Champions League: Kommentar
Skandalöse Entscheidung

Die Entscheidung der Uefa, das Spiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco lediglich um einen Tag zu verlegen, ist ein Skandal. Nicht nur wegen der kurzen Zeitspanne zwischen einem Anschlag auf das Leben der Spieler und dem Anpfiff. Besonders bedenklich ist, dass offenbar keiner der direkt Betroffenen vor der Entscheidung für den Nachholtermin kontaktiert wurde.

Donnerstag, 13.04.2017, 15:04 Uhr

Champions League: Kommentar : Skandalöse Entscheidung
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erntet viel Kritik für die Unterstützung der Uefa-Entscheidung. Foto: dpa

Wer nach dem Abpfiff der Partie den beinharten griechischen Verteidiger Sokratis mit Tränen in den Augen gesehen und Nuri Sahins Plädoyer für den Menschen im Fußballer gehört hat, bekommt einen Eindruck von der völlig verstörten Gemütslage einiger Spieler. Sie waren offensichtlich mental angeschlagen und hätten mindestens eine Auszeit bis zum ­Wochenende benötigt.

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Dortmund gegen Monaco

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  • Nicht einmal 24 Stunden nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus tritt Borussia Dortmund im Nachholspiel gegen AS Monaco an. Es wird ein emotionales Spiel.

    Foto: Bernd Thissen
  • Die Fans hüllen die Südtribüne vor dem Spiel unter lange Stoffbahnen,...

    Foto: Federico Gambarini
  • ... um in einer großen Choreographie den BVB-Schriftzug auf gelbem Grund zu zeigen.

    Foto: Bernd Thissen
  • Dazu haben sich die Fans je nach Sitzplatz gelbe oder schwarze Capes übergezogen.

    Foto: Bernd Thissen
  • Die Spieler schicken ihrem verletzten Kollegen Marc Bartra „mucha fuerza“ („Viel Kraft“) ins Krankenhaus.

    Foto: Bernd Thissen
  • Torwart Roman Bürki saß im Bus neben Bartra. Er habe in der Nacht nicht eine Stunde geschlafen, sagt er nach dem Spiel.

    Foto: Bernd Thissen
  • Viele Fans schicken Bartra mit Plakaten Genesungswünsche.

    Foto: Bernd Thissen
  • Im Spiel läuft Vieles gegen die Dortmunder. In der 16. Minute gibt es nach einem Foul von Sokratis Elfmeter für die Monegassen.

    Foto: Bernd Thissen
  • Doch Fabinho zielt neben das Tor.

    Foto: Federico Gambarini
  • Kurz darauf jubeln die Gäste dann doch. Der erst 18 Jahre alte Torjäger Kylian Mbappe (l.) hat zugeschlagen (19. Minute), allerdings aus Abseits-Position.

    Foto: Federico Gambarini
  • In der 35. Minute ein weiterer Rückschlag: Nach einer scharfen Flanke köpft Sven Bender den Ball ins eigene Tor.

    Foto: Bernd Thissen
  • Der Dortmunder Verteidiger beschwert sich, weil er zuvor leicht am Fuß berührt worden ist.

    Foto: Bernd Thissen
  • In der zweiten Halbzeit spielt Dortmund furios auf. Nach einem Hackentrick von Aubameyang steht Shinji Kagawa (vorne) frei vor dem Torwart. Er legt ab zu Ousmane Dembelé, der ins leere Tor einschiebt (57. Minute).

    Foto: Federico Gambarini
  • Doch nur zwölf Minuten später schlägt Monaco zurück. Nach einem Fehlpass von Piszczek, ist Mbappé frei vor Bürki und netzt ein (79.).

    Foto: Bernd Thissen
  • Kurz vor Schluss (84.) lässt Shinji Kagawa drei Gegenspieler im Strafraum stehen,...

    Foto: Federico Gambarini
  • ...und netzt sehenswert zum 2:3 ein.

    Foto: Federico Gambarini
  • Nach dem Abpfiff lassen die BVB-Spieler ihren Emotionen freien Lauf.

    Foto: Bernd Thissen
  • Innenverteidiger Sokratis kommen die Tränen.

    Foto: Bernd Thissen

 

Ein knallhartes Geschäft

Für die Verantwort­lichen der Uefa war hingegen schnell klar: Die Show muss weitergehen, die Gelddruck-Maschinerie am Laufen gehalten werden. Profifußballer sind für sie zu gut bezahlten Zahnrädern verkommen, die auf dem Platz zu funktionieren haben. Die Fußballromantik vergangener Tage ist längst einem knallharten Geschäft gewichen.

BVB-Clubspitze rücksichtslos

Doch auch die BVB-Clubspitze um Hans-Joachim Watzke hat in dieser Situation keine gute Figur gemacht. Sie hat die Entscheidung der Uefa ohne Rücksicht auf ihre Angestellten mitgetragen und sogar öffentlich verteidigt.

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