Fußball: 3. Liga
Preußen wollen gegen Uerdingen mit Sicherheit und Struktur auftreten

Münster -

Der SC Preußen Münster braucht Punkte, je mehr desto besser. Drei werden am Samstag in Düsseldorf verteilt, doch Gastgeber KFC Uerdingen wird die Zähler nicht freiwillig hergeben. Preußen-Trainer Sascha Hildmann hat eine Idee, warum es am Ende des Karnevalssamstags doch etwas zum Lachen geben könnte.

Freitag, 21.02.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 21:48 Uhr
Leidenschaft und vollen Einsatz fordert Trainer Sascha Hildmann von seinen Schützlingen: Oliver Steurer (l.) und Alex R
Leidenschaft und vollen Einsatz fordert Trainer Sascha Hildmann von seinen Schützlingen: Oliver Steurer (l.) und Alex R Foto: Jürgen Peperhowe

An diesem Karnevalssamstag stürzt sich der SC Preußen Münster aus gegebenem Anlass mitten hinein ins Epi-Zentrum des rheinischen Frohsinns in Düsseldorf. Mit Helau hat das allerdings so gar nichts zu tun, im Gegenteil: Die Sache ist absolut ernst, und das mitreisende Abstiegsgespenst kein Kostüm, das am Aschermittwoch wieder in der Mottenkiste verschwindet. „ Karneval packt mich überhaupt nicht“, sagt Preußen-Trainer Sascha Hildmann aus der Faschings-Diaspora Kaiserslautern. Freudlos soll der Ausflug in die Landeshauptstadt dennoch nicht enden.

Am Samstag um 11 Uhr fährt der Preußen-Bus ab, um 14 Uhr wird die Partie gegen den KFC Uerdingen in der Merkur-Spielarena angepfiffen, gegen 18.30 Uhr ist der Spuk schon wieder vorbei und das Team zurück in Münster. Ähnlich schnörkellos soll es am besten auch während der 90 Minuten auf dem Platz zugehen. „Leidenschaft“ fordert der Trainer von seinen Schützlingen und „vollen Einsatz“.

Qualitäten, die durchaus auch beim Straßenkarneval abgefragt werden, im Klassenkampf der 3. Liga allerdings absolut unerlässlich sind. Nahezu vorbildlich habe sein Team das beim 0:0 gegen die Würzburger Kickers vorgelebt. „Unser bestes Spiel, seit ich in Münster bin“, sagt Hildmann.

Gemeinsam gegen Rassismus

Preußen Münster und die Würzburger Kickers haben den Vorfall im Stadion in der Vorwoche zum Anlass genommen, ein gemeinsames Zeichen gegen den menschenverachtenden Alltagsrassismus nicht nur in den Fußballstadien zu setzen. Der DFB ließ sich von dieser Idee begeistern und weitete sie im Schatten der tragischen Ereignisse von Hanau zu einem ligaweiten Statement aus.

In allen zehn Drittliga-Arena wird am Wochenende eine Minute geschwiegen, die Spieler spielen mit Trauerflor. Unter dem Motto „Rote Karte dem Rassismus“ werden die Mannschaften, Schiedsrichter und Einlaufkinder in einheitlichen Shirts auflaufen. Der Aufruf „Rote Karte dem Rassismus“ und die Nummer 5 von Kickers-Akteur Leroy Kwadwo, werden mit der Aufschrift „einer von uns“ auf den Shirts zu lesen sein, auch stellvertretend für die Opfer von Hanau und ihre Familien. Das teilten die Preußen als Initiator der Aktion mit.

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Als Vorbild dienen diese 90 Minuten allemal, als Blaupause werden sie nicht funktionieren. Torhüter Max Schulze Niehues kehrte nach grippalem Infekt erst Freitag zurück ins Training, Mittelfeldmann Maurice Litka zwar schon am Donnerstag, aber nach fünftägiger Pause. Für beide gilt das „Abwarten-Prinzip“. Der Coach sagt: „Das entscheidet sich kurz vor der Abfahrt.“ Für die mittlerweile unumstrittene Nummer eins im Tor stünde der wiedergenesene Oliver Schnitzler als Vertreter bereit. Wer hingegen im Feld die vakanten Stellen besetzen wird, behält Hildmann noch für sich. „Das ist alles noch sehr roh“, sagt der 47-Jährige, der definitiv Luca Schnellbacher ersetzen muss, den die Schulmedizin nicht rechtzeitig auf den Weg bringen konnte. Gegen die Gelbsperren von Okan Erdogan und Kevin Rodrigues Pires helfen ohnehin keine Pillen.

Richten werden es also unter anderem Spieler müssen, die zuletzt wenig, vielleicht auch gar nicht gespielt haben. Mit Gruppengesprächen und Video-Einheiten wurde das Team am Freitagnachmittag noch einmal auf einen gemeinsamen Stand gebracht. „Wir brauchen die Sicherheit und die Struktur“, fordert Hildmann mannschaftliche Geschlossenheit basierend auf einem funktionierenden System. Stabilität bleibe Trumpf beim SCP, der dennoch seine Gelegenheiten nutzen will. „Wir hatten Großchancen gegen Würzburg und auch in Kaiserslautern“, erinnert Hildmann an das spektakuläre Luftloch von Alexander Rossipal und den Pfälzer Pfostenschuss von Schnellbacher.

Auch wenn in der aktuellen Situation Punkte nur in dreifacher Ausführung helfen, wird (noch) nicht in den Alles-oder-nichts-Modus umgeschaltet. „Es wäre fatal, wenn wir jetzt das Visier hochklappen. Das wäre der falsche Ansatz“, meint Hildmann. Dazu zählt unter anderem, dass am Sonntagmorgen trainiert wird und bis Dienstag frei ist. „Und das hat nichts mit Rosenmontag zu tun.“

SCP: Schulze Niehues – Kittner, Löhmannsröben, Steurer – Schauerte, Wagner, Brandenburger, Rossipal – Özcan, Königs, Cueto

Liveticker aus dem Stadion ab 13 Uhr

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