Fußball: Champions League
Schalke bietet City die Stirn, doch am Ende fehlen Kleinigkeiten

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 war nah dran, dem großen Favoriten Manchester City ein Bein zu stellen. Erst zwei Unachtsamkeiten sowie die große individuelle Klasse der Engländer besiegelten die 2:3-Niederlage, die allerdings in Überzahl zustande kam.

Donnerstag, 21.02.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 14:22 Uhr
Sie haben gekämpft und haben getroffen, am Ende aber siegte City: Suat Serdar, Weston McKennie, Nabil Bentaleb und Daniel Caligiuri bedrängen Manchesters Raheem Sterling (Foto o.l.), Nabil Bentaleb verwandelte gegen Ederson zwei Strafstöße (Foto o.r.), ehe der bei den weiblichen Fans stets beliebte Leroy Sané sein 2:2 respektvoll bejubelte (Foto u.M.) und Sterling trotz des Einsatzes von Bastian Oczipka (Foto u.r.) Schalkes K.o. besiegelte.
Sie haben gekämpft und haben getroffen, am Ende aber siegte City: Suat Serdar, Weston McKennie, Nabil Bentaleb und Daniel Caligiuri bedrängen Manchesters Raheem Sterling (Foto o.l.), Nabil Bentaleb verwandelte gegen Ederson zwei Strafstöße (Foto o.r.), ehe der bei den weiblichen Fans stets beliebte Leroy Sané sein 2:2 respektvoll bejubelte (Foto u.M.) und Sterling trotz des Einsatzes von Bastian Oczipka (Foto u.r.) Schalkes K.o. besiegelte. Foto: dpa, Witters

„Schade“ war die am häufigsten gehörte Vokabel nach dem bitteren 2:3 (2:1) des FC Schalke 04 gegen das Milliarden-Euro-Ensemble von Manchester City . Oder „incredible“ auf der anderen Seite. Eben „unglaublich“ fand dessen Trainer Pep Guardiola jedenfalls das Spiel, oder besser: das Ergebnis. Schalke hatte den Tabellenzweiten der Premier League am Rande einer Niederlage und strafte mit dem ebenso beherzten wie mutigen Auftritt alle Skeptiker Lügen, die zuvor einen ebenso hohen Sieg für die Engländer prophezeit hatten, wie deren Favoritenposition schien: haushoch.

Ausgerechnet ein ehemaliger Schalker, einer dessen Herzblut immer noch am Gelsenkirchener Fußballclub hängt und der vor zwei Jahren für 50 Millionen Euro Ablöse die Seiten gewechselt hatte, ebnete der Niederlage der Gastegber den Weg: Leroy Sané .

Tägliches Freistoß-Training

Der 23-Jährige hämmerte einen Freistoß direkt in den Winkel des Schalker Tores zum 2:2 (85.). Keeper Ralf Fährmann war macht-, die Abwehrmauer chancenlos. Der Standard-Klopper war unhaltbar. „Ich trainiere Freistöße, seitdem ich bei Manchester spiele, täglich“, sagte Sané nach seinem ebenso gewaltigen wie exakt ausgeführten Hammer: sieben Schritte rückwärts, Anlauf, Tor.

Schalke 04 verliert gegen Manchester City

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  • Die Schalker haben im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League einen großen Kampf geliefert – und am Ende dennoch verloren.

    Foto: Ina Fassbender
  • Schalkes zweifacher Torschütze Nabil Bentaleb war nach Abpfiff sichtlich enttäuscht.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Große Enttäuschung auch beim Schalker Torhüter Ralf Fährmann

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Da ist es passiert: Manchesters Raheem Sterling jubelt über sein spätes Tor zum 3:2.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Zuvor hatte Manchesters Leroy Sane per Freistoß zum 2:2 getroffen.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Manchesters Leroy Sane (l.) erzielt per Strafstoß das Tor zum 2:2 Ausgleich.

    Foto: Ina Fassbender
  • Schalkes Suat Serdar (v.l.), Weston McKennie, Nabil Bentaleb und Daniel Caligiuri bedrängen Manchesters Raheem Sterling.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Schalkes Mark Uth (vorn) und Manchesters Fernandinho kämpfen um den Ball.

    Foto: Ina Fassbender
  • Kopfballduell zwischen Schalkes Daniel Caligiuri (r.) und Manchesters Raheem Sterling

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Schalkes Nabil Bentaleb (r.) erzielt per Elfmeter das Tor zum 2:1 und lässt Manchesters Torwart Ederson (hinten) erneut keine Chance.

    Foto: Ina Fassbender
  • Zwischenzeitlicher Jubel in Königsblau: Schalkes zweifacher Torschütze Nabil Bentaleb (r.) jubelt mit Weston McKennie nach dem Elfmeter zum 2:1.

    Foto: Ina Fassbender
  • Die Schalker lieferten einen großen Kampf gegen das Team von Pep Guardiola.

    Foto: Ina Fassbender
  • Schalkes Salif Sane (oben) und Manchesters Aymeric Laporte versuchen an den Ball zu kommen.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Die Spieler von Manchester jubeln nach dem Tor zum 1:0 mit dem Torschützen Kun Aguero (Rückennummer 10).

    Foto: Ina Fassbender

Der 23-Jährige zählte auf Schalke zu den größten Talenten aus der „Knappenschmiede“, reifte zum Nationalspieler, als Trainer-Ikone Guardiola seinen Jagdin­stinkt ganz auf den gebürtigen Essener richtete und Schalke dem Millionenangebot nicht widerstehen konnte und wollte. „Er ist ein unglaublicher Spieler – und er kann noch viel unglaublicher werden“, war Guardiola von seinem Schützling mehr als überzeugt.

Meine Rückkehr in die alte Heimat war sehr, sehr emotional. Meine Familie, meine Freunde waren im Stadion – und bei dieser klasse Atmosphäre der Fans habe ich Gänsehaut bekommen.

Leory Sané

„Meine Rückkehr in die alte Heimat war sehr, sehr emotional. Meine Familie, meine Freunde waren im Stadion – und bei dieser klasse Atmosphäre der Fans habe ich Gänsehaut bekommen“, sagte Sané. „Es war überwältigend, hierher zurückzukommen. Schalke hat das sehr gut gemacht, wir wussten, dass es schwer wird“, analysierte er das von beiden Teams sehenswert geführte Spiel.

Das verloren die Schalker, weil sie sich bei aller kämpferischer Klasse und trotz eines mutigen Stils mehr individuelle Fehler erlaubten als die Tempo-Briten. Das 0:1 besorgte Sergio Agüero (18.) nach einem Abspiel-Fauxpas von Fährmann. Vor dem Sané-Freistoß hatten die Schalker gefühlt zweieinhalb Minuten lang Ballbesitz, ehe das Leder ins Aus ging und nach dem Einwurf Manchesters Angriffsmaschine in Gang kam. Das 3:2 (90.) besorgte Raheem Sterling nach einem weiten Abschlag von Keeper Ederson.

Chor der Bedauerlichen

Dabei geriet Bastian Oczipka ins Straucheln, Sterling hatte freie Bahn. Die Schalker Führung hatte Nabil Bentaleb durch zwei verwandelte Strafstöße nach Handspiel von Nicolas Otamendi (38.) und Foul von Fernandinho an Salif Sané (44.) herausgeschossen, in der 68. Minute flog Otamendi mit Gelb-Rot vom Platz. „Die Elfmeter waren Elfmeter, und die Karte war eine Karte“, grantelte Guardiola, der während des Spiels und angesichts des Rückstands immer tiefer in seinem Sitz versank.

Doch dann wechselte er Sané für Agüero ein (78.), und das Schalker Unheil nahm seinen Lauf. „Das ist Fußball, wir haben das 2:1 aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Weston McKennie. „Dann gewinnen wir das Rückspiel eben 2:0“, meinte Verteidiger Daniel Caligiuri halb im Scherz. Tedesco sah die Gegentore wie „unforced Error“ und stimmte ein in den Chor der Bedauerlichen nach einem tollen Fußballspiel: „Schade.“

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