Fußball: DFB-Pokal
Kohfeldt bleibt bei Werder – aber wohl nur noch für drei Spiele

Bremen -

Eine Jobgarantie für drei Spiele erhielt Florian Kohfeldt noch in der Nacht zu Samstag. Der Vortrag im Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig machte den Bossen von Werder Bremen Hoffnung auf den Klassenerhalt. Nach dem 1:2 überlagerte dieser Effekt das Ausscheiden in der Verlängerung.

Sonntag, 02.05.2021, 14:36 Uhr aktualisiert: 02.05.2021, 14:38 Uhr
Florian Kohfeldt raufte sich während des Pokalkrimis gegen Leipzig mehrfach die Haare.
Florian Kohfeldt raufte sich während des Pokalkrimis gegen Leipzig mehrfach die Haare. Foto: dpa

Kurz vor Mitternacht waren alle Spekulationen am Freitag beendet. Das Schauspiel um die Person Florian Kohfeldt , von einigen als skurril, von anderen als clubuntypisch und von manchen auch als würdelos bezeichnet, hatte trotz des Ausscheidens im Halbfinale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig zu dem Ergebnis geführt, dass der Trainer von Werder Bremen bleiben darf.

 Gnadenfrist, Leistungsvorgabe, Ultimatum – der stark abstiegsgefährdete und seit sieben Punktspielen ohne Zähler gebliebene Bundesligist lieferte dem Favoriten beim 1:2 (0:0, 0:0, 1:1) einen leidenschaftlichen Fight. Das genügte dem Coach, um zumindest für die drei verbleibenden Partien eine Jobgarantie zu erhalten. „Es hat sich gezeigt, dass Florian in der Woche die richtigen Hebel gefunden hat“, befand Sportchef Frank Baumann. Unabhängig vom Klassenerhalt erscheint eine Trennung am Saisonende nach wie vor wahrscheinlich. Der seit Jahren kriselnde Traditionsverein sucht neue Impulse, Kohfeldt wird trotz des Niedergangs Interessenten aufwecken. Er betonte: „Ich will das Ganze hier, die Saison, vernünftig zu Ende bringen.“ Der Neuanfang liegt in der Luft.

Traumhaftes Forsberg-Tor

Gegen die Sachsen, die in der Verlängerung in der ersten Minute der Nachspielzeit durch ein traumhaft erspieltes Tor von Emil Forsberg zum Berlin-Ticket kamen, hatte sich Bremen reingeworfen wie seit Wochen nicht mehr. Die fast obligatorischen Abwehraussetzer blieben aus, selbst die sonst so leicht vom Ball zu trennenden Angreifer beschäftigten RB zumindest. „Ich bin wieder ein Stück weit zuversichtlicher, dass wir unser Ziel erreichen. Da ich davon ausgehe, dass wir diese Leistung auch in den nächsten Wochen auf den Platz bringen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir mit Florian den Klassenerhalt schaffen“, so Baumann. Auch das klang irgendwie schon wieder einschränkend, aber richtig machen lässt sich in so einer Phase auch wenig.

„Das bringt uns für die Liga keine Punkte, aber hoffentlich die Energie für die restlichen drei Spiele. Und das Gefühl, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können“, sagte Kohfeldt zum Auftritt seiner Schützlinge, die sich mit ihrer Entschlossenheit und nachher auch in einigen Interviews deutlich für den 38-Jährigen aussprachen. Der registrierte das sehr wohl: „Eine Mannschaft, so wie sie gespielt hat, kann kein grundlegendes Problem mit diesem Trainer haben.“ Sie wird es jedoch zwingend am Samstag gegen Leverkusen bestätigen müssen.

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