2:1-Heimsieg über Unterhaching
Preußen wehren sich mit Händen und Füßen

Die Hoffnung hat zusätzliche Nahrung erhalten, der SC Preußen Münster hat durch einen brutal schwer erkämpften 2:1-Heimsieg über Aufstiegsanwärter SpVgg. Unterhaching wieder Boden gut gemacht im Abstiegskampf. Lucas Cueto und Marco Königs trafen für den SCP, der am Mittwoch beim Tabellenvorletzten SG Sonnenhof Großaspach antreten wird.

Sonntag, 07.06.2020, 15:04 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 18:25 Uhr
2:1-Heimsieg über Unterhaching: Preußen wehren sich mit Händen und Füßen
Marco Königs bejubelt das zwischenzeitliche 2:0 für seine Adlerträger. Foto: Jürgen Peperhowe

So kann man im Abstiegskampf bestehen. Der SC Preußen erkämpfte gegen einen spielerisch deutlich überlegenen Gast, die SpVgg. Unterhaching, einen 2:1 (2:0)-Heimsieg. Lucas Cueto (14.) und Marco Königs (24.) trafen in diesem zweiten Geister-Heimspiel des Fußball-Drittligisten, Felix Schröter gelang nach 76 Minuten das 1:2. Schiedsrichter Lukas Benen (Nordhorn) nahm in der 46. Minute einen Elfmeterpfiff nach kurzer Beratung zurück, als Münsters Oliver Steurer ins Gesicht getroffen worden war. Nach dem 4:2 über Halle blieb das Team von Trainer Sascha Hildmann auch im zweiten Heimauftritt unter Ausschluss der Öffentlichkeit siegreich.

Kunstpause für drei Spieler

Münsters Coach Hildmann ließ rotieren, gleich drei Spieler, die am Mittwoch bei der 2:3-Niederlage in München mit von der Partie waren, erhielten eine Kunstpause. Kevin Rodrigues Pires, Alexander Rossipal und Luca Schnellbacher waren raus, lediglich Letztgenannter fand sich zumindest als Alternative mit auf dem Spielberichtsbogen. Dagegen rückten Angreifer Marco Königs, Okan Erdogan im zentralen defensiven Mittelfeld und Niklas Heidemann auf der linken Mittelfeldposition in die Startelf. Hildmann vertraute weiterhin seinem 5-4-1-System.

30. Spieltag - Saison 2019/20: SC Preußen Münster - SpVgg Unterhaching

1/13
  • Jubel über das 1:0 durch Lukas Cueto.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Freistoß von Alexander Winkle.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann gegen Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor durch Marco Königs - der Stürmer trifft zum 2:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 1:0 durch Lucas Cueto.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Malte Metzelder beobachtet das Spielgeschehen - mit Maske.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kniefall - Ein Zeichen gegen Rassismus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zum Haare raufen: Hachings Trainer Claus Schromm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor durch Marco Königs und der anschließende Torjubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münter - Unterhaching - Hildmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münter - Unterhaching - Tor Cueto und Torjubel

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münter - Unterhaching - Löhmannsröben gegen Heinrich

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münter - Unterhaching - Steurer, Mörschel, Erdogan und Scherder gegen Dominik Stroh-Engel

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Partien des Vortages waren dabei nicht so schlecht verlaufen für den SCP. Zwar gewann Zwickau mit 5:1 überaus deutlich gegen Halle, aber Magdeburg (1:1 gegen Uerdingen), Chemnitz (1:2 in Duisburg) und Köln (1:2 in Mannheim) konnten als Mitkonkurrenten im Abstiegskampf nicht siegen. Münster tat sich damit die Chance auf, mit einem Sieg über Unterhaching wieder ein Stückchen näher an die Mitbewerber heranrücken zu können.

Meister der Effektivität

Die Gäste legten in Münster los, als ob es kein morgen mehr geben würde. Gefühlt war der SCP in den ersten zehn Minuten nicht einmal am Ball, erst in der achten Minute kam der SCP einmal über die Mittellinie. Aber auch das sei gesagt: Spielstarke Unterhachinger mit enormen Tempo, aber ohne eine echte Torchance. Anders der SC Preußen. Heinz Mörschel öffnete die rechte Seite, Julian Schauerte setzte sich an der Grundlinie durch und Lucas Cueto köpfte zum 1:0 ein. Da waren sie wieder, die neuen Meister der Effektivität. Wie schon beim Heimspiel gegen Halle (4:2) führte der erste Angriff gleich zum Torerfolg.

Und Unterhaching? Die spielten weiter Hochgeschwindigkeits-Fußball – bis zum Strafraum der Preußen. In der „Box“ brannte derweil um Jan Löhmannsröben und Torwart Max Schulze Niehues nichts an. Wenn das Hildmanns Plan war, dann ging der zu 100 Prozent auf. Zumal Angriff Nummer zwei gleich auch noch zum 2:0 führte. Simon Scherder war der Knopf, der das Umschaltspiel der Hausherren in Gang brachte, erneut Schauerte war auf der rechten Seite mit der Vorarbeit zur Stelle, während Marco Königs zum 2:0 „abstaubte“.

Gefühlt hatte der Aufstiegsanwärter aus Bayern mindestens 80 Prozent Ballbesitz, das war auch gut zum Anschauen, nur es fehlten Abschlüsse. Zwei Mal hatte Dominik Stroh-Engel eine Chance, aber ohne Erfolg. So gesehen hatten die Preußen in den ersten 45 Minuten alles richtig gemacht.

Die zweite Hälfte begann mit großer Aufregung, keine 60 Sekunden waren gespielt. Max Dombrowka schoss dem Preußen Oliver Steurer mitten ins Gesicht – Schiedsrichter Lukas Benen entschied auf Handelfmeter. Hildmann tobte am Spielfeldrand, Chaos pur für einige Augenblicke. Benen nahm aber nach gut einer Minute die Entscheidung zurück, denn Steurer hatte die Hände auf dem Rücken. Das war korrekt so von Benen. Den fälligen Eckball gab er Unterhaching nicht, das war falsch und führte zu Gäste-Protesten, die dann immer intensiver wurden. Das Spiel ging weiter, hier war richtig Feuer drin.

Abwehrschlacht vom SCP

Es war eine reine Abwehrschlacht, die der SCP führen musste. Unzählige Mal forderten die Gäste bei jedem Zweikampf im Strafraum Elfmeter. Der Druck war kaum erträglich für die Hausherren, 16:0-Ecken für Unterhaching unterstrichen die Dominanz der Bayern. Nach dem 1:2 durch den eingewechselten Felix Schröter kam noch mehr Brisanz in die Partie. Zwei Minuten vor dem Ende vergab Stroh-Engel das 2:2, eine Minute später klärte Schulze Niehues gegen Felix Müller. Der Sieg war in trockenen Tüchern, unglaublich hart erkämpft, der SC Preußen lebt im Kampf um den Klassenerhalt weiter.

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer (48. Kittner), Heidemann – Cueto (74. Özcan), Erdogan, Mörschel, Litka (74. Hoffmann) – Königs (62. Schnellbacher). – Trainer: Hildmann

Ersatzbank: Prinz (Tor), Brandenburger, Mekonnen

Unterhaching: Mantl – Schwabl, Greger, Winkler, Dombrowka (66. Felix Müller) – Bigalke, Fuchs (90.+1 Dietz), Stierlin (44. Hufnagel), Heinrich – Marseiler (66. Schröter), Stroh-Engel. – Trainer: Schromm

Ersatzbank: Kroll (Tor), Jim-Patrick Müller, Grauschopf

Tore: 1:0 Cueto (14., Flanke Schauerte), 2:0 Königs (24., Pass Schauerte), 2:1 Schröter (76.). – Schiedsrichter: Benen (Nordhorn). – Gelbe Karte: Cueto, Schnellbacher / Fuchs

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7440085?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70831%2F
Nachrichten-Ticker