Fußball: 3. Liga
Remis beim Spitzenreiter: Preußen Münster punktet in Lieblingshalbzeit

München -

Wiesn-Zeit in München: Beim Finale des Oktoberfests feierten auch die Preußen mit. Mit einem starken Schlussspurt egalisierte Münster einen 0:2-Rückstand und entführte einen Zähler von der Wiese des Sportparks in Unterhaching. Was dieser Punkt wert ist, wird sich allerdings erst in 14 Tagen zeigen.

Sonntag, 06.10.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 16:45 Uhr
Luca Schnellbacher nimmt Maß, trifft und leitet die erfolgreiche Preußen-Schlussoffensive ein.
Luca Schnellbacher nimmt Maß, trifft und leitet die erfolgreiche Preußen-Schlussoffensive ein. Foto: Wolfgang Fehrmann

Claus Schromm brachte diesen Fußballnachmittag im Nachgang auf den Punkt, auf das Pünktchen. „Ich bin nicht sicher, ob dieses Ergebnis überhaupt einem von uns etwas bringt“, sagte der Trainer der Spielvereinigung Unterhaching nach dem 2:2 seiner Elf gegen die Gäste aus Münster. Preußen-Trainer Sven Hübscher nickte zustimmend.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, als Tabellen-18. einen Punkt beim Spitzenreiter zu ergattern – rein rechnerisch ist dieser überschaubare Invest in die Drittliga-Tabelle allerdings nicht mehr als ein kaum sichtbarer Schritt aus dem Keller für Münster, während sich Unterhaching mit diesem Kontostand ebenfalls angreifbar macht. Was dieser Punkt in der Fremde für Sven Hübscher und seine Jungs wirklich wert ist, wird sich beim nächsten Heimspiel in 14 Tagen gegen die SG Sonnenhof Großaspach zeigen.

Debakel bahnte sich an

In Münster ist die Veredelung von mühsam erkämpften Auswärtspunkten alles andere als ein Selbstläufer, wie die jüngste 1:4-Heimpleite gegen die „kleinen“ Bayern zeigte, als der frische Rückenwind nach dem 2:2 beim damaligen Klassenprimus Hallescher FC den Preußen plötzlich ins Gesicht stürmte und all die Aufbruchstimmung in 90 Minuten komplett hinweg blies. Derartige Rück- und Nackenschläge will Hübscher künftig vermeiden, die im Hachinger Sportpark gezeigten Fortschritte festigen und gleichzeitig an den unübersehbaren Schwächen arbeiten.

SpVgg Unterhaching – SC Preußen Münster

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  • Preußens Seref Özcan spielt den Ball vor zwei Hachinger Gegenspielern.

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  • Und wieder ein schnelles Gegentor: SCP-Keeper Max Schulze Niehues liegt nach dem Hachinger 1:0 am Boden.

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  • Der treue Anhang der Preußen auf der Tribüne.

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  • Skeptisch am Spielfeldrand: SCP-Trainer Sven Hübscher.

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  • Unterhachings Christoph Greger im Duell mit Münsters Seref Özcan.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Unterhaching.

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Keine Frage: Nachdem die beiden Blaskapellen in Unterhaching zur Attacke geblasen hatte, bahnte sich schnell das nächste Preußen-Debakel an. Das Team war gewillt, am Spiel teilzunehmen, durfte sich im Passspiel üben, Ecken trainieren und sich in ungefährlichen Torannäherungen versuchen. Die Platzherren ließen das gerne mit sich geschehen und führten mit ihrem ersten Angriff nach sieben und ihrem zweiten Versuch nach 30 Minuten die zarten Preußen-Bemühungen ad absurdum. Zwei Chancen, zwei Tore, weil die Preußen im eigenen 16-Meterraum ein Art Schauraum mit Kontaktverbot eröffneten. „Gefühlt waren die zweimal im 16er. Das müssen wir konsequenter verteidigen“, haderte Tormann Maximilian Schulze Niehues mit seinen Vorderleuten. „25 Meter vor dem Tor ist absolut hochrote Zone, wo wir absolut attackieren müssen“, so Schulze Niehues.

Dreierketten für die Spitzenreiter

Preußen-Trainer Sven Hübscher greift in der Fremde und vor allem beim Spitzenreiter gerne zur Dreierkette. Das war in Halle (2:2) so und in Unterhaching nicht anders. In Halle sprang Fridolin Wagner für den gesperrten Simon Scherder ein, in der Münchener Vorstadt übernahm Alexander Rossipal für Ole Kittner, der einen unverschiebbaren Kennenlerntermin mit seiner kleinen Tochter Linn (drei Tage alt) hatte. So richtig rund lief es für das Dreigestirn in den ersten 45 Minuten nicht, in Durchgang stopfte das Preußen-Trio zumindest die größten Löcher.

...

In Haching hatten die Preußen in dieser Zone stattdessen einen folgenschweren Nichtangriffspakt abgeschlossen. „Da haben wir jetzt eine neue Baustelle eröffnet“, stöhnte Hübscher in seiner Analyse, „die Abwehr im und am Sechzehner.“ Jan-Erik Müller und Dominik Stroh-Engel, als routinierte Vollstrecker für solche Situationen ausgebildet, nutzten Raum und Zeit zur Hachinger Pausenführung und schickten die etwa 100 mitgereisten Fans in der mit 2500 Zuschauern spärlich besetzten Arena mit einem sehr mulmigen Gefühl in die Halbzeitpause.

Unerwartete Wende

Nun ist der zweite Durchgang in der laufenden Spielzeit durchgängig der bessere der Preußen – oft war es bislang dann schon zu spät. In Unterhaching nicht, weil die leicht zu knackende Preußen-Defensive den Gegner in falsche Sicherheit gewiegt hatte: „Haching denkt, dass Ding ist durch: Die wussten ja, Münster hat letzte Woche vier kassiert und davor auch drei, irgendwann wird das dritte heute schon fallen“, so Hübscher.

Hoffmann angeschlagen

Kurzes Rätselraten um Philipp Hoffmann. Der Mann aus der Preußenoffensive fehlte auf dem Spieltagskader und war in Münster geblieben. Des Rätsels Lösung: „Er war zwei Tage krank, konnte am Donnerstag erstmals wieder trainieren“, verriet Sven Hübscher seine Personalplanung. 

...

Stattdessen folgte wieder einmal der 45-minütige Preußenkonter. Eröffnet vom eingewechselten Luca Schnellbacher (69.) und vollendet von Rufat Dadashov, der nach 83 Minuten einen an Kevin Rodrigues Pires verursachten Foulelfmeter nervenstark vollendet. Den Punkt hält schließlich Keeper Maximilian Schulze Niehues fest, als er in der Schlussminute Hachings Dominik Stahl den Abend verdirbt und dessen Schuss aus zwei Metern Entfernung von der Linie pflückt.

„Es ist auf Dauer nicht richtig, dass wir immer zwei Tore schießen müssen, um einen Punkt zu bekommen und mindestens drei, um zu gewinnen“, nahm Hübscher als Quickwin mit auf den Rückweg nach Münster – und ein Pünktchen, dass in 14 Tagen dreifach Gesellschaft bekommen soll.

Interview mit Rufat Dadashov

Nach 65 Minuten versiebt er die größte Chance des Spiels, vier Minuten später legt er zum 1:2 auf, kurz vor Schluss verwandelt er einen Strafstoß zum 2:2. Anschließend ging es im Bus zurück nach Münster, am Sonntagmorgen mit dem Flieger nach Frankfurt – Zwischenstation auf dem Weg nach Baku. Aufregenden Minuten und lange Tage für den aserbaidschanischen Nationalstürmer Rufat Dadashov.

Mit welchem Gefühl haben Sie den Ball auf den Punkt gelegt?

Dadashov: Ich wusste, das ich den mache. Ich habe früher auch bei anderen Vereinen die Elfmeter geschossen.

Aber in Münster sind eigentlich andere Schützen vorgesehen.

Dadashov: Kevin Rodrigues Pires und Maurice Litka, aber Litka war schon draußen und Piro ist gefoult worden. Da habe ich gesagt: Lass mich den schießen. Er hat mir den Ball überlassen. Danke noch mal an Piro und die Mannschaft, dass sie mir vertraut hat.

... und jetzt geht der Stress erst los. Mit dem Bus nach Münster, mit dem Flugzeug über Frankfurt nach Baku, dann Spiele in Bahrain und in Ungarn. Brauchen Sie nach der Länderspielpause erstmal zwei Wochen Urlaub?

Dadashov: Nein, gegen Großaspach bin ich wieder voll da. Ich bin gut austrainiert. Beim letzten Mal habe ich auch sofort wieder gespielt.

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