Fußball: Champions League
Schalke 04 bekommt Besuch vom andern Stern

Gelsenkirchen/Essen -

Schalke-Trainer Domenico Tedesco erscheint im Trainingsanzug in der Arena, Pep Guardiola bittet im Anzug zur Audienz in der Essener Philharmonie. Schon hier treffen Welten aufeinander – wie wohl auch am Mittwochabend, wenn Schalke 04 sich mit dem Starensemble von Manchester City messen wird.

Dienstag, 19.02.2019, 19:28 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 20:08 Uhr
Da geht´s lang: Manchesters Trainer Pep Guardiola weist die Richtung – und die kann in Manchester nur diese sein: Vorwärts.
Da geht´s lang: Manchesters Trainer Pep Guardiola weist die Richtung – und die kann in Manchester nur diese sein: Vorwärts. Foto: OLI SCARFF

Times are changing, würde der Brite sagen: Die Zeiten ändern sich. Die Umstände auch. Jedenfalls ist vor dem Champions-League-Achtelfinalspiel des FC Schalke 04 gegen den Top-Club aus der Premier League, Manchester City (Mittwoch, 21 Uhr) nichts, wie es vorher mal war: Domenico Tedesco begrüßt die Journalisten im Medienraum der Arena im schlichten Trainingsanzug und – wie heißt „Glückauf!“ nochmal auf Englisch? – ohne seinen obligatorischen Bergmanns-Gruß. Pep Guardiola hingegen empfängt die Medienmeute vor dem Spiel ganz anders: Im elegant-schwarzen Zwirn und in der gediegenen Essener Philharmonie – 1901 als Saalbau eingeweiht, im Jahre 1904 (!) dirigierte hier schon Richard Strauss, am Donnerstag ist Sir Simon Rattle mit den London Philharmonic Orchestra zu Gast.

Gediegen, das passt auch auf das Star-Ensemble von ManCity – oder: teuer. Rund 1,3 Milliarden Euro investierte Eigner Mansour und die Abu Dhabi Group/China Media in den vergangenen sieben Jahren in den Club. Und in diesem Jahr soll sich endlich das Invest rechnen. Mit dem erstmaligen Gewinn der Champions League; bislang war (2016 gegen Liverpool) im Viertelfinale, zuvor maximal im Achtelfinale Schluss.

„Die Champions League ist doch ein komplett anderer Wettbewerb als die Bundesliga oder die Premier League“, schilderte Guardiola und verhehlte nicht seinen Respekt vorm Gegner: „Wir wollen natürlich versuchen, ein Auswärtstor zu schießen und auch im Rückspiel ein gutes Spiel zeigen. Aber klar: Sie denken, sie können vor eigenem Publikum gewinnen. Aber es wird ein anderes Spiel in Manchester.“

Gegen das mit enormer Offensiv-Wucht ausgestattete und mit Superstars wie Kevin De Bruyne, Fernandinho, David Silva, den Gelsenkirchener „Heimkehrern“ Ilkay Gündogan und Leroy Sané, sowie Rahem Sterling (zurzeit zwölf Liga-Tore) sowie Sergio Agüero (17) gespickte Team soll Schalke, aktuell bekanntlich im Krisenmodus, eine Chance haben?

ManCity erzielte bei den zwölf Siegen der letzten 13 Ligaspiele 49 Tore, musste nur sechs hinnehmen. In den Champions-League-Spielen dieser Runde erzielte der Club 16 Tore und landete auf Gruppenplatz eins. Schalke gelangen als Zweiter seiner Gruppe sechs Treffer.

Tedesco kreierte extra ein Neu-Wort: „Klarer Nicht-Favorit“ sei seine Mannschaft in dem Spiel. Und: „Wir müssen schon einen Sahnetag haben.“ Abwehrspieler Bastian Oczipka weiß, was wahrscheinlich auf ihn zukommt, sagt aber: „Auch ManCity muss erst mal beweisen, dass sie besser sind als wir.“ Und Stürmer Guido Burgstaller sagte schon nach dem tristen 0:0 zuletzt gegen den SC Freiburg in Richtung Manchester: „Wir werden bestimmt nicht schon vorher die weiße Fahne hissen“.

Torhüter und Kapitän Ralf Fährmann wird wieder zwischen den Pfosten stehen. „Er hat es sich verdient, er hat uns mit ins Achtelfinale gebracht. Das ist fair-Mann“, sagte Tedesco mit einem Schmunzeln. Der unlängst von ihm zum ersten Keeper beförderte (und dann rot-gesperrte) Alexander Nübel bleibt auf der Bank.

Und wie sich die Zeiten ändern. Guardiola sagte vor knapp vier Jahren, er sei „stolz, gegen eine der besten Mannschaften der Bundesliga“ gewonnen zu haben. 3:1 hieß es im November 2015 für den FC Bayern, deren Trainer der Katalane war, auf Schalke. Er erinnert sich auch heute noch: „Es war immer kompliziert, auf Schalke zu spielen. Aber man kommt auch mal in schwierige Situationen.“ Times are changing.

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