Am Tag nach dem Anschlag auf Borussia Dortmund
Bartra: „Es geht mir besser“

Erfreuliche Nachrichten von Dortmunds Verteidiger Marc Bartra, der bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus verletzt wurde. Die Operation am verletzten Arm ist gut verlaufen. In den sozialen Netzwerken wandte sich der 26-Jährige am Mittwochnachmittag an die Fans.

Mittwoch, 12.04.2017, 18:04 Uhr

Dortmunds Verteidiger Marc Bartra
Bartra ist bei den Explosionen in der Nähe des Mannschaftsbusses verletzt worden. Foto: Ina Fassbender/dpa

„Wie man sehen kann, geht es mir besser“ schrieb er unter ein Bild, das ihn mit erhobenem Daumen aber dick bandagiertem linken Arm zeigte.
Bartra hatte sich bei dem Anschlag einen Bruch der Speiche sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk zugezogen. Das Spiel seiner Kollegen gegen Monaco verfolgte er nach Angaben von BVB-Mediendirektor Sascha Fligge im Fernsehen.

Fligge hatte den Spanier zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc im Krankenhaus besucht. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat sich sehr gefreut und war sichtlich gerührt, dass ihn so viele Teamkollegen und Verantwortliche besucht haben“, sagte Fligge. Bartra selbst schrieb: „Ich danke allen für die Unterstützung und Nachrichten.“

Im spanischen Fernsehen hatte Bartras Vater José zuvor schon gesagt, dass es seinem Sohn gut gehe. „Ihm brummt nur der Schädel. Das erste, was er hörte, war ein lauter Knall. Erst tat ihm der Kopf weh, dann der Arm. Er wusste nicht, was los ist“, schilderte der Vater des Profis die Ereignisse.

Bartra war vor der Saison als Nachfolger des zu Bayern München gewechselten Mats Hummels nach Dortmund gekommen. Der BVB zahlte acht Millionen Euro Ablöse an den FC Barcelona. Der Vertrag des Spaniers in Dortmund läuft noch bis 2020. Ob der Innenverteidiger in dieser Saison noch einmal zum Einsatz kommen kann, ist offen. Weil die Operation gut verlaufen ist, stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Zwischen Entsetzen und „Jetzt erst recht“

Dortmund unter Schock. Am Tag danach schwappte die Stimmung in der Fußballstadt hin und her zwischen lähmendem Entsetzen und „Jetzt erst recht“. „Keine Bombe kriegt uns klein, der BVB wird ewig sein“, hatte irgendjemand auf eine Lärmschutzwand an der B1 gesprüht. In Stadionnähe zeigte die Polizei Präsenz mit einem Großaufgebot. In der Arena selbst wurden Bombenspürhunde eingesetzt.

Die Neuansetzung mit nur 22 Stunden Vorlaufzeit stellte den BVB vor eine logistische Herkulesaufgabe. Angesichts der Gefahren­lage wurde das Sicherheitspersonal aufgestockt.

Dass erfahrene Kräfte am neuen Termin beruflich unabkömmlich waren  und durch eilig geschulte ­„Neulinge“ ersetzt werden mussten, erschwerte die Situation zusätzlich.

„Ich habe Urlaub, ansonsten wäre ich nicht hier“, sagte ein Ordner am Eingang zur Südtribüne. Eine Kollegin hatte ihren Ar­beitsplatz zwei Stunden früher als gewöhnlich ­verlassen: „Gott sei Dank bin ich da flexibel.“ Schon drei Stunden vor dem Anpfiff waren die Verkaufsstände im Stadion wieder besetzt.

In den VIP-Bereichen bot der Club den gewohnten Standard an. „Alles wie immer“, sagte eine Service-Kraft auf Anfrage. Nur die Gäste kamen an diesem Mittwoch erst ungewöhnlich spät ins Stadion. Niemand war eben auf den feigen Anschlag und dessen Folgen vor­bereitet.//Wilfried Sprenger

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Explosion in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses

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  • Trotzreaktion: Eine Besucherin am Dienstagabend im leeren Stadion.

    Foto: dpa
  • Der Mannschaftsbus des BVB wurde bei der Fahrt zum Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco mit drei Sprengsätzen attackiert.

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  • Sven Bender und Nuri Sahin (v.l.) verfolgen mit ernster Miene den Polizeieinsatz.

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  • Wie geht es weiter? Der Trainer von Borussia Dortmund, Thomas Tuchel (2.v.r.), blickt auf sein Smartphone.

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  • Da war noch alles in Ordnung: Mitglieder der Fußball-Mannschaft von Borussia Dortmund und des Betreuerstabes stehen in der Nähe des Teamhotels „L‘Arivee“ um Trainer Thomas Tuchel herum.

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  • Kurz vor der Abfahrt zum Stadion: Spieler von Borussia Dortmund, darunter Pierre-Emerick Aubameyang (l) vor dem Mannschaftshotel.

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  • Der Bus von Borussia Dortmund steht mit einer beschädigten Scheibe an einer Straße in unmittelbarer Nähe des Mannschaftshotels.

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  • BVB-Verteidiger Marc Bartra, der hinten im Bus saß, und ein Polizist, der die Mannschaft auf einem Motorrad begleitete, wurden verletzt.

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  • Der Tatort wurde am Abend abgeriegelt.

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  • Eine Anzeigetafel im Stadion informiert über einen Vorfall mit dem Mannschaftsbus des BVB. 

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  • Die Fans versuchen über ihre Smartphones an mehr Informationen zu kommen oder Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen.

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  • BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Sorge anzusehen: 15 Minuten vor dem geplanten Spielbeginn wird die Partie abgesagt.

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  • Im Stadion wird die Entscheidung verkündet: Das Spiel wird am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt.

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  • Schwere Stunden für den BVB: Stadionsprecher Norbert Dickel (l.) Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r.) im Stadion.

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  • Gespenstische Szene: Im nahezu leeren Stadion legt die Mannschaft des AS Monaco gegen 21.30 Uhr noch eine Trainingseinheit ein.

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  • Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange bei einer Pressekonferenz am späten Abend: Wir gehen von einem gezielten Angriff auf den Bus der Dortmunder aus.

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  • Staatsanwältin Sandra Lücke erklärt, dass in der Nähe des Busses ein mögliches Bekennerschreiben gefunden wurde. „In dem Schreiben wird Verantwortung für Tat übernommen.“

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  • Die ganze Nacht hindurch wurde am Tatort nach Spuren gesucht.

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  • Die Sprengsätze waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei in einer Hecke versteckt.

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  • Dortmund-Fans boten unter dem Hashtag #bedforawayfans Schlafplätze an. So auch BVB-Fan Stefan Kilmer (M.), der dieses Selfie mit Anhängern des AS Monaco bei Twitter postete.

    Foto: Stefan Kilmer/dpa
  • Am Mittwochmorgen wird das Mannschaftshotel des BVB von einem großen Polizeiaufgebot gesichert.

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  • Mit Maschinenpistolen bewachen Polizisten den Tatort.

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  • Das Nachholspiel am Mittwochabend wird unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. So dürfen keine Rucksäcke mit in den Signal-Iduna-Park genommen werden.

    Foto: dpa
  • Auch das Trainingsgelände des BVB steht am Mittwoch unter besonderer Bewachung.

    Foto: dpa
  • Ein ursprünglich für Mittwoch angesetztes öffentliches Training fällt aus.

    Foto: dpa

 

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