Fußball
Im Hertha-Angriff klemmt's: Pfiffe der Fans

Nach dem überzeugenden Saisonstart ist die Anfangseuphorie bei Hertha BSC verflogen. Nach dem dritten torlosen Heimspiel gegen Augsburg gab es sogar Pfiffe. Trainer Luhukay verweist auf die «tadellose» Defensive und die Tabelle.

Sonntag, 01.12.2013, 09:12 Uhr

Berlin (dpa) - Die Pfiffe kamen vereinzelt, doch sie gingen den Hertha-Profis ans Gemüt. Zum ersten Mal in dieser Saison machte ein Teil der 38 667 Zuschauer im Berliner Olympiastadion seinem Unmut Luft.

Das dürftige 0:0 von Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Augsburg war so gar nicht nach dem Geschmack der Fans. Im Umfeld des Aufsteigers sind die Erwartungen nach den attraktiven Leistungen und den Erfolgen vor allem zu Beginn der Saison schnell gewachsen. Die Vereinsführung weiß das, sie appelliert schon länger an den Realitätssinn der Anhänger. Deshalb ordnete Hertha-Trainer Jos Luhukay zur Überraschung der Medienvertreter das Remis positiv ein: «Ich freue mich sehr über den Punkt. Wir haben uns weiter weg von den Abstiegsrängen bewegt.»

Das stimmt sogar: Trotz zweier vergebener Punkte rückten die Hauptstädter in der Tabelle auf Rang sieben vor. Das Polster auf den Relegations-Platz beträgt satte acht Zähler. Dennoch war bei den Spielern im Gegensatz zum Trainer nach dem dritten sieglosen und torlosen Heimspiel Enttäuschung auszumachen. «Dass wir mit dem Remis nicht zufrieden sind, ist ein Verdienst unserer bisherigen Leistungen», sagte Ex-Kapitän Peter Niemeyer . In der vergangenen Spielzeit habe sein Team häufiger solche Spiele gegen extrem defensiv eingestellte Gegner abgeliefert. «Da ist uns das erlösende Tor gelungen, heute leider nicht», ärgerte sich der defensive Mittelfeldspieler.

Mit dem Toreschießen hapert es derzeit, der Trend geht klar nach unten: In den ersten sieben Partien erzielte Hertha 13, in den darauffolgenden sieben Spielen nur noch sieben Treffer. «Wir sind in der Defensive sehr stabil, doch in der Offensive fehlt uns die letzte Durchschlagskraft», befand Kapitän Fabian Lustenberger. Auch gegen die in der Offensive sehr zurückhaltenden Augsburger ließen die Berliner keine einzige echte Torchance zu. Die drei guten Möglichkeiten durch den diesmal nicht überzeugenden Änis Ben-Hatira (18.), den Ex-Augsburger Marcel Ndjeng (37.) und Angreifer Adrian Ramos (55.) vergaben die Hausherren allerdings leichtfertig.

«Wir haben zwei hundertprozentige Torchancen, da müssen wir ein Tor erzielen», kritisierte Coach Luhukay, der bereits nach der 0:1-Heimniederlage gegen Leverkusen die mangelnde Effizienz seiner Spieler bemängelt hatte. Der Defensive bescheinigte der Niederländer eine «tadellose» Leistung. Auch nach dem Ausfall von Innenverteidiger Sebastian Langkamp nach 20 Minuten. Der frühere Augsburger musste mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel vom Platz. Für ihn kam Niemeyer ins Spiel, und der Japaner Hajime Hosogai rückte erstmals vom defensiven Mittelfeld ins Abwehrzentrum. «Hosogai war heute der überragende Mann», lobte ihn sein Trainer.

Die Augsburger freuten sich trotz bescheidener Angriffsbemühungen über einen Punkt, «mit dem wir leben können», wie es FCA-Trainer Markus Weinzierl ausdrückte. Halil Altintop, der nach seinem 250. Spiel alleiniger Rekordhalter mit türkischem Pass in der Bundesliga ist, erkannte: «Wir haben ausnahmsweise kein gutes Auswärtsspiel gemacht, dafür haben wir aber was mitgenommen.» In den vier vorangegangenen Partien waren die Schwaben in der Fremde immer leer ausgegangen.

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