Fußball: Regionalliga
Preußen Münster auf der Suche nach Dominanz

Münster -

Der SC Preußen bleibt daheim eine Macht. Gegen den SC Wiedenbrück gab es den vierten Sieg im vierten Heimspiel. Dafür muss das Team von Trainer Sascha Hildmann auswärts noch mehr liefern. Am Samstag geht es nach Bonn. [mit Video]

Donnerstag, 22.10.2020, 18:49 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 19:26 Uhr
Torjubel: Joshua Holtby (links) mit Niklas Heidemann
Torjubel: Joshua Holtby (links) mit Niklas Heidemann Foto: Jürgen Peperhowe

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Daheim hui, auswärts geht so. Nach dem vierten Heimsieg im vierten Heimspiel mit dem 2:1 (2:1) über den SC Wiedenbrück ist auf eigenem Terrain alles bestens. Wenn der SC Preußen Münster aber am Samstag (14 Uhr) beim Bonner SC antritt, ist dies nicht nur das bereits sechste Gastspiel der Saison, sondern gleichzeitig die Chance auf den dann erst zweiten Auswärtssieg. Da muss der Fußball-Regionalligist nachlegen, um weiterhin Tuchfühlung zu Spitzenreiter Borussia Dortmund II halten zu können. Zuletzt verlor der SCP in Köln und Essen. Das muss sich ändern.

SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück

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  • 1997 Zuschauer kamen am Mittwochabend ins Stadion an der Hammer Straße.

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  • Am 10. Spieltag empfing der SC Preußen Münster den SC Wiedenbrück.

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  • Die Gäste gelten als Remis-Könige und wollten auch in Münster Zählbares holen. Hier ist SCP-Akteur Julian Schauerte (2.v.r.) im Zweikampf mit Robin Twyrdy.

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  • Abtasten zu Spielbeginn: In der Szene geht der Preuße Niklas Heidemann (r.) ins Duell mit Niklas Szeleschus.

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  • In der 22. Spielminute erfolgte der erste Torjubel im Stadion: Die Fans freuten sich über das 1:0 durch Julian Schauerte (r.).

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  • Torschütze Julian Schauerte ließ sich für seinen Treffer feiern....

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  • Dem wollte der SC Wiedenbrück - hier in Person von Hendrik Lohmar (l.) im Zweikampf mit Joshua Holtby - was entgegensetzen und zurückschlagen.

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  • Doch erneut konnnte sich nur vier Minuten nach dem Führungstreffer der SC Preußen Münster freuen: Torschütze Joshua Holtby (l.) bejubelt mit Niklas Heidemann das 2:0.

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  • Dem Anhang des SC Preußen Münster gefiel der Auftakt der Partie.

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  • Der Aufsteiger Wiedenbrück war phasenweise ein ebenbürtiger Gegner und hielt dagegen wie hier Durim Berisha (l.) gegen Nicolai Remberg.

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  • Das Engagement der Wiedenbrücker wurde belohnt: In der 42. Spielminute traf Viktor Maier zum 1:2.

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  • Die Gäste hatten es nach dem Anschlusstreffer eilig - und waren auf den nächsten Treffer aus...

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  • Das 2:1 war aus münsterischer Sicht kein Ruhekissen - es wurde weiter verbissen gekämpft.

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  • Der SC Wiedenbrück drängte auf den Ausgleich, schwächte sich in der 70. Minute aber mitentscheidend selbst: Torschütze Viktor Meier wurde vom Platz gestellt.

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  • Abpfiff im Preußen-Stadion....

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  • Der SC Preußen Münster hatte die Überzahl zwar nicht zu einem weiteren Treffer nutzen können - siegte letztlich aber knapp mit 2:1.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel....

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Scherder gegen Lucas Klantzos

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Hildmann

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Scherder gegen Durim Berisha

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Rote Karte für Viktor Maier durch Schiri Leonidas Exuzidis

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Benedikt Zahn gegen Durim Berisha

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Schiri Leonidas Exuzidis trennt Schauerte und Viktor Maier, der eine rote Karte bekommt

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  • SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück - Niklas Heidemann gegen Niklas Szeleschus

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Als der Auftritt gegen den lauffreudigen und unnachgiebigen Aufsteiger Wiedenbrück Geschichte war, durfte sich der SCP vor allem bei Routinier Julian Schauerte, der zum 1:0 traf, und Mittelfeldspieler Joshua Holtby, der das 2:0 künstlerisch wertvoll bewerkstelligte, bedanken. Selbst in der gut zwanzigminütigen Überzahl – Wiedenbrücks Torschütze Viktor Maier war nach einer versuchten Tätlichkeit an Marcel Hoffmeier vom Platz gestellt worden, übernahm der SCP nicht die geplante Spielkontrolle. Trainer Sascha Hildmann stimmte die alte Leier an, dass es „auf keinen Fall leichte Gegner in der Regionalliga gäbe“. Seinem Team fehle (noch) die Qualität, nach einer 2:0-Führung die Dinge „sachlich runterspielen“ zu können.

Positive Erkenntnisse

Es war eher ein zähe Partie gegen die Ostwestfalen, aber auch erfolgreich. Und es gab positive Erkenntnisse. Mittelfeldmann Dennis Daube bot wohl seine bislang beste Partie für den SCP. Der 31-Jährige ist vor dieser Saison nach Münster geholt worden, die Erwartungen an ihn sind nicht gerade durchschnittlich. Der gebürtige Hamburger soll der Anker im zentralen Mittelfeld der Preußen werden, was man nach 13 Erstliga-Einsätzen, 149 Zweitliga-Partien und 21 Drittliga-Spielen auch erwarten kann. Gegen Wiedenbrück zeigte Daube, wofür er geholt worden ist. „Das war ein sehr, sehr dreckiger Sieg. Man hat gesehen, wie stark die Regionalliga ist“, fasste er die Partie zusammen. Es fehle noch Abstimmung, er selbst habe auch einen gravierenden Fehler vor der Pause gemacht. Aber, und das ist die Grundlage für eine Perspektive bei den Preußen: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Mannschaft ist überragend, der Trainer toll. Jetzt müssen wir noch dominanter auftreten.“

Video in Kooperation mit Soccer-TV:

Alles fasste er in zwei Sätzen zusammen, der Teamspirit sei ihm wichtig, gerade in den letzten beiden Spielzeiten beim KFC Uerdingen dürfte der nicht so ausgeprägt gewesen sein. Nur 21 Spiele in dieser Zeit unterstreichen, dass Daube Wettkampfpraxis wieder intus bekommen muss.

Und dann war da noch das Thema „dominant sein“, vielleicht auch ein lauter Anführer auf dem Rasen zu werden: „Das haben beim mir alle Trainer bemängelt, aber ich arbeite daran auf dem Platz.“ Immerhin trainierte er schon unter Holger Stanislawski, Ewald Lienen oder Jens Keller. Daube sprach das ruhig und gelassen aus, er weiß, dass er niemals der ewig polternde Schreihals auf dem Platz sein wird.

Nur für die Chefrolle im Ring der Preußen sollte es allemal reichen. Am Samstag beim Auftritt in Bonn, aktuell auf Rang 16, im Sportpark Nord besteht die nächste Möglichkeit dazu, sie zu zeigen. Ein guter Daube würde die Chancen auf den zweiten Auswärtssieg erhöhen.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues - Note 3:

    War nach 15 Minuten gegen David Hüsing und in der 44. Minute bei einem Pfund von Phil Beckhoff auf der Höhe. Auch nach dem Wechsel stand er seinen Mann im Kasten, bekam aber auch nicht wirklich viel auf die Hütte.

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  • Julian Schauerte - Note 2,5:

    Verursachte nach 15 Minuten fast den Rückstand, als er den Ball im eigenen Strafraum vertändelte und David Hüsing aussichtsreich ins Spiel brachte. Dafür stand er beim 1:0 goldrichtig, das 2:0 legte er blitzsauber auf.

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  • Dennis Daube - Note 2,5:

    Auf der Doppelsechs an der Seite von Okan Erdogan gesetzt, holte sich die Bälle mitunter aus dem eigenen Strafraum, war immer anspielbar und hatte ein Auge für die Mitspieler. Applaus von den Rängen bei seiner Auswechslung nach 85 Minuten.

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  • Joshua Holtby - Note 2,5: Flink, trickreich, und treffsicher. Das 2:0 aus 20 Metern schlenzte er fein ins Wiedenbrücker Gehäuse. Der Junge hat aber noch mehr Potenzial – und das Zeug zu einem echten Leader. 

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  • Simon Scherder - Note 3:

    Spielte nach seiner Kopfverletzung in Essen mit grünem Turban. Gewohnt sicher in seinen Abwehraktionen, robust und konsequent. Seine Grätschen zündeten zur richtigen Zeit, ohne den Gegner zu Fall zu bringen. Fein.

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  • Nicolai Remberg - Note 4,5:

    Hatte den Vorzug vor dem überspielten Joel Grodowski in der Zentrale bekommen. Musste weite Wege gehen, in die Box kam er zu selten. Er wird noch Zeit brauchen, um sich an die raue Luft in der 4. Liga zu gewöhnen.

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  • Okan Erdogan - Note 3:

    Machte einen guten Job auf der Sechs. Nahm den Kopf immer hoch, wusste, wen er anspielen musste. Nach vorne könnte er noch mehr Gefahr versprühen.

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  • Alexander Langlitz - Note 4: Vieles lief in den 90 Minuten über die rechte Preußen-Seite, Außenverteidiger Langlitz schaltete sich immer wieder temporeich in den Angriff ein. In seinen Aktionen verzettelte er sich aber des Öfteren. 

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  • Ousman Touray - Note 4,5:

    Mühte sich auf der rechten Seite. Schnell ist er ja, aber ohne Fortune. Seine Auswechslung war nur eine Frage der Zeit.

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  • Marcel Hoffmeier - Note 3:

    Bleibt die Entdeckung dieser Saison, egal auf welcher Position in der Kette. Wirkt durch seine Spielpraxis routiniert. Ging nach 70 Minuten zu Boden, weil ihm Viktor Meier anscheinend zu nahe kam. Der Wiedenbrücker sah Rot.

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  • Niklas Heidemann - Note 3: Auf der linken Abwehrseite eine Bank. In seinen Aktionen nach vorne versuchte er es schon mal mit der Brechstange. Das kann er sauberer lösen. Die Technik hat er. 

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  • Benedikt Zahn - Note 3:

    Nach 58 Minuten für Touray im Spiel. Groß und bullig, kann die Bälle gut verarbeiten. Stark seine Drehung samt Schuss nach 76 Minuten.

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  • Joel Grodowski - Note 4: Kam nach 58 Minuten für den überforderten Remberg. Deutete aber nur selten seine Gefährlichkeit an. In der Nachspielzeit hat er das 3:1 zweimal auf dem Schlappen. 

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  • Justin Möbius: ohne Note

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  • Dominik Klann: ohne Note

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