig Positive nach diesem Debakel war, dass keiner, wirklich keiner beim SC Preußen irgendwas schönreden wollte. Es gab ja auch nichts, was heruntergespielt werden konnte. Eins zu vier, 1:4, Münster verliert gegen Bayern München II . 7623 Zuschauer sahen diese aus Sicht des SCP fürchterliche Blamage. Münsters Darbietungen vor der Pause waren jämmerlich, die Preußen durften nach dem Wechsel Schadensbegrenzung betreiben. Auch das wieder einmal, ein Mini-Trostpflästerchen, im zweiten Durchgang stimmte der Einsatz – als alles geklärt war.

„Mir fehlen die Worte. So kann man gegen keinen Gegner in der 3. Liga spielen“, rang Abwehrspieler Simon Scherder um eine Erklärung. Um dann diese Schmach des Kollektivs in zwei Sätzen auf den Punkt zu bringen: „Wir haben uns vorführen lassen und gespielt wie ein Absteiger. Das muss man dann auch knallhart so sagen.“

Immerhin machte bei der ersten Analyse niemand den Fehle, die Bayern über den grünen Klee zu loben. Die Gäste spielten deshalb so schön, weil die Hausherren praktisch keine Gegenwehr leisteten. Nach zwölf Minuten war die Partie vorentschieden, nach einer halben Stunde waren alle Zweifel ausgeräumt, nach 43 Minuten drohte nicht nur eine Niederlage, sondern ein Ergebnis-Debakel.

 

SC Preußen Münster – FC Bayern München II

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  • Bayerns Kwasi Okyere Wriedt trifft gegen Preußens Keeper Maximilian Schulze Niehues.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heinz Mörschel bei einer „Schwalbe“ vor Bayerns Torwart Christian Früchtl.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlos: SCP-Coach Sven Hübscher und Sportchef Malte Metzelder.

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  • Matchwinner Wriedt freut sich über einen seiner Treffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos von der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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Vier Fragen an Sven Hübscher

SCP-Trainer Sven Hübscher wusste keine richtige Antwort auf das schwache Spiel des SC Preußen.Wie fällt Ihr Fazit aus?Sven Hübscher: Wenn Bayern-Trainer Sebastian Hoeneß von brutaler Effektivität spricht, muss ich von brutalen Abwehrfehlern sprechen. Die ersten 45 Minuten waren richtig schlecht. Die zweite Halbzeit fließt nicht in die Bewertung ein, das kann nicht auf die Goldwaage gelegt werden.Wie erklären Sie sich die vier Gegentore?Hübscher: Das komplette Zentrum bei uns verliert sich. Der gute Plan beginnt mit Kampf und Mentalität, 80 Prozent reichen nicht.Fehlt die Qualität?Hübscher: Uns fehlt vor allem Konstanz.Was ist in der Halbzeitpause passiert?Hübscher: Es wurde laut, aber was bringt das schon?

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Was war geschehen? Durch die komplette Verteidigung wanderten die Fehler, es war ein unansehnliches Potpourri an taktischen Ungenauigkeiten, fehlenden Absprachen, miserablen Tacklings und verlorenen Zweikämpfen, die prompt in Gegentore mündeten. Von brutaler Effektivität, wie er sie noch nie bei seinem Team gesehen hatte, sprach FCB-Coach Sebastian Hoeneß. Die Preußen machten das mit ihrem Larifari-Auftritt erst möglich. Die Adlerträger wollten in dieser Saison zu einer Heimmacht werden, hier den Grundstein für eine ordentliche Spielzeit legen. Nach dem 2:3 gegen Viktoria Köln folgte mit dem 1:4 gegen die Bayern ein noch tieferer Tiefpunkt. Ein Abstiegsrang ist erreicht, da ist der SCP gestrandet.

Beispiele fürs Versagen: Beim 0:1 durch Okyere Kwasi Wriedt kombiniert sich Sarprest Singh unbedrängt durch die Preußen-Verteidiger – derer sechs stehen praktisch nur rum, Ole Kittner verliert dann noch das Laufduell durch einen leichten Schubser (4.).

Scherder wieder im Team

Nur eine Umstellung nahm SCP-Coach Sven Hübscher vor im Vergleich zur Startelf in Halle (2:2). Gegen die Bayern rückte in der Innenverteidigung Simon Scherder nach Ablauf seiner Gelb-Rot-Sperre wieder ins Team und neben Ole Kittner. Okan Erdogan musste zunächst auf die Bank. Hübscher setzte erneut auf eine Dreierkette in der Abwehr. Zur Pause, es bestand Handlungsbedarf, nahm der SCP-Trainer Kevin Rodrigues Pires und Heinz Mörschel aus dem Spiel, dafür rückten Erdogan und der von einer Gehirnerschütterung genesene Maurice Litka in die Mannschaft. Bei einem 0:4-Rückstand half das nicht wirklich weiter. Hübscher verzichtete in der Folgezeit auf einen dritten möglichen Wechsel.

...

Oder beim 0:2, als Leon Dajaku unbehelligt in den Rücken der vierköpfigen SCP-Abwehrkette flankt, Julian Schauerte und Simon Scherder gar nicht gut dabei aussehen und Oliver Batista Meier trifft (12.).

Oder beim 0:3, dem großen Aufreger, weil Wriedt – vielleicht – Scherder am Mittelkreis foult. Der Ex-Osnabrücker behauptet sich, passte auf den Flügel, rennt nach vorne, bekommt den Ball zurück, Nico Brandenburger stolpert im Zweikampf, Abschluss, Tor (31.).

Oder beim 0:4, die Mithilfe beginnt bei Fridolin Wagners schlappem Befreiungsschlag. Als der Ball ein paar Sekunden später wieder im Preußen-Strafraum ist, reklamiert Wagner auf Abseits, während Wriedt den Deckel zumacht mit seinem dritten Tor (43.).

Es gab keinen Preußen-Spieler, der etwas am „Matchplan“ von Trainer Sven Hübscher auszusetzen hatte. Es gab keinen Preußen-Spieler, der erklären konnte, warum nullkommanull vom „Matchplan“ umgesetzt wurde. „Jetzt ist Schluss“, kündigte der Preußen-Trainer an, ohne genau sagen zu können, womit er jetzt neu anfangen werde. Außer: „Wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen. Und vom Spielbetrieb werden wir uns auch nicht abmelden.“ Die zweite Halbzeit mit dem Anschlusstreffer von Rufat Dadashov als Hoffungsschimmer (82.) zu bewerten, verbietet sich. Hübscher tat das nicht, seine Schützlinge auch nicht, die Trainingswoche vor dem Gastspiel in Unterhaching dürfte es in sich haben.

Einzelkritik: SC Preußen Münster – FC Bayern München II

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tormann Max Schulze Niehues, Note 4,5, hielt bis zur 77. Minute nicht einen Ball, war weitestgehend an den Gegentoren auch nicht beteiligt, aber eine herausragende Rettungstat vom Keeper vor der Pause hätte dem SCP andererseits gut getan. Für Schulze Niehues war das ein fürchterliches Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 5, wie alle Mitstreiter in der Defensive indisponiert. Sah beim 0:1 am Ende der Fehlerkette besonders schlecht aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Fridolin Wagner, Note 5, konnte als zentraler Spieler in der Abwehr-Dreierkette nicht für Stabilität oder ähnliches sorgen. War selber ratlos, wie das so schieflaufen konnte. Er kann das viel besser.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 5, kam viel zu spät auf Betriebstemperatur und hatte dann „überhitzt“ Glück bei einer gewagten Grätsche an der Mittellinie. Erst dann in einer passablen Verfassung, als der SCP schon aussichtslos 0:3 im Hintertreffen lag.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Julian Schauerte, Note 5, war wie alle anderen defensiv ausgerichteten Akteure mit sich selbst genug beschäftigt. Als Kapitän auch nicht der Anker in einer wankelmütigen Mannschaft, ein schlechtes Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Niklas Heidemann, Note 5, lief oft der Musik hinterher, war auf der linken Seite überfordert. Passte in das Profil eines Preußen-Verteidigers an diesem Tag. Schwach.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Seref Özcan, Note 3,5, gerade nach der Pause sorgte er für ein paar offensive Lebenszeichen. Bereitete das 1:4 vor, tatsächlich Münsters Bester.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 5, wusste wie seine Mitspieler nicht, was er tun sollte. Tauchte nach dem 0:2 förmlich ab, musste zur Pause raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Nico Brandenburger, Note 5, rannte in fast allen Aktionen nur hinterher. Mit einem Frustfoul wollte er seine Teamkollegen wecken, was nicht gelang. Kein guter Tag für ihn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4, war vor der Pause praktisch nicht zu sehen auf dem Feld. Nach dem Wechsel zumindest ab und an in Tornähe mit Abschlüssen, traf zum 1:4. Persönlich konnte er für sich eine Leistungssteigerung nach der Pause registrieren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Heinz Mörschel, Note 5, fischte als zweiter Angreifer neben Dadashov praktisch im Trüben. Gute Aktionen? Eigentlich keine, was aber – zu seiner Ehrenrettung – insgesamt dem Preußen-Niveau entsprach. Vor der Pause fiel Mörschel nicht ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Maurice Litka, Note 4, kam für Heinz Mörschel, setzte zumindest den einen oder anderen Akzent. Natürlich war das ein undankbarer Einsatz, beim 0:4 auf den Platz zu kommen. Das war in Ordnung. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Okan Erdogan, Note 3,5, kam für Kevin Rodrigues Pires und machte seine Defensivarbeit zumindest ordentlich. Weil die Bayern einen Gang zurückgeschaltet hatten, musste die SCP-Verteidigung auch nicht mehr außergewöhnliche Arbeit verrichten. Erdogan jedenfalls machte wenig falsch. Ein Pluspunkt in einer ganz schwachen SCP-Auswahl.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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