Champions League
BVB will mit B-Elf ins Gruppenfinale

Der Einzug ins Achtelfinale der Champions League ist bereits sicher, der Gruppensieg noch möglich. Allerdings muss der BVB vor dem Showdown der Vorrunde auf Schützenhilfe hoffen. Für den eigenen Erfolg bei AS Monaco soll die zweite Garde sorgen.

Montag, 10.12.2018, 18:28 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 18:32 Uhr
BVB-Trainer Lucien Favre verzichtet in Monaco auf viele Stars.
BVB-Trainer Lucien Favre verzichtet in Monaco auf viele Stars. Foto: Bernd Thissen

Monaco (dpa) - Lucien Favre wirkte gewohnt gelassen. Obwohl sein Team ohne diverse Stars in das Gruppenfinale der Champions League am Dienstag bei AS Monaco geht, strahlte der Dortmunder Trainer am Abend vor der Partie Zuversicht aus.

Auch ohne Erfolgsgaranten wie Marco Reus, Axel Witsel und Jadon Sancho hält er sein Team für stark genug, die Minimalchance auf den Gruppensieg zu wahren: «Ich mache mir absolut keine Sorgen. Auch wenn ein paar Spieler fehlen, werden wir eine sehr, sehr gute Mannschaft haben», sagte der Fußball-Lehrer am Montagabend vor dem Abschlusstraining im Stadion Louis II.

Beim Abflug des Teams am Montagvormittag von Dortmund an die sonnige Côte d’Azur gab es bei manchen Autogrammjägern lange Gesichter. Reus (Oberschenkel), Thomas Delaney (Wade), Jacob Bruun Larsen und Lukasz Piszczek (beide Knieprobleme) sowie Dan-Axel Zagadou (Fußstauchung) fehlten verletzt. Zudem verzichtete Trainer Lucien Favre auf Sancho, der wegen des Todes seiner Großmutter nach England flog, und auf Witsel, der geschont werden soll. «So umfangreich ist die Rotation in dieser Saison noch nicht ausgefallen. Aber einige Spieler mussten sich schon in den letzten Wochen durchschleppen», kommentierte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, den Umbau.

Ungeachtet der großen Veränderungen im Kader nahm Vereinschef Hans-Joachim Watzke die Mannschaft in die Pflicht. Bei aller Freude über den vielumjubelten Derbysieg am Samstag beim FC Schalke 04 und den anhaltenden Höhenflug forderte der BVB-Geschäftsführer einen weiteren Kraftakt. «Die Fans dürfen gerne feiern. Aber wir sollten nicht in Triumphgeheul ausbrechen, sondern uns auf Monaco und die weiteren Spiele konzentrieren.»

Die kurze Verschnaufpause für die Leistungsträger macht durchaus Sinn. Reus verspürte schon am Samstag nach dem Derbysieg Müdigkeit: «Man merkt so langsam, dass die Kraft nicht mehr so ist wie am Anfang der Saison.» Zudem stehen in der kurzen Zeit bis Weihnachten noch drei Liga-Spiele gegen Bremen, Düsseldorf und Mönchengladbach an. Doch nach Einschätzung des ehemaligen Dortmunder Profis Kehl sollte auch die B-Elf konkurrenzfähig sein. Er setzt auf den Ehrgeiz der Reservisten: «Wir gehen trotzdem mit einer sehr tatkräftigen Mannschaft in die Partie. Einige haben eine riesige Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen.»

Für die bereits für das Achtelfinale qualifizierte Borussia ist allerdings Schützenhilfe nötig. Gelingt dem momentanen Gruppenersten Atlético Madrid (12 Punkte) beim Dritten FC Brügge (5) kein Sieg, würde der BVB (10) mit einem Erfolg über das bisher noch sieglose Schlusslicht AS Monaco (1) an den Spaniern vorbeiziehen. In diesem Fall blieben dem Revierclub bei der Auslosung des Achtelfinales am 17. Dezember Hochkaräter wie der FC Barcelona und Real Madrid erspart, die bereits als Gruppensieger feststehen.

Vom Niveau vergangener Tage ist bei AS Monaco wenig geblieben. Das Team des neuen AS-Trainers Thierry Henry wartet seit 13 Europapokalspielen auf einen Sieg und ist derzeit Tabellenvorletzter der französischen Ligue 1. «Wir haben Selbstvertrauen und die nicht. Das sollten wir nutzen», sagte Torhüter Roman Bürki. Zudem könnte der BVB laut Kehl noch von der Euphorie aus dem Revierderby zehren. «Ich hoffe, das wird man gegen Monaco spüren.»

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