Fußball: Champions League
Borussia Dortmund zeigt alles – außer Tore

Dortmund -

„Nullnummer“, das klingt trostlos – aber manchmal trügt der Ton. Die Nullnummer, die Borussia Dortmund gegen den FC Barcelona auf den Rasen zauberte, war alles andere als trostlos. Trost brauchte der BVB hinterher trotzdem, weil am Ende dann doch die „Null“ die Freude trübte.

Mittwoch, 18.09.2019, 09:22 Uhr
Es hätte der Abend des Marco Reus werden können – vielleicht sogar müssen. Doch was immer der Dortmunder Kapitän auch versuchte, Marc-André ter Stegen (l.) stand ihm im Weg. Sogar in dieser Szene nach dem gehaltenen Strafstoß.
Es hätte der Abend des Marco Reus werden können – vielleicht sogar müssen. Doch was immer der Dortmunder Kapitän auch versuchte, Marc-André ter Stegen (l.) stand ihm im Weg. Sogar in dieser Szene nach dem gehaltenen Strafstoß. Foto: dpa

Großes Kino und Drama zugleich: Im Champions-League-Duell trennten sich Borussia Dortmund und der FC Barcelona am Dienstagabend 0:0. Der BVB spielte eine famose Partie und präsentierte sich insbesondere im zweiten Abschnitt wie entfesselt. Bei erstklassigen Chancen waren die Hausherren mehrfach nahe am Siegtreffer. Am Ende konnte sich Barca bei Keeper Marce-Andre ter Stegen bedanken, er allein rettete den Gästen das sehr, sehr schmeichelhafte Remis.

Drei Tage nach dem überzeugenden 4:0-Ligaerfolg über Leverkusen sah Borussen-Trainer Lucien Favre keinen Anlass zu gravierenden Änderungen seines Personals. Lediglich in der Offensive nahm der Schweizer einen Wechsel vor: Für den gegen Bayer blassen Julian Brandt schickte er den robusten Belgier Thorgan Hazard auf die Bühne. Bei den Katalanen stand Lionel Messi nach auskurierter Muskelverletzung zwar nicht in der Startformation, aber immerhin im Kader. In vorderster Reihe vertraute Trainer Ernesto Valverde auf einen talentierten Frühreifen: Ansu Fati war bei seinem Debüt in der europäischen Königsklasse genau 16 Jahre, zehn Monate und 16 Tage alt. Der Teenager aus Guinea-Bissau lässt in Spanien gerade alle Rekorde purzeln und wird von den bunten Blättern mit Superlativen überschüttet.

Reus gegen ter Stegen

Fahnen raus, Schals hoch und dann „You`ll never walk alone“ – Dortmunds Fans sind glücklich, dass endlich wieder werktags das Licht im Fußball-Park angeknipst wird. Und die Mannschaft gab ihnen Überzeugung, länger als Weihnachten mitspielen zu können. Wie erwartet hatte Barcelona in Halbzeit eins zwar mehr Ballbesitz, doch die beste Chance bot sich Marco Reus. Wunderbar freigespielt hatte der Kapitän nach 25 Minuten nur noch ter Stegen vor sich, doch der deutsche Keeper der Spanier bestand die Prüfung als letzte Instanz.

Mats Hummels überragend

Selbstredend hatten auch die Gäste gute Szenen. In der Regel gelang es dem BVB jedoch, den Gegner vor dem Torabschluss zu stellen. Eine überragende Partie spielte Mats Hummels. Dortmunds Abwehrchef verlor keinen Zweikampf, löschte jedes Feuer rechtzeitig und setzte sogar noch Impulse nach vorn. Note eins.

Torlos zur Halbzeit, Barcelona weiter ohne Messi und der BVB weiter mit viel Courage. Aber ohne das Glück, dass es in solchen engen Spielen mitunter braucht. Hummels hätte es so gern genommen bei seinem Kopfball (54.) nach einer Ecke. Längst kochte das Stadion und es wurde ohrenbetäubend laut, als Nelson Semedo den flinken Jadon Sancho von den Beinen holte: Elfmeter für die Borussia. Paco Alcacer schnappte sich den Ball, doch Reus entschied, dass dieser ruhende Ball Chefsache sei. Ein verhängnisvoller Irrtum. Reus scheiterte an ter Stegen, die große Möglichkeit, Barcelona anzuzählen – vertan.

Wunderwaffe Messi

Kurz darauf befand Barca-Coach Valverde, dass es nun Zeit für Messi sei. Zogen die Gäste da ihren Joker aus dem Ärmel? Nein, Dortmund blieb unbeeindruckt und unermüdlich im Vorwärtsgang. Die Spanier schwammen, eigentlich war die Führung der feurigen Hausherren nur eine Frage der Zeit. Zweimal Reus, Alcacer und dann wieder Reus hatten vorzügliche Chancen im Minuten-Takt. Barcelona stand mit dem Rücken zur Wand und schaute entgeistert zu, als der Hammer des eingewechselten Julian Brandt an den Querbalken klatschte. Und als Reus die nächste Topgelegenheit verpasste. Wirklich unfassbar, dass es dem BVB nicht gelang, sich für einen grandiosen Champions-League-Abend zu belohnen.

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