Fußball: Regionalliga West
Start für Preußen Münster geglückt – VfB Homberg wartet

Münster -

Das liest sich doch ganz ordentlich: Der SC Preußen Münster ist in der Regionalliga noch ungeschlagen, hat die letzten beiden Spiele gewonnen und blickt der Partie gegen den VfB Homberg am Samstag zuversichtlich entgegen. Kurzfristig wurden knapp 1000 Zuschauer zugelassen. [Mit Video]

Donnerstag, 17.09.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 19:49 Uhr
Traf für den SC Preußen Münster: Ousman Touray (vorne).
Traf für den SC Preußen Münster: Ousman Touray (vorne). Foto: Jürgen Peperhowe

Eine Konstante stand am Tag danach wie in Stein gemeißelt. Ousman Touray telefonierte mit Bruder Adam. „Das machen wir fast jeden Tag“, erzählte der 21 Jahre alte Angreifer des SC Preußen . Die Meinung des „großen Bruders“ ist Ousman wichtig, der 26-Jährige weiß in der Regel, was im Sport zu beachten ist. Adam spielt in der Basketball-Bundesliga für das Spitzenteam MHP Riesen Ludwigsburg, Ousman wiederum erzielte am Mittwoch mit einem tollen Fallrückzieher das 2:0 für Preußen Münster beim Gastspiel in Straelen. Ousman sagt: „Adam hat immer Tipps für mich, wie ich professioneller werden kann.“Der Torschütze von Straelen möchte auf Dauer auch Teil eines Spitzenteams sein. Ein Anfang bei den Preußen dafür ist gemacht, der 2:1-Auswärtssieg beim Aufsteiger aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet spült den SCP für den Moment nach oben in der Regionalliga-Tabelle.

3. Spieltag, Saison 2020/21: SV Straelen - SC Preußen Münster

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  • Am 3. Spieltag traf der SC Preußen Münster mit mit Mittelfeldspieler Justin Möbius (l.) und Trainer Sascha Hildmann auf den SV Straelen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es war das Duell des Drittliga-Absteigers gegen den Aufsteiger in die Regionalliga West.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Erneut auf Torjagd war SCP-Abwehrmann Simon Scherder (M.), der hier an Torwart Robin Udegbe scheitert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bereits in der 20. Spielminute ging Preußen Münster durch einen Treffer von Julian Schauerte mit 1:0 in Führung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die erste Hälfte spielte der SCP sehr zweckmäßig. Die Hausherren - hier mit gegen Tobias Peitz (r.) im Duell mit Julian Schauerte - waren in der ersten Hälfte ein bissiger und griffiger Gegner, der nie locker ließ.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In der 31. Spielminute folgte ein sehenswerter Höhepunkt des Spiel: der SCP-Treffer zum 0:2 wurde durch einen Fallrückzieher erzielt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Entsprechend begeistert wurde Torschütze Ousman Touray von seinen Mitspielern gefeiert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit einer 2:0-Führung für den SCP ging es in die Halbzeitpause.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gerade im ersten Durchgang machte sich die größere individuelle Qualität der Münsteraner bemerkbar. Hier klärt SCP-Abwehrspieler Simon Scherder gegen den Straelener Kaito Mizuta.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dem SV Straelen gelang zwar in der zweiten Hälfte noch der Anschlusstreffer zum 1:2 - doch das war zugleich der Endstand.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Pflichtaufgabe Homberg

Immerhin. Am Samstag steht eine weitere, man darf das so sagen, Pflichtaufgabe an. Dann gastiert Schlusslicht VfB Homberg im Preußenstadion. Der Club aus Duisburg war mal 1953 Deutscher Amateurmeister und spielte 1963 in der Regionalliga – hört sich nach einer ähnlichen Vergangenheits-Bewältigung wie beim SCP an, halt da nur im Schatten des recht übergroßen Nachbarn MSV Duisburg.Vergangenheit da, Zukunft hier. Ousman Touray hat sich jedenfalls in der Regionalliga angemeldet mit einer vernünftigen Perspektive. „Es war auf jeden Fall ein gutes Gefühl“, erzählte Touray grinsend nach seinem Fallrückzieher-Tor. Simon Scherder hatte mit einer Kopfball-Verlängerung die Vorarbeit geleistet. Er habe noch viel zu lernen, die Trainer würden ihm eine Reihe von Aufgaben geben, die versucht er zu erfüllen. Aktuell kann sich der 21-Jährige auf dem Feld austoben. Das Siegtor, als das man das 2:0 durchaus bezeichnen darf, gibt ihm Aufwind. „An die Trainingsintensität habe ich mich mittlerweile gewöhnt“, sagt er. Verbessern müsse er sich aber überall noch.

Hildmann mit glücklichem Händchen und einer Portion Ratlosigkeit

Trainer Sascha Hildmann hatte überlegt, Touray nach einer schwächeren Partie gegen Bergisch Gladbach aus der Startelf zu nehmen. Das er es nicht tat, unterstrich sein glückliches Händchen.Allerdings blieb der Coach auch ratlos zurück, weil seine Mannschaft nach der Pause eine 2:0-Führung sowie numerische Überlegenheit nicht einmal konservieren konnte und unter Druck geriet. „Als Trainer ist man da raus und kann nichts mehr machen am Seitenrand“, erklärte er, und stand der Dynamik der zweiten Hälfte hadernd gegenüber. Gerade Münsters routinierteren Spieler bekamen die Partie gegen nur noch wütende Straelener nicht in den Griff. Da muss der SCP zielstrebiger, besser werden.

Offensivkräfte auf der Wunschliste

Erstes Fazit der noch jungen Saison: Dem SCP fehlen gerade in der Offensive Alternativen, Joel Grodowski ist im Angriff allein auf weiter Flur, nach der Pause tauchte Lukas Frenkert plötzlich da auf – ein Defensivspezialist. Vielleicht war das auch ein verdeckter Hilfeschrei vom Trainer Richtung sportlicher Leitung. Zwei Offensivkräfte stehen noch auf der Wunschliste.

Angeschlagen

Roshon van Eijma, Neuzugang von Roda Kerkrade, fällt aus. Der 22 Jahre alte Innenverteidiger hat eine Muskelverletzung aus seiner Zeit in Holland mitgebracht, die ein spezielles Aufbautraining nötig macht. Wann er einsatzfähig ist, ist ungeklärt.

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990 Zuschauer gegen Homberg

990 Zuschauer wird der SC Preußen am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Homberg begrüßen dürfen. Die Stadt Münster genehmigte  diese Anzahl für das Preußenstadion. Laut Verordnung des Landes NRW wären bis zu 4719 Zuschauern möglich, 33 Prozent der Stadionkapazität von 14 300. Allerdings fehlt dafür ein vom Land NRW genehmigtes Hygienekonzept.

Video in Kooperation mit dem WDR über die Stadion-Situation in Lotte und Münster:

Am Samstag wird es keinen freien Kartenverkauf geben. Der Verein stellte klar: Etwa 500 Inhaber einer Unterstützer-Dauerkarte und 450 Sponsoren erhalten rund 950 der 990 Karten. Die verbleibenden 40 Tickets werden als Ehrenkarten vergeben.

Teil-Rückkehr von Fans läuft auf Hochtouren

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  • Die Länder haben sich am Dienstag auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Fußballstadien und Sporthallen geeinigt. In einer sechswöchigen Testphase ist zunächst eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Kapazität erlaubt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. Was bedeutet das für die Vereine und was für die Zuschauer der Fußball-Bundesliga?

    Foto: Marius Becker/dpa
  • Wie viele Zuschauer werden genau zugelassen?

    Das letzte Wort haben die Gesundheitsämter. Zudem variieren die Werte je nach Zahl und Einberechnung der Stehplätze. Und am Ende wird auch immer auf die Sieben-Tages-Inzidenz geschaut. Gibt es am Austragungsort 35 oder mehr Infektionen auf 100.000 Einwohner, werden keine Zuschauer zugelassen.

    Foto: Arne Dedert/dpa
  • Wie planen die Vereine?

    Beim Auftakt an diesem Wochenende haben nur zwei NRW-Vereine Heimspiele. Der 1. FC Köln plant für die Partie gegen 1899 Hoffenheim mit 9200 Zuschauern, Borussia Dortmund für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach mit etwa 10.000 Fans. Doch auch die vier NRW-Clubs, die eine Woche später ihre ersten Heimpartien austragen, haben ihre Konzepte längst in der Schublade. So will Leverkusen gegen Leipzig vor 6000 Besuchern spielen, Schalke könnte gegen Bremen rund 12.000 Fans zulassen. Borussia Mönchengladbach plant gegen Union Berlin mit rund 10.800 Fans. Auch Arminia Bielefeld wird versuchen, sein Stadion mit einem Fünftel der normalen Kapazität zu füllen.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Wie ist die Anreise geregelt?

    Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen vor den Spiel am Samstag „möglichst viele zusätzliche Bahnen einsetzen“. Zudem appelliert man an die Fans, frühzeitiger anzureisen und am besten ein oder zwei Haltestellen vor dem Stadion schon auszusteigen. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten“, sagte KVB-Sprecher Stephan Anemüller. In Dortmund werden die Fans gebeten, möglichst zu Fuß oder mit dem Auto anzureisen, um ein Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden.

    Foto: Arne Dedert
  • Wie werden die Tickets verteilt?

    In Köln sollen die Tickets wie zuvor angekündigt die 6500 Dauerkarten-Inhaber ein Ticket bekommen, die im Vorjahr auf eine Rückerstattung verzichtet haben. Die restlichen Karten werden mit einem Rotationsprinzip verlost. Leverkusen sucht das Gespräch mit der Fanszene, die angekündigt hatte, den Spielen fernbleiben zu wollen, bis alle Zuschauer zugelassen sind. „Danach werden die Karten unter allen Dauerkarten-Inhabern, die dabei sein wollen, auslosen“, erklärte Sportdirektor Simon Rolfes.

    Foto: Ina Fassbender/AFP-Pool/dpa
  • Beim BVB sind beim Heimspiel gegen Gladbach am Samstag nur Zuschauer mit Wohnsitz in Dortmund oder zumindest in Nordrhein-Westfalen zugelassen. Die Tickets sind Personen aus dem Kreis der Dauerkartenbesitzer vorbehalten. Alle Eintrittskarten werden online erworben und sind personalisiert. Um den Andrang vor den Stadiontoren zu entzerren, sind verschiedene „Time-Slots“ auf den Tickets aufgedruckt, an denen zwischen 17.00 und 18.00 Uhr die persönliche Einlasskontrolle erfolgt. Zwischen 16.00 und 17.00 Uhr ist nach BVB-Angaben das Betreten des Stadions jederzeit möglich. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

    Foto: Bernd Thissen

Corona-Fall: Spiel gegen Aachen abgesagt

Weiteren Raum für Planungen gibt es durch die Verlegung des Heimspiels gegen Alemannia Aachen (26. September), Termin noch offen. Aufgrund eines positiv auf das Coronavirus getesteten Alemannia-Spielers befinden sich weitere Mitglieder des Aachener Kaders sowie des Kader-Umfeldes  in häuslicher Quarantäne.Mehr Publikum beim SCP könnte am 10. Oktober erlaubt sein – im Heimspiel gegen SF Lotte.

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