Fußball: Regionalliga West
Preußen Münster bangt und hofft

Münster -

Der SC Preußen Münster hat ein spielfreies Wochenende in der Fußball-Regionalliga: So steht es im Spielplan und so wird es gemacht. Ob auch der nächste offizielle Termin am Dienstag in Dortmund noch abgearbeitet werden kann ist jedoch mehr als fraglich. Die Entscheidung über eine Saisonunterbrechung steht noch aus.

Donnerstag, 29.10.2020, 16:05 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 16:26 Uhr
Spitzenspiel oder Zwangspause: Noch wissen die Preußen nicht, wie es im November weitergeht.
Spitzenspiel oder Zwangspause: Noch wissen die Preußen nicht, wie es im November weitergeht. Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir rechnen mit dem Schlimmsten“, sagte Peter Niemeyer am Donnerstagvormittag, wenige Stunden nach Bekanntwerden der verschärften, bundesweiten Corona-Maßnahmen. Gleichzeitig hoffte der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten Preußen Münster noch „auf das Beste“ – was bei Licht betrachtet in diesen Tagen wenig genug ist. Im besten Fall bestreiten die Preußen am Dienstag ihr geplantes Punktspiel bei Borussia Dortmunds Amateuren und anschließend bis Ende November die Saisonspiele zwölf bis 17, drei davon im leeren Preußenstadion – im schlechtesten Fall ruht ab Montag der Betrieb, kein Spiel, kein Training. „Das ist alles andere als optimal“, so Niemeyer zum Geisterspiel-Szenario, „aber, gar nicht spielen zu dürfen, würde uns vor ganz große Probleme stellen.“

Profiliga oder Amateurklasse?

Wie genau diese aussehen und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, darüber wollte Niemeyer nicht vorauseilend philosophieren. „Darüber zerbrechen wir uns jetzt noch nicht den Kopf“, so der 36-Jährige – wobei die Bedenkzeit schnell ablaufen könnte. „Wir wissen nicht, wann die Entscheidung fällt. Die fünf Landesverbände tagen in Videoschalten.“ Dabei wird es um die Gretchenfrage gehen, wo die Regionalliga im Spannungsfeld zwischen den drei anerkannten Profiligen und den ambitionierten Amateurspielklassen anzusiedeln ist – in der Selbstwahrnehmung, aber auch in der Beurteilung der politischen Entscheider, die den Profis grünes Licht signalisierten, den Amateuren aber unmissverständlich den Weg versperren.

Nordstaffel stoppt Spielbetrieb – Bayern denken über vorzeitige Weihnachtspause nach

Die Nordstaffel der Regionalliga machte am Donnerstag den Anfang und sendete verstörende Signale an die Kollegen im Westen: An diesem Wochenende werden noch einmal nach Spielplan Punkte vergeben, ehe sich die Regionalligisten unter dem Dach des Norddeutschen Fußball-Verbandes in die vorerst vierwöchige Corona-Pause verabschieden. Eine Entscheidung, die bei den beiden 11er-Staffeln im Norden allerdings deutlich leichter fallen dürfte, als in der monumentalen Weststaffel, wo bei 21 beteiligten Teams insgesamt 420 Partien über die Runden gebracht werden müssten. Auch im Nordosten, Südwesten und in Bayern wird zumindest an diesem Wochenende noch gespielt, Entscheidungen über den November sollen Freitag fallen. In Bayern steht am Montag sogar eine vorgezogene Winterpause zur Diskussion.

Wirtschaftshilfen eher unwahrscheinlich

Auch dürfte es darum gehen, inwieweit die Clubs im Falle der Zwangspause von den vom Bund avisierten Wirtschaftshilfen profitieren könnten. „Ein interessanter Aspekt“, sagt Niemeyer, der bei den Preußen bekanntlich einer Aktiengesellschaft vorsteht. „Aber ich rechne nicht damit, dass wir da gemeint sind.“ Im Gespräch sind Zuwendungen in Höhe von 75 Prozent der Einnahmen im Vorjahresmonat – also November 2019, als der SCP in Liga drei in Vor-Coronazeiten ernsthafte Einnahmen vorzuweisen hatte.

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