Fußball: Regionalliga West
Preußen knacken mit Düsseldorf erstmals ein Topteam

Münster -

Zum Start der englischen Woche hat der SC Preußen Münster ein Ausrufezeichen mit dem 2:1-Heimsieg über Fortuna Düsseldorf II gesetzt. Der Fußball-Regionalligist bleibt damit den Topteams von RW Essen und Borussia Dortmund II auf den Fersen. Am Mittwoch gastiert Münster bei Fortuna Köln.

Sonntag, 22.11.2020, 13:56 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 09:50 Uhr
Hat seinen Torriecher wieder entdeckt: Alexander Langlitz (Mitte) jubelt über sein bereits viertes Saisontor, Osman Atilgan feiert mit ihm das 2:0.
Hat seinen Torriecher wieder entdeckt: Alexander Langlitz (Mitte) jubelt über sein bereits viertes Saisontor, Osman Atilgan feiert mit ihm das 2:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Das wollte Sascha Hildmann dann offenbar ganz genau wissen: „Gab es das schon mal, sechs Heimsiege in Folge?“ Fast im gleichen Atemzug trauerte der Fußballlehrer und Trainer des SC Preußen nach einem 2:1 (2:0)-Heimsieg der gehobenen Art über Fortuna Düsseldorf II der fehlenden Kulisse hinterher. „5000 Zuschauer wären doch wohl gekommen, oder?“, fragte er. Ja, könnte vielleicht sogar hinkommen.

Kein Heimsieg-Rekord

Sie hätten nicht nur den wirklich hart erkämpften 2:1-Heimerfolg über den Tabellennachbarn vom Rhein gesehen, sondern auch einen weiteren guten Entwicklungsschritt beim Drittliga-Absteiger. Die Preußen siegten, weil sie auch die entsprechende Mentalität gegen einen „bockstarken Gegner“ abrufen konnten.

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Aber vom Rekord in Sachen Heimsiege, der zugegebenermaßen auch nur ein statistischer Wert ist, sind Hildmanns Männer noch etwas entfernt.

Unsere jungen Spieler strampeln sich gerade frei. Da war viel Leidenschaft im Spiel.

SCP.Trainer Sascha Hildmann

Unter Marc Fascher gewann der SCP in der Saison 2010/11 sieben Partien in Serie – und stieg in die 3. Liga auf. Da waren es wilde Sieben. Doch nicht zu vergessen sind Helmut Horsch und seine Mannschaft in der Oberliga 1987/88, damals gewann Münster zehn Partien in Serie im Preußenstadion sowie ein elftes am ersten Spieltag der neuen Saison. So gesehen ist Hildmann beim Bergfest angekommen, da fehlt noch was für die Ewigkeit der Preußen-Historie. Das wäre geklärt für den Moment, mit Fascher gleichziehen kann Hildmann am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Aufsteiger FC Wegberg-Beeck.

Konzentrierte „Boygroup“

Gegen Düsseldorf präsentierte sich Hildmanns „Boygroup“ vor der Pause hochkonzentriert und supereffektiv. Das 1:0 durch Joel Grodowski, nach perfektem Umschaltspiel mit Nicolai Remberg, beendete die Offensive der Gäste. Das 2:0 von Alexander Langlitz war ein Kabinettstückchen nach weitem Diagonalball von Niklas Heidemann. Langlitz, der in seiner langen Regionalliga-Karriere für Schalke 04 II mal fünf Saisontore zu Buche stehen hatte, kommt im rechten Mittelfeld immer besser zur Geltung. Der Positionstausch mit Julian Schauerte, jetzt Rechtsverteidiger, zahlt sich aus. „Ich habe bei der Ballannahme etwas an der Abseitslinie gekratzt, da kommt der Stürmer in mir wieder durch“, meinte der 29-Jährige grinsend, vier Tore hat er nun schon auf dem Konto.

Klann überzeugend

Das Aufeinandertreffen der beiden Verfolger von RW Essen (4:0 in Homberg) und Borussia Dortmund II (5:1 bei Schalke 04 II) war temporeich und hatte wenige Längen. Die Fortuna nutzte beste Chancen in der ersten Viertelstunde nicht. Der Anschlusstreffer durch den herausragenden Kevin Hagemann (84.) sorgte für Spannung, aber als der Kopfball von Cedric Euschen neben das Tor ging (90.+2), war der SCP-Heimsieg in trockenen Tüchern.

Bemerkenswert war vor allem nach der Pause, dass die defensive Mittelfeldzentrale um die jungen Dominik Klann (21) und Naod Mekonnen (20) nahezu fehlerlos die Arbeit verrichtete. „Es war durch das 1:2 unnötig spannend. Aber das war ein guter Gegner, in der zweiten Halbzeit war das Spiel zu viel in unserer Hälfte“, befand Klann. Umso mehr erstaunte, wie souverän der gebürtige Olfener seine Aufgaben und Probleme löste.

Am Ende haben wir es unnötig spannend gemacht.

Dominik Klann

„Ja, in der zweiten Halbzeit haben wir richtige Mentalität gezeigt, aber unsere Konter haben wir schlecht ausgespielt“, sieht Coach Hildmann noch Luft nach oben, obwohl der SCP die letzten drei Partien gewonnen hat. Sechs Heimspiele und sechs Siege sind eine makellose Bilanz in der eigenen Arena. Doch vor Wegberg-Beeck steht am Mittwoch der Auftritt bei Mitfavorit Fortuna Köln an. Heimserie, Auswärtspflicht, Hildmanns Schützlingen gehen die Aufgaben nicht aus.

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