Fußball: Regionalliga West
Preußen Münster fährt im Tivoli Karussell mit Aachen

Aachen -

Der fünfte Sieg im fünften Spiel – rein sportlich lässt sich aus Sicht des SC Preußen Münster nichts am Jahr 2021 aussetzen. Bei Alemannia Aachen war es nicht einmal spannend. Mit einem überzeugenden 4:1-Erfolg kletterte Münster auf den dritten Tabellenplatz.

Mittwoch, 03.03.2021, 20:58 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 00:14 Uhr
So köpft man ein Tor: Lukas Frenkert hebt ab und trifft nach zwei Minuten zum 1:0.
So köpft man ein Tor: Lukas Frenkert hebt ab und trifft nach zwei Minuten zum 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Das kann sich sehen lassen, es läuft – und das ist positiv gemeint. Preußen Münster bleibt in diesem Jahr auf der Siegerstraße, fast schon makellos ist die Ausbeute in der Regionalliga West. Der beeindruckende 4:1 (2:0)-Auswärtserfolg bei Alemannia Aachen war der fünfte Erfolg in der fünften Punktpartie im Jahr 2021. Mehr noch, irgendwie auch ein Jubiläum: Es war der 25. Triumph über die Alemannia seit 1948 im 78. Pflichtspielvergleich. So viel Anerkennung muss sein. Die Tradition quoll förmlich über im menschenleeren Tivoli.

„Unser Start war sehr, sehr gut. Wir hatten eine gute Spielanlage“, befand SCP-Trainer Sascha Hildmann. Und: „Nach dem 3:0 haben wir uns das Leben selber schwer gemacht.“ Vielleicht lag es auch daran, dass dann die Spieler aus der zweiten Reihe nicht vor Selbstvertrauen strotzen – Führung hin oder her. Münsters Treffer markierten Lukas Frenkert (2.), der alles überragende Joshua Holtby (41.) per Elfmeter, Alexander Langlitz (48.) und „Joker“ Joel Grodowski in der Nachspielzeit. Florian Rüter (86.) traf ehrenhalber für die klar unterlegene Alemannia nach 87 Minuten.

So sah es auch Aachens Trainer Dietmer Bozek: „Münster hat hochverdient gewonnen. Wir waren vor den Standards gewarnt. Aber die Gegentore haben wir nicht so einfach weggesteckt.“ Der SCP rückt vor auf Rang drei. Für die grenzenlosen Optimisten noch dieses hier: Der Rückstand auf Rang eins beträgt in der „schiefen“ Tabelle nur noch acht Zähler auf Spitzenreiter Borussia Dortmund II.

Startelf unverändert

Trainer Sascha Hildmann hatte es schon angedeutet, in Aachen machte er ernst und sorgte zumindest auf der Bank für ein wenig Rotation, um seine Tribünenhocker bei Laune zu halten. Roshon van Eijma, Dominik Klann, Benedikt Zahn und William Møller mussten im Vergleich zum 3:2 gegen den 1. FC Köln II am Samstag auf die Bank. Dafür rückten Jannik Borgmann, Naod Mekonnen, Justin Möbius und Osman Atilgan ins 18er-Aufgebot. Seine Startformation allerdings ließ der Coach unverändert.

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Schon wieder Frenkert

Die Preußen in Aachen waren von der schnellen Truppe. Zweite Ecke, zweite Minute, erstes Tor. Joshua Holtbys Ausführung war exakt an der Grenze des Fünfmeterraumes gelandet, aus dem Hintergrund flog Lukas Frenkert zum Kopfball heran. Drin. Wie der SCP das Heimspiel gegen den 1. FC Köln II (3:2) beendet hatte, mit einem Frenkert-Treffer, so eröffnete er den Auftritt bei der Alemannia. Im Schatten der Aachener ­Soers, wo das vielleicht bedeutendste Reitturnier der Welt stattfindet, hob Münsters Linksverteidiger über einem imaginären Oxer federleicht ab und köpfte ein. Fehlerfrei.

27. Spieltag, Saison 2020/21: Alemannia Aachen - Preußen Münster

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  • Auf dem Spielplan stand für Preußen Münster am 3. März die Partie bei Alemannia Aachen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Begegnung ist Teil des 27. Spieltages.

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  • Der SCP hatte zuletzt eine Erfolgsserie mit vier gewonnenen Spielen.

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  • Auch in Aachen wurde die Serie fortgesetzt - es begann mit dem frühen Tor zum 1:0 durch Lukas Frenkert in der 2. Spielminute.

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  • Der Torschütze Lukas Frenkert (l.) wurde gebührend von den Mitspielern gefeiert.

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  • In der 41. Spielminute erhöhte der SC Preußen Münster auf 2:0.

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  • Joshua Holtby (M.) hatte einen Elfmeter verwandelt.

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  • Preußen Münster baute die Führung auf 3:0 aus.

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  • Zwar konnte Alemannia Aachen noch auf 1:3 zwischenzeitlich verkürzen...

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  • ... doch in der Nachspielzeit gelang dem SCP mit dem Treffer zum 4:1 kurz vor Abpfiff die Entscheidung.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel....

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Dominante Preußen

Und dann? Dann war der SCP die bessere Mannschaft ohne Wenn und Aber, entwickelte die eine oder andere Chance, im Hintergrund riegelte die Defensive alles ab. Bei der zunächst besten Möglichkeit rutschte Gerrit Wegkamp nach gut 20 Minuten knapp an einer Hereingabe von Jules Schwadorf vorbei, dann verdaddelte eben Schwadorf einen fein eingefädelten Konter mit einem unsauberen Anspiel. Schließlich verpasste Wegkamp (30.) das 2:0. Der SCP am Drücker, während die Hausherren die Orientierung suchten. Richtig brenzlig wurde es nur nach 38 Minuten, als Sebastian Schmitt den Ball nicht voll traf.

Holtby aus elf Metern

Nur die Gäste blieben weiter dran, und als Schwadorf von Nick Galle zu Fall gebracht worden war, zeigte Schiedsrichter Fasihullah Habibi ganz und gar unverliebt mit kurzer Verzögerung auf den Elfmeterpunkt. Habibi, was übersetzt ungefähr der Geliebte bedeutet, konnte von da an mit den Gelb-Schwarzen keine Freundschaft mehr schließen. Na ja, Joshua Holtby verwandelte den Strafstoß emotionslos, auch diesen Schwachpunkt scheinen die Adlerträger nach drei vergebenen Versuchen in dieser Saison aufgearbeitet zu haben. 2:0 für den SCP, das war stark.

Drei Frage an Dennis Daube

Dennis Daube wird immer wertvoller für die Preußen. In zentraler Rolle gibt er dem Spiel Stabilität.Gibt es viel auszusetzen an diesem Auftritt?Daube: Wenn, dann, dass der Gegner am Ende etwas am Drücker war und wir es besser runterspielen könnten. Aber das schnelle 1:0 hat uns total in die Karten gespielt. Das hat den Aachenern erst mal den Stecker gezogen, damit mussten sie klarkommen. Bis Mitte der zweiten Halbzeit war das top von uns.Und was war dann los?Daube: Wir standen ja schon noch einigermaßen ordentlich. Aber klar, es kann immer noch gefährlich werden. Das haben wir ja erst am Samstag gegen Köln gesehen.Täuscht der Eindruck oder fühlen Sie sich sehr wohl als Sechser?Daube: Ich habe in den letzten Jahren viel auf dieser Position gespielt, kann aber auch als Achter auflaufen. Wir haben es im Testspiel in Duisburg extra mal mit mir auf dieser Position probiert. Es läuft gut, die letzten beiden Ergebnisse sprechen für sich.

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Apropos Schnellstart: Als Münster nach 48 Minuten umschalten konnte, wie man das heutzutage sagt, huschte Holtby nicht nur auf der linken Seite runter, sondern bediente auch noch Alexander Langlitz maßgerecht, der mit seinem achten Saisontor zum 3:0 traf.

Schaulaufen in der Soers

Der Rest war Schaulaufen, der eingewechselte Joel Grodowski hatte noch diverse Chancen, Aachen fiel weiter nichts ein, der Anschlusstreffer kam zu spät – und Grodowski hatte das letzte Wort (90+4). Das hatten die Preußen souverän geschaukelt, im Tivoli, mit dem Gegner waren sie Karussell gefahren. Das war ein Spaß.

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