Fußball: DFB-Pokal
Borussia Dortmund zittert sich in der Nachtschicht ins Viertelfinale

Dortmund -

So kann man sich täuschen: 79 Minuten lang steuert Borussia Dortmund einem verdienten und unspektakulärem Pokalsieg gegen den SC Paderborn entgegen, dann packt der Pokal seine sprichwörtlichen Gesetze aus: Mit Videobeweis, zwei späten Gegentoren, Verlängerung. Alles, was dazu gehört – und schließlich doch noch dem Favoritensieg.

Dienstag, 02.02.2021, 23:38 Uhr
Gut gemacht:
Gut gemacht: Foto: dpa

Was für ein verrückter Pokal-Abend im Signal Iduna Park. Zweitligist SC Paderborn rettet sich durch ein Elfmetertor von Prince Osei Owusu (90.+7) mit der letzten Aktion in der regulären Spielzeit per Videobeweis in die Verlängerung (2:2). Dann muss abermals der Kölner Keller in der Extra-Zeit beim Tor des Norwegers Erling Haaland (95.) herhalten, der beim 3:2 möglicherweise im Abseits gestanden war. Minuten vergehen, dann zeigt Schiedsrichter Tobias Stieler nach Beweis der Bilder in Richtung Mittellinie. Tor und Sieg für Borussia Dortmund . BVB-Coach Edin Terzic atmet tief durch. Das ist noch mal gut gegangen. Weltumsegler Boris Herrmann wird am Sonntag im Rahmen der ARD-Sportschau den nächsten Gegner des BVB aus der Lostrommel zaubern.

Der Fluch ist endlich gebannt. Nach drei trüben Jahren verbunden mit dem jeweiligen Aus im Achtelfinale gegen die Bayern (2017/18) und Werder Bremen (2018/19, 2019/20) steht Schwarz-Gelb wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals . Gegen einen durchaus griffigen und bissigen „Underdog“ aus Paderborn spielen der Borussia zwei frühe Tore durch Emre Can und Jadon Sancho in die Karten, ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlagen, der eingewechselte Julian Justvan erst zum 1:2 (79.) trifft und Owusu schließlich den Ausgleich vom Punkt aus markiert – und ganz Dortmund schockt.

Nun, der BVB wirkt nach dem wichtigen Sieg über den FC Augsburg vor allem in der Anfangsphase in diesem auf dem Papier ungleichen Duell äußerst engagiert. Can trifft bereits nach sechs Minuten mit einem Pfund aus acht Metern zur Führung, Sancho legt nach feinem Zuckerpass von Haaland zum 2:0 nach. Stark, diese ersten 20 Minuten aus Sicht von Schwarz und Gelb. Schlussmann Roman Bürki (Schulterprobleme), der ebenso passen muss wie kurzfristig Abwehrchef Mats Hummels (Knie), staunt auf der Tribüne nicht schlecht. Die etatmäßige Nummer eins aus der Schweiz scheint aktuell nicht mehr gänzlich unumstritten zwischen den Pfosten, seine zuletzt gezeigten Leistungen sind wohl nicht mehr mit den hohen Ansprüchen des Ballspielvereins kompatibel. Angeblich soll der BVB die Fühler nach einem Nachfolger ausgestreckt haben. Peter Gulacsi, der rote Bulle aus Leipzig, wird ganz heiß gehandelt.

Dortmund auf Kurs – zunächst auch in den zweiten 45 Minuten. Das rasante Tempo der ersten Hälfte, in der Paderborn durch Dennis Srbeny (25.) und Christopher Antwi-Adjei (31.) zweimal haarscharf den Anschlusstreffer verpasst, lassen beide Mannschaften indes vermissen. Dem Pokalsieger von 2017 scheint in der Schlussphase dann die Luft auszugehen – in der 79. Minute nutzt Justvan eine Tiefschlafphase der Borussen-Abwehr zum 1:2. Mit dem Schlusspfiff foult Felix Passlack SCP-Akteur Sebastian Schonlau im Strafraum. Der Pfiff bleibt aus, das Spiel läuft weiter, Haaland trifft und jubelt. Bis zum Signal aus Köln. Kein Tor für Dortmund, Strafstoß für Paderborn. Der Rest ist bekannt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7797555?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F
Nachrichten-Ticker