Fußball: Bundesliga
Schalker Schreckensbilanz erhält auch gegen Leipzig weitere Konturen

Gelsenkirchen -

Auch gegen RB Leipzig war nichts zu holen. Der FC Schalke 04 taumelt weiter Richtung 2. Liga. Individuelle Fehler waren auffällig, doch im Heimspiel war die fußballerische Unterlegenheit auch deutlich erkennbar. Nach dem 0:3 wollte dennoch niemand die Hoffnung aufgeben,

Sonntag, 07.02.2021, 16:14 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 16:20 Uhr
Zu spät: Shkodran Mustafi hat im Zweikampf gegen Leipzigs Christopher Nkunku das Nachsehen. 
Zu spät: Shkodran Mustafi hat im Zweikampf gegen Leipzigs Christopher Nkunku das Nachsehen.  Foto: dpa

Schalke 04 hat unter der Woche den Vertrag mit einem Sponsor verlängert. Schön für die arg ramponierte Bilanz des Vereins. Pikant nur, dass sich das Unternehmen mit Stammsitz in Gütersloh sogleich an die Arbeit machen könnte. Altlastensanierung und Abbrucharbeiten sind die Kernkompetenzen der schon seit eineinhalb Jahren mit dem Verein kooperierenden Hagedorn Unternehmensgruppe.

Nach dem 0:3 (0:1), der 14. Niederlage im 20. Saisonspiel, gegen RB Leipzig müssen wahrscheinlich viele Steine umgedreht werden im Traditionsclub. Der vierte Abstieg droht: Acht Punkte, 15:52 Tore. Neun Zähler beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer. Die Schreckensbilanz hat nach der verdienten Niederlage noch klarere Konturen bekommen.

Huntelaar weiter verletzt

Viel hatten die Schalker probiert, hatten mit Sead Kolasinac, Klaas-Jan Huntelaar sowie William drei Neue und in Shkodran Mustafi sogar einen 2014er-Weltmeister verpflichtet. Genutzt hat es wenig: Huntelaar bleibt verletzt, Mustafi, erst tags vor dem Spiel gegen RB aus der Quarantäne entlassen und noch ohne Mannschaftstraining, war am 0:1 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit maßgeblich beteiligt. Nach einem Eckball des starken Leipzigers Christopher Nkunku köpfte Nordi Mukiele, von Mustafi sträflich alleingelassen, ein. Pech aus Schalker Sicht, weil sich das Team lange erfolgreich gegen den Rückstand gewehrt hatte und diesem nun doch wieder hinterherlaufen musste.

Der Gastgeber, von Beginn an klar unterlegen (dokumentiert durch alle spielrelevanten Statistiken), hatte allerdings die beste Chance vor der Pause, die Mark Uth nach Mukiele-Patzer aber kläglich verdaddelte. Uth musste später verletzt ausgewechselt werden – eine erneute Hiobsbotschaft für die Knappen. „Wir haben im ersten Durchgang nicht viel zugelassen“, ärgerte sich Coach Christian Gross über das Gegentor zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Wir müssen uns da dringend steigern.

Christian Gross

Danach drehte Leipzig auf, entschied die Partie mit dem 2:0 durch Marcel Sabitzer (73.) frühzeitig und setzte mit dem 3:0 durch Willi Orban (87.) nach einem Eckball von Angelino der Überlegenheit auch den logischen Stempel auf. Bemerkenswert: Schalke tat viel, lief viel, rackerte, kassierte aber jetzt schon 20 Gegentore nach Standardsituationen. – beim 0:3 patzte Matija Nastasic. „Wir müssen uns da dringend steigern“, monierte Gross zurecht.

Ob der Einsatz von Mustafi auf der zentralen Abwehrposition nicht ein wenig vorschnell kam? „Unterm Strich bin ich mit seiner Leistung nicht hundertprozentig zufrieden, aber mit seinem Einsatz“, sagte Gross. Und Mustafi, der erst vor wenigen Tagen vom FC Arsenal losgeeist wurde, ließ Statements ab, als wäre er schon so lange im Team, wie sich dieses gegen die Erfolglosserie stemmt: mit wenigen Erfolgserlebnissen zwischendurch seit Januar 2020. „Klar hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Aber wir haben das Potenzial und die Hoffnung“, sagte der 28-Jährige. Sollte wohl heißen: Die Abrissbirne kann in Hagedorns Garage bleiben. Vorerst. Es sind ja noch 14 Spiele, das nächste bei Union Berlin. Danach kommt der BVB.

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