Ausschreitungen
Fan-Krawalle in Duisburg - Revier-Derby relativ friedlich

Beim Spiel der Fußball-Drittligisten Uerdingen und Rostock gehen die Fans in Duisburg aufeinander los. Nach dem Spiel gibt es einen Schwerverletzten am Hauptbahnhof, der Bahnverkehr wird eingestellt. Dagegen bleibt das Revier-Derby auf Schalke relativ friedlich.

Sonntag, 09.12.2018, 10:56 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 10:58 Uhr
Polizisten versuchen den Duisburger Hauptbahnhof zu sichern.
Polizisten versuchen den Duisburger Hauptbahnhof zu sichern. Foto: Marius Becker

Duisburg/Gelsenkirchen (dpa) - Schwere Ausschreitungen haben am Samstag das Fußball-Drittligaspiel des KFC Uerdingen gegen den FC Hansa Rostock (2:1) überschattet.

Schon vor dem Anpfiff kam es zu einer Schlägerei vor dem Stadion, an der etwa 160 Fans beider Mannschaften beteiligt waren. Nach dem Spiel gerieten die beiden Fanlager am Hauptbahnhof erneut aneinander. Ein 30 Jahre alter Mann stürzte vom Bahnsteig ins Gleisbett und wurde schwer verletzt. Er musste notärztlich behandelt und ins Krankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben nicht.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft hat die Polizei eine Ermittlungskommission eingesetzt. Sie soll prüfen, ob der Mann gestürzt ist oder gestoßen wurde und inwieweit der Vorfall in Zusammenhang mit den Fan-Ausschreitungen steht. Die Personalien aller auf dem Bahnsteig anwesenden Personen seien festgestellt und Zeugen befragt worden, teilte die Polizei mit. Ein Sprecher bestätigte am Sonntag, dass sich der Unfall auf dem Bahnsteig ereignete, auf dem sich auch die Fußball-Anhänger befanden.

Der Duisburger Hauptbahnhof wurde am Samstagnachmittag komplett abgeriegelt und der Bahnverkehr für rund zwei Stunden eingestellt. Die Gleise elf und zwölf blieben für die Befragung der Zeugen noch bis 20 Uhr gesperrt. Die Bundespolizei forderte zur Unterstützung eine Hundertschaft der Duisburger Polizei an.

Bereits vor dem Spiel war ein Bus mit 80 Rostock-Fans falsch abgebogen und stand zufällig am Eingang für die Krefelder Zuschauer, sagte ein Sprecher der Polizei Duisburg. Die beiden Fan-Gruppen gingen direkt aufeinander los und konnten von der Polizei nur mit dem Einsatz von Reizgas getrennt werden. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt, teilte die Polizei mit.

Die Beamten leiteten nach den Vorfällen vor dem Spiel Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs gegen alle Beteiligten ein. Da sich 60 Rostock-Fans weigerten, ihre Personalien anzugeben, wurden sie zum Polizeipräsidium gebracht. Rund 300 Rostocker hätten daraufhin aus Solidarität zu den Fans die Schauinsland-Reisen-Arena verlassen. Der KFC Uerdingen trägt in der Saison 2018/19 seine Heimspiele wegen Umbaus des eigenen Stadions in Duisburg aus.

Im Vergleich dazu verlief das Revier-Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (1:2) weitgehend friedlich. Unter Vorbehalt sei es «mit einigen Ecken und Kanten ein ruhiges Derby geblieben», sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstagabend.

Kleinere Zwischenfälle meldete die Bundespolizei dennoch. Nach dem Spiel sei es zu Provokationen zwischen den Anhängern gekommen. Bei einem Entlastungszug war die Notbremse gezogen worden, was für Verzögerungen sorgte. Wie die Bundespolizei weiter mitteilte, seien drei «Problemfans» festgenommen worden. Mehr als 60 000 Fans sahen das 93. Revierderby in der Fußball-Bundesliga live im Stadion.

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