Fußball: 3. Liga
Preußen Münster bezwingt Hansa Rostock durch ein Eigentor

Münster -

Jubel im Preußenstadion – in einer Abwehrschlacht hat der SCP am Montagabend dem Gast aus Rostock drei Punkte abgeknüpft. Nicht einmal den Treffer des Tages musste Münster selbst erzielen.

Montag, 02.03.2020, 21:38 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 11:34 Uhr
Hartes Duell: Rostocks Sven Sonnenberg im Kopfballduell mit Münsters Marco Königs.
Hartes Duell: Rostocks Sven Sonnenberg im Kopfballduell mit Münsters Marco Königs. Foto: Sebastian Sanders

Münster jubelt, Münster steht Kopf, die Preußen leben noch. Keinen Zentimeter geben die Adlerträger dieser Tage nach, keinen Zentimeter. Und dabei ist der 1:0 (0:0)-Heimsieg über Hansa Rostock nicht mehr oder weniger als „nur“ ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt in der 3. Liga – um nicht jetzt schon aussichtslos ins Hintertreffen zu geraten.

Als Nils Butzen in der 66. Minute den Ball ins eigene Tor bugsierte, eine sehr unglückliche Aktion, da erwachten die Lebensgeister der Preußen auf dem Feld und auf den Rängen. Es war die verbissenste Verteidigungsleistung der Saison, ein aufopferungsvoller Kampf, Leidenschaft pur auch von den Fans.

Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Die Mannschaft geht nach dem Spiel in die Kurve

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  • Luca Schnellbacher, Alexander Rossipal

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  • Fast die Führung im ersten Abschnitt: Münsters Lucas Cueto entwischt nach 24 Minuten Rostocks Max Reinthaler – trifft aber nur den linken Pfosten des von Markus Kolke gehüteten Hansa-Gehäuses.

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  • Sven Sonnenberg, Marco Königs (Münster)

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  • Oliver Steurer (Münster), Aaron Opoku

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  • R. Pedersen, Kevin Rodrigues Pires (Münster)

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  • Abklatschen: Vor der Partie geben sich die Spieler beider Mannschaften die Hand.

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  • Plakat im Rostocker Block. Wieder eine "Hopp"-Anspielung?

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  • FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski übergibt vor der Partie den Preis für Zivilcourage an Preußen-Präsident Christoph Strässer.

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  • Ex Trainer Marco Antwerpen auf der Tribüne.

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  • Alexander Rossipal mit Nasenbluten.

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  • Lucas Cueto am Boden.

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  • Alexander Rossipal

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  • Fridolin Wagner

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  • Marco Königs

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  • Kevin Rodrigues Pires, John Verhoek, Jan Löhmannsröben

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  • R. Pedersen, Kevin Rodrigues Pires 

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  • Jan Löhmannsröben

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  • Daniel Patrick Hanslik, Kevin Rodrigues Pires, Nico Neidhart

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  • Nils Butzen, Fridolin Wagner

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  • Julian Schauerte

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  • Trainer Sascha Hildmann

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  • Lucas Cueto, Nils Butzen

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  • Lucas Cueto, Nils Butzen

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  • Lucas Cueto, Nils Butzen

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  • Lucas Cueto

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  • Lucas Cueto

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  • Lukas Scherff, Lucas Cueto

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  • Trainer Sascha Hildmann

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  • Lucas Cueto muss kurz von dem Physio Matthias Sieme behandelt werden.

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  • Luca Schnellbacher

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  • Sven Sonnenberg, Fridolin Wagner

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  • Co-Trainer Louis Cordes und Trainer Sascha Hildmann freuen sich nach dem Spiel.

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  • Pascal Breier, Okan Erdogan, Jan Löhmannsröben, Simon Scherder 

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  • Simon Scherder, Trainer Sascha Hildmann, Oliver Steurer, Julian Schauerte, Niklas Heidemann

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  • Oliver Steurer, Marco Königs 

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  • Physio Matthias Sieme, Lucas Cueto

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  • FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski übergibt den Preis für Zivilcourage.

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  • Schiedsrichter Tobias Schultes unterbrach kurz das Spiel.

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  • Schiedsrichter Tobias Schultes unterbrach kurz das Spiel.

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  • Alexander Rossipal wird behandelt.

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  • Nils Butzen, Lucas Cueto

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  • Plakat der Ultras

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  • Drei Rostocker stochern den Ball selbst ins eigene Tor zum 1:0 Endstand für den SCP.

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  • Die Preußen jubeln nach dem Spiel zusammen.

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  • Trainer Sascha Hildmann bei Magenta Sport.

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  • Die Mannschaft geht nach dem Spiel in die Kurve

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Fünf Tage vor der nächsten Prüfung, dem so eminent wichtigen Aufeinandertreffen mit dem direkten Konkurrenten Viktoria Köln jetzt genau das: Ein Sieg, der gefeiert wurde wie eine Meisterschaft. Darauf hatte die Preußen-Familie lange warten müssen.

SCP im Verteidigungsmodus

Als ob es Sascha Hildmann gewusst hätte, die Rollenverteilung zwischen den Gastgebern und den Gästen war klar. Rostock übernahm sofort die Regie, der SCP im Verteidigungsmodus war angesagt. Doch die allerbeste Chance hatten dennoch auch die Münsteraner, es war die exklusivste der ersten Hälfte. Als nach 24 Minuten Fridolin Wagner den Ball im Mittelfeld gewann und sofort mit dem Außenrist filigran weiterspielte, lag die Führung der Hausherren in der Luft. Nur prallte der Abschluss von Lucas Cueto lediglich an den Pfosten. Es wäre perfekte Hildmannsche Alchemie gewesen, eine resolute Abwehrleistung garniert mit einem Tor zur Führung. Egal wie.

Diffamierendes Plakat

Schon nach 15 Minuten hatte Schiedsrichter Tobias Schultes energisch das Spiel unterbrochen, als im Rostocker Fanblock ein diffamierendes Plakat aufgehangen wurde und in beiden Kurven Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp angestimmt wurden. Stufe eins von insgesamt drei möglichen war erreicht. Später legten die Hansa-Anhänger weitere Sprechchöre nach, die blieben aber eher kleinlaut. Stufe zwei wurde nicht erreicht.

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Foto: Sebastian Sanders

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Rostocks Chancenwucher

Doch in Wirklichkeit ließ der Club von der Ostsee die Führung liegen. Chancen? Die waren ausreichend vorhanden für Nils Butzen (6.), Aaron Opoku (9.), John Verhoek (16.) Nico Neidhart (19.), wobei diesen Ball Simon Scherder praktisch auf der Linie klärte. Allerdings gehörte das auch zum riskanten Plan des SCP-Coaches, die Sturm- und Drang-Phase der Rostocker ohne Gegentor zu überleben – um in der zweiten Halbzeit den Gästen endgültig den Stecker zu ziehen. Ein gewagtes Unterfangen, doch mit dem 0:0 war ein Teilerfolg erzielt. 288 Minuten waren die Preußen zu diesem Zeitpunkt ohne Gegentor als Referee Tobias Schultes aus Betzigau zur Paus pfiff.

Cueto an den Pfosten

Und der SCP hatte das nächste dicke Ding im Blick, als sich Cueto (53.) mutig durch die Hansa-Abwehr „durchwurschtelte“, am Ende aber wieder nur den Außenpfosten traf. Kurz danach hatte Wagner nach einer Özcan-Ecke noch eine Chance.

Erst nach einer Stunde meldete sich Rostock wieder zurück, doch Nikolas Nartey wusste nicht so recht, ob er abschließen oder passen soll. Zum Glück für die Preußen. Wobei der Tabellendrittletzte nun gefordert war, ein Tor musste her. Nur wie?

Drei Fragen an Simon Scherder

Mit dem Kopf, dem Fuß, dem Bein oder womit auch immer grätschte Simon Scherder zahlreiche Hansa-Chancen einfach weg.

Wie fühlte es sich an, als Torschütze gefeiert zu werden?
Scherder: Ich habe nur meinen Namen gehört, war es aber nicht selbst. Wenn Nils Butzen nicht hingegangen wäre, hätte ich ihn aber reingemacht. Es war schön, dass auch mal ein dreckiges Tor reinfällt. Wir hatten die ganze Saison viele Probleme bei Standards, haben zuletzt aber vieles einstudiert. Wir haben gezeigt, wie Abstiegskampf geht.

Muss man über die Bedeutung des Siegs überhaupt Worte verlieren?
Scherder: Wir haben in den letzten Wochen bewiesen, dass mit uns noch zu rechnen ist. Jetzt sind es fünf Punkte. Wir machen weiter. Der Trainer hat schon in der Ansprache gesagt, dass wir an einige Mannschaften ran rücken können. Wir wissen seit Monaten, wo wir stehen, worum es geht.

Wie oft haben Sie hier in höchster Not geklärt?
Scherder: Ein paarmal schon, aber die anderen waren genauso gut. Es geht nur im Kollektiv bei uns, wenn sich alle reinschmeißen.

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Glück erzwungen

Wie, das dürfte Trainer Hildmann einerlei gewesen sein. Es fiel, das 1:0, Nils Butzen stolperte den Ball nach einer Rettungstat von Torwart Markus Kolke in die eigenen Maschen. Nun gut, davor hatte Kevin Rodrigues Pires die Ecke getreten und Simon Scherder verlängert, doch genau jetzt hatten die Preußen das Glück erzwungen. 1:0, das fühlte sich grandios für den Anhang an. Tatsächlich irgendwie auch ein Akt des Willens. So spielt man Abstiegskampf, so lebt man im Tabellenkeller.

„So schön, so schön, soooooo schön“

Was erst ein 2:0 bedeutet hätte, als Marco Königs allein auf Kolke zulief – und nicht die Nerven behielt. Acht Minuten vor dem Ende wäre das die Vorentscheidung gewesen. Es wurde gezittert, und gezittert, und gezittert. Am Ende gesungen: „So schön, so schön, soooooo schön.“ Wie lange nicht mehr. Wie lange nicht mehr. Wahnsinn. Ein ganz starkes Stück.

Spielinfos

Münster: Schulze Niehues – Scherder, Löhmannsröben, Steuerer – Schauerte, Wagner, Rodrigues Pires (76. Erdogan), Rossipal – Cueto (81. Heidemann), Königs, Özcan (58. Schnellbacher).

Rostock: Kolke – Riedel, Sonnenberg, Reinthaler – Neidhart, Butzen, Nartey, Scherff (85. Pedersen) – Hanslik (68. Breier), Verhoek, Opuku (74. Granatowski).

Tor: 1:0 Eigentor Butzen (66./Kopfball-Verlängerung Scherder)

Zuschauer: 7227.

Schiedsrichter:Schultes (Betzigau).

Gelbe Karten: Scherder, Erdogan / Sonnenberg, Butzen

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