Fußball: Regionalliga West
Angriff der Preußen auf die Spitze nach Nullnummer gegen Wegberg-Beeck fast ausgeschlossen

Münster -

Auch mit einem Mann mehr brachten die Preußen die Kugel am Samstag gegen den FC Wegberg-Beeck nicht über die Linie. Mit dem 0:0 gegen den Aufsteiger ist der Rückstand auf das Spitzenduo im Laufe der Woche noch größer geworden.

Sonntag, 29.11.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 18:33 Uhr
Viele frustrierte Gesichter bei den Preußen nach dem Abpfiff
Viele frustrierte Gesichter bei den Preußen nach dem Abpfiff Foto: Jürgen Peperhowe

Zumindest dieser eine Punkt scheint Ende November geklärt. Preußen Münster spielt den Rest dieser Saison mehr oder weniger nur noch mit Blick auf sich selbst. Die englische Woche hat den Rückstand aufs Spitzenduo weiter anwachsen lassen, sodass ein Angriff des Ex-Drittligisten ausgeschlossen wirkt. Punktemäßig gehörte schon vorher etwas Fantasie dazu, nun ist der Abstand aber auch inhaltlich begründet. Drei Tage nach dem schwachen 0:2 bei Fortuna Köln bot der SCP beim 0:0 zu Hause gegen den FC Wegberg-Beeck kein wesentlich besseres Bild.

Über eine Stunde agierten die Hausherren inklusive der Nachspielzeiten in Überzahl, doch im siebten Heimspiel blieben sie erstmals sieglos. „Zu wenig Ideen, zu wenig zwingende Chancen, zu wenig Durchschlagskraft, zu hektisch“, befand Kapitän Julian Schauerte und lag nicht daneben. „Es hat alles gefehlt, etwa Aggressivität im Strafraum.“ Coach Sascha Hildmann fällte kein milderes Urteil: „Wir haben es uns selbst zuzuschreiben. Möglichkeiten waren genug da, aber wir haben die Geschenke nicht angenommen.“

Drei Fragen an Gianluca Przondziono

Seit dem fünften Spieltag pendelte Gianluca Przondziono zwischen Bank und Tribüne. Samstag durfte der 20-Jährige mal wieder beginnen. Bissig präsentierte er sich, die zündende Idee fehlte aber auch ihm.

Wie war es, nach langer Abstinenz wieder in der Startelf zu stehen?

Przondziono: Ich habe mich über das Vertrauen gefreut. Ich hoffe und denke, dass ich meine Aufgabe erledigt habe, auch wenn das Ergebnis natürlich unglücklich war.

Warum fiel das erlösende Tor nicht?

Przondziono: Wir haben uns vorne schwer getan, trotz der langen Überzahl. Es gab Chancen, aber so ein Spiel darf uns nicht noch mal passieren. Das müssen wir aufarbeiten. Wobei der Gegner auch stark verteidigt hat.

Wie waren die Wochen, in denen Sie nicht gespielt haben?

Przondziono: Es war ja klar, dass es viel Rotation gibt und alle bei Laune gehalten werden müssen. Ich stelle mich für den Teamerfolg hintenan. Die Jungs haben es auf der Sechs gut gemacht, ich habe aber im Training mein Bestes gegeben.

...

Über zwei Szenen wurde diskutiert. Ein Foul von Shpend Hasani an Gianluca Przondziono fand eher im Sechzehner statt und hätte Elfmeter statt Freistoß zur Folge haben müssen (60.). Zu diesem Zeitpunkt hätten die Preußen schon führen können, doch FC-Keeper Denis Jansen holte nach einem Steilpass von Niklas Heidemann, den Freund im Feind im Zentrum verpassten, Joel Grodowski von den Beinen, nachdem der völlig blank am Torhüter vorbeigesteuert war und das leere Tor vor sich hatte (36.). Statt der Adler-Führung also Rot für den Schlussmann und Freistoß. „Ich hätte lieber das 1:0 genommen“, sagte Schauerte. Hildmann sah es genauso.

 

18. Spieltag, Saison 2020/21: Preußen Münster – FC Wegberg-Beeck

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  • Nach 36 Minuten: Gästetorwart Denis Jansen foult Münsters Joel Grodowski ...

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  • ... und sieht von Schiedsrichter Leonidas Exuzidis die Rote Karte.

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  • Jules Schwadorf lässt sich von zwei Gegenspielern nicht beirren.

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  • Action im Strafraum des FC Wegberg-Beeck.

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  • Nicolai Remberg versucht, sich durchzusetzen.

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  • Joel Grodowski, bedrängt von Manuel Kabambi und Yannik Leersmacher.

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  • Okan Erdogan im Duell mit Shpend Hasani.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos von der Partie im Preußenstadion.

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Schwadorf wieder von Beginn an

Im Vergleich zum 0:2 bei Fortuna Köln nahm SCP-Trainer Sascha Hildmann zwei Änderungen vor. Für Naod Mekonnen durfte auf der Sechs nach langer Zeit wieder Gianluca Przondziono beginnen. Mit der Hereinnahme des erstmals seit dem 3. Oktober wieder von Anfang an berücksichtigten Jules Schwadorf, der den Vorzug vor Osman Atilgan erhielt, wechselte das System auf 4-2-3-1. Ersatzkeeper Steffen Westphal vertrat erneut den verletzten Marko Dedovic, Ousman Touray war zurück im Kader.

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Ausreden lieferten aber weder die eine noch die andere Situation. Denn auch so waren gegen bis zum Platzverweis relativ hoch verteidigende Gäste reichlich Gelegenheiten da. Grodowski versuchte etwa gegen Jansen den Tunnel statt querzupassen auf Nicolai Remberg (22.). Vor allem aber haderte Jules Schwadorf, dass er einen Megapatzer des gerade kalt eingewechselten Ersatztorwarts Eric Wille ausschlug und lasch abschloss (42.). „Da muss ich mich selbst in die Pflicht nehmen. Er hat sich den Ball ja fast selbst reingelegt. Das war die größte Chance. Die zwei Punkte habe damit zum Teil ich verschenkt.“

Der 28-Jährige war aber ansonsten ein Aktivposten und an vielen guten Angriffen beteiligt. „Wir waren die klar bessere Mannschaft. Sechs, sieben Möglichkeiten sollten eigentlich reichen, meinte er. Und hatte Recht. Przondziono und Alexander Langlitz (beide 67.), vor allem aber ein Schwadorf-Kopfball nach guter Flanke von Benedikt Zahn (72.) sowie kurz vor Schluss ein weiterer von Lukas Frenkert nach Schwadorf-Freistoß, den Wille prächtig parierte (87.), hätten dem SCP den einen ersehnten Treffer bringen können. Aber auch hinten wurde es brenzlig, als Marvin Brauweiler (55.) und Norman Post (57.) ihr Ziel knapp verfehlten.

Neuzugänge im Wartestand

Die beiden Preußen-Neuzugänge aus den Nachbarländern spielen bisher noch keine Rolle. Auch gegen Wegberg-Beeck fehlten sie im Kader. Aus unterschiedlichen Gründen. Sowohl Roshon van Eijma als auch William Möller sollten eigentlich in der U 23 Spielpraxis sammeln, doch deren Oberliga-Saison ist ja auf Eis gelegt. Der Niederländer van Eijma, der auch den Pass von Curacao besitzt und in der Karibik auf Länderspielreise war, ist vor allem aus Anpassungsgründen noch kein Thema.

„Er kennt unsere Prozesse und Abläufe noch überhaupt nicht und spricht nur Englisch“, sagt Trainer Sascha Hildmann. Der Däne Möller hingegen hat ein Jahr nicht gespielt und ist in puncto Fitness noch „relativ weit weg“, so der Coach. „Ihn könnte ich vorne aber immer bringen, er rennt hin und her und macht vielleicht einen.“ Grundsätzlich sei es bei beiden schwer, sich eine endgültige Meinung zu bilden.

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Die optische Überlegenheit brachte den Hausherren wenig. „In der zweiten Hälfte war es wie Handball rund um den Sechzehner“, meinte Hildmann. „Wir haben uns aber schwergetan und keine Lücke gefunden.“ Auch die Einwechslungen, vor allem von Justin Möbius und Osman Atilgan, verpufften ohne Wirkung. Münster senkte also den Kopf. Mit dem Ergebnis, dass Borussia Dortmund II und RW Essen sogar nach einer Woche ohne optimale eigene Ausbeute noch deutlicher enteilt sind. Und Teams wie Fortuna Köln, 1. FC Köln II oder Fortuna Düsseldorf II mischen dahinter auch noch mit.

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