Fußball: Kommentar
BVB in Nikosia – einfach blutleer

Nur 1:1 bei Apoel Nikosia, Torwart Roman Bürki patzte – es war ein gebrauchter Abend in der Königsklasse für Borussia Dortmund. Doch wer dem Keeper nun die Schuld in die Schuhe schiebt, verkennt die Wahrheit, schreibt unser Redaktionsmitglied Wilfried Sprenger in seinem Kommentar.

Mittwoch, 18.10.2017, 14:10 Uhr

Roman Bürki (l.) lässt sich von Nuri Sahin trösten. 
Roman Bürki (l.) lässt sich von Nuri Sahin trösten.  Foto: dpa

Wer jetzt die Schuld beim Torhüter sucht, verschließt die Augen vor der wirklichen Wahrheit. Am treffendsten lässt sich Dortmunds Präsentation in Nikosia wohl im Ductus von Ex-Trainer Thomas Tuchel beschreiben: Sie war ein einziges Defizit.

Kann passieren, selbst ganz große Mannschaften fliegen nicht immer wie im Rausch über die Fußball-Wiese. Doch in der Regel genügen sie Mindestansprüchen, das tat der BVB am Dienstag nicht. Die Vorstellung im Fußball-Niemandsland der Champions League war über sehr große Strecken blutleer, das ist weitaus schlimmer und weniger erklärbar als ein Patzer des Torwarts. Womöglich hatten sich einige Spieler bereits nach den Niederlagen gegen Tottenham und Madrid gedanklich aus der europäischen Königsklasse verabschiedet. Leidenschaftlicher Kampf hat jedenfalls ein anderes Gesicht.

Borussia Dortmund hat in Nikosia nicht gebrannt, sondern sich in ein Schicksal gefügt, das noch nicht bestimmt war. Bedenklich.

  Wilfried Sprenger

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