Fußball: 3. Liga
Große Mission für drei Preußen-Insider um Interimscoach Barez

Münster -

Schon vor mehr als zehn Jahren standen Arne Barez, Kieran Schulze-Marmeling und Sören Weinfurtner beim SC Preußen unter Vertrag. Jetzt sollen sie als Trainertrio für wahrscheinlich drei Spiele eine Basis schaffen, um den schlingernden Drittligisten mit einer Perspektive auf den Klassenerhalt in die Rückserie zu schicken.

Dienstag, 03.12.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 16:37 Uhr
Simon Scherder (l.) mit Interimscoach Arne Barez
Simon Scherder (l.) mit Interimscoach Arne Barez Foto: Jürgen Peperhowe

Die lauteste Ansage am Dienstagmittag kam von Kieran Schulze-Marmeling . Der Chefscout des SC Preußen , der jetzt als Assistent von Interimstrainer Arne Barez einspringt, rief in die Übungsform hinein: „Dann müssen wir mal ein bisschen leiden, dann müssen wir da mal zwei, drei Minuten durch.“ Die Botschaft ist klar. Nur mit harter Arbeit, selbst wenn es die klassische Fußballerphrase ist, geht es raus aus dem Keller.

Barez, darauf deutet inzwischen einiges hin, dürfte den Drittligisten bis zur Winterpause, also noch in drei Partien, betreuen. Sein eigentlicher Arbeitgeber, der Verlag Philippka, zeigt sich ebenso kooperativ wie die Kinderhauser Geschwister-Scholl-Realschule, an der der U-23-Coach Sören Weinfurtner, der zweite vorübergehende Co-Trainer für die Profis, angestellt ist. „Ich kann diesen Job vollumfänglich und ohne Einschränkung annehmen, das war auch die Voraussetzung“, so Barez. Seine erste Einheit dauerte gut eineinhalb Stunden. Vor allem positionsspezifische Module standen auf dem Programm. „Ich fühle mich bereit für die Situation und habe mich gefreut, dass der Verein sie mir anvertraut“, sagt der zertifizierte Fußball-Lehrer, der ansonsten die U 19 betreut.

Mentale Faktoren, taktische Neuerungen

Klare Vorstellungen hat er von seinem Wirken. In der Kürze der Zeit, also bis zum Auftritt beim SV Meppen am Montag (19 Uhr), geht es um mentale Faktoren, aber auch taktische Neuerungen. „Inhaltlich brauchen wir gewisse Anker und Sicherheitspunkte, um sämtliche Phasen im Spiel zu überstehen, also auch die unter Druck.“ Genau in diesen Momenten zerbrach der SCP zuletzt oft. Kompaktheit, und das überrascht nicht, steht ganz oben auf der Agenda. „Das sind Basics, die wir wieder an die Oberfläche bringen müssen. Aber darauf legt jeder Trainer wert“, so der 41-Jährige. „Das ist der Ausgangspunkt für alles.“ Es gehe nicht nur darum, „Beton anzurühren“.

Erstes SCP-Training unter Interimscoach Barez

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  • 13 Mal in Folge war der SC Preußen Münster in der 3. Liga sieglos geblieben. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nachdem sich der SCP von Coach Sven Hübscher getrennt hat, trainiert Arne Barez als Interimscoach die 1. Mannschaft.

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  • Arne Barez ist Inhaber der Fußballlehrer-Lizenz und bisher als Trainer der A-Junioren beim SCP aktiv.

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  • Wichtiger Ansprechpartner ist für Arne Barez der langjährige SCP-Abwehrspieler Simon Scherder (l.).

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  • Der Interimscoach bereitet das Team für das nächste Spiel vor - am 9.12. beim SV Meppen.

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  • Beobachter beim Training waren auch SCP-Sportchef Malte Metzelder (l.) und SCP-Geschäftsführer Bernd Niewöhner.

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  • Die Aufgabe für Arne Barez ist keine leichte: Nach 13 sieglosen Spielen soll er dem Team zu einem Erfolgserlebnis verhelfen.

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  • Beim Training bespricht sich Arne Barez (r.) unter anderem mit Chefscout Kieran Schulze Marmeling (M.).

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  • Zielvorgabe für das Preußen-Kollektiv ist das Verlassen der Abstiegszone - aktuell ist der SCP Tabellen-19.

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  • Keine einfache Situation am Stadion an der Hammer Straße für Interimscoach Arne Barez (l.) und SCP-Sportchef Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom ersten Training von Arne Barez...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Der andere Ansatz ist das persönliche Gespräch. Einzeln, aber auch in der Gruppe. „Ich will verstehen, wo der Schuh drückt“, sagt Barez. Nach außen wirkt die Mannschaft ziemlich intakt. Reden ist nicht alles, aber es kann helfen. Simon Scherder und auch Ole Kittner laden sich nicht zuletzt aufgrund ihrer emotionalen Verbundenheit viel Verantwortung auf die Schultern, was auf dem Platz oft in Verunsicherung umschlug. Barez möchte das Duo, aber auch andere Abwehrspieler stärken. „Sie haben mehr Unterstützung verdient, wurden oft in Situationen gebracht, die schwer zu lösen waren, mussten zu zweit gegen zwei verteidigen. Ich traue allen zu, diese Anforderungen zu erfüllen, es geht jetzt darum, wer es versteht.“ Mittelfeld und Angriff sind mit in der Pflicht.

Barez war bisher in der Regel einmal wöchentlich als weiterer Assistent des beurlaubten Sven Hübscher ins Profi-Training involviert. „Da bin ich eher zurückhaltend aufgetreten“, sagt er. Damit ist es jetzt vorbei. In einer Phase, in der der Abstieg in die Regionalliga so konkret wie nie zuvor droht, sollen drei Vereinsinsider den Tabellenvorletzten wieder in die Spur bringen. Barez und Weinfurtner – dieses Gespann übernahm vor neuneinhalb Jahren bereits die zweite Mannschaft der Adler. Die jetzige Aufgabe ist zeitlich enger begrenzt. Aber auch ungleich schwerer.

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