Champions League: Borussia Dortmund
Über Sieger und Verlierer

Dortmund -

In Dortmund ist Fußball derzeit wieder ein Thema, über das man gerne spricht. Das war zuletzt nicht immer so – und vor allem so schnell und so überzeigend auch nicht zu erwarten. Eine Zwischenbilanz:

Dienstag, 02.10.2018, 18:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 18:46 Uhr
Leistungsträger Marco Reus zählt einmal mehr zu den Gewinnern beim BVB.
Leistungsträger Marco Reus zählt einmal mehr zu den Gewinnern beim BVB. Foto: imago/Eibner

Zeit ist im Profifußball ein überschätzter Faktor. Die einst durchaus gemächliche Branche bewegt sich inzwischen im Irrsinnstempo. Wer schwächelt, wird abgehängt und aussortiert. Es ist ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb, in dem sich Meriten nicht konservieren lassen und in dem das Gestern immer weniger zählt. Lucien Favre ist lang genug Teil des Geschäfts, um dessen Mechanismen zu kennen. Trotzdem bat der neue Trainer von Borussia Dortmund zu Saisonbeginn um Geduld. Sehr viel Spielglück hat ihn einige Zeit vor Kritik bewahrt, inzwischen läuft der BVB-Motor im Turbo-Betrieb. Vor seinem ersten Champions-League-Heimspiel mit den Westfalen an diesem Mittwoch (21 Uhr, Sky) gegen AS Monaco gilt der Schweizer als angekommen. Im 29-köpfigen Kader hat indes nicht jeder Grund zum Lachen. Über Gewinner und Verlierer beim BVB.

Roman Bürki : Der Schweizer Torhüter spielt bislang eine überragende Saison ohne Patzer und mit vielen fabelhaften Paraden. Das war in der Vorsaison noch ganz anders, von den Tribünen schlug dem 30-Jährigen sogar Ablehnung entgegen. Das Klima ist inzwischen komplett entgiftet, Bürkis Leistung findet breite Anerkennung.

Axel Witsel: Als der Belgier, 29, im Januar 2017 nach fünfjährigem Engagement bei Zenit St. Petersburg dem Lockruf des Geldes folgte und in die chinesische Liga wechselte, lag der Gedanke nahe, dass sich da einer reichlich früh aufs sportliche Altenteil vorbereiten wolle. Nun, Witsel hat doch noch nicht fertig und bringt beim BVB seine außerordentlichen strategischen Qualitäten gewinnbringend ein.

Jadon Sancho: Der junge Brite (18) zählt zu den Hochbegabten im europäischen Fußball. Schnell, effektiv, mannschaftsdienlich – ein Juwel. In 124 Einsatzminuten bereitete der Topjoker, der für sieben Millionen Euro vom englischen Meister Manchester City zu den Borussen kam, bereits fünf Tore vor.

Jacob Bruun-Larsen: Der junge Däne (20), der im Winter für ein halbes Jahr an den VfB Stuttgart ausgeliehen war, empfahl sich in der Vorbereitung nachhaltig beim Trainer. Und nutzt seine Chancen nun auch im Spielbetrieb. Zuletzt gegen Nürnberg und in Leverkusen erzielte er je ein Tor. „Es macht mich stolz, für diesen Verein zu spielen“, sagt er.

Marco Reus: Vorbereiter, Torschütze, Kapitän – und endlich gesund. Der 29-Jährige ist ein Vorbild für viele Talente um ihn herum und auf der „10“ ein Unterschied-Fußballer. Versteht sich glänzend mit Trainer Favre und ist dessen wichtigste Brücke zum Team.

Marwin Hitz: Der zuverlässige Keeper hatte fünf gute Jahre in Augsburg und erzielte 2015 gegen Leverkusen sogar ein Tor. Im Wechsel zum BVB sah er eine große Herausforderung. Der ­30-Jährige wird sich Hoffnungen gemacht haben, Landsmann Bürki zu verdrängen. Doch der klebt an seinem Posten und spielt seit dem Sommer fehlerfrei.

Jeremy Toljan: Der Außenverteidiger (24) wechselte 2017 mit großen Ambitionen von Hoffenheim zum BVB. Dortmund sah im frisch gebackenen U-21-Europameister eine Wette auf die Zukunft und gab ihm einen Fünf-Jahres-Vertrag. Unter Favre schafft es Toljan nicht einmal mehr in den Kader, diese „Ehe“ entpuppt sich mehr und mehr als Missverständnis.

Raphael Guerreiro: Der Portugiese (24) kam 2016 als Europameister zum BVB. Vielseitig einsetzbar, aber häufig verletzt. Bislang nur sieben Einsatzminuten in der aktuellen Bundesliga-Saison. Kandidat für einen Winter-Transfer.

Shinji Kagawa: Einmal ausgewechselt, einmal eingewechselt, ansonsten Bank- oder Tribünendrücker in der Liga. Der 29-Jährige findet auch unter Favre nicht in die Spur. Die Meister-Jahre (2011 und 2012) unter Jürgen Klopp werden die schönsten und erfolgreichsten seiner Karriere bleiben.

Mario Götze: Stammplatzgarantie auf Bank und Tribüne, ein Trauerspiel. Es scheint so, als habe der junge Mann im Alter von 26 das Beste seiner Fußball-Karriere schon lange hinter sich.

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