Champions League
Schulterschluss in schweren BVB-Zeiten - «Müssen liefern»

Aus im DFB-Pokal, Knockout in der Champions League und gleich mehrere Rückschläge in der Bundesliga - der BVB hat einen ernüchternden Monat hinter sich. Deshalb nahm Kapitän Marco Reus das schwächelnde Team für den Titel-Zweikampf mit dem FC Bayern in die Pflicht.

Mittwoch, 06.03.2019, 12:09 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 12:14 Uhr
Die BVB-Stars um Mario Götze (l) und Marco Reus bekamen trotz der Niederlage Applaus von den Fans.
Die BVB-Stars um Mario Götze (l) und Marco Reus bekamen trotz der Niederlage Applaus von den Fans. Foto: Ina Fassbender

Dortmund (dpa) - Jetzt erst recht. Kaum war das bittere Aus in der Champions League besiegelt, schworen sich die Profis von Borussia Dortmund auf den Endspurt in der Bundesliga ein.

Inspiriert durch die ungewöhnliche Reaktion der Fans, die trotz des 0:1 (0:0) gegen Tottenham Hotspur applaudierten und den Schulterschluss mit dem verunsicherten Team suchten, gab Marco Reus die Richtung vor. «In den nächsten Wochen müssen wir liefern. Und am Samstag den Turnaround schaffen», forderte der Kapitän mit Blick auf die Partie gegen Stuttgart und den sich zuspitzenden Titelkampf mit dem mittlerweile punktgleichen FC Bayern.

Für Nationalspieler Reus ist die Schmerzgrenze erreicht. Schließlich hat sich die Borussia binnen eines Monats aus dem DFB-Pokal verabschiedet, den großen Vorsprung in der Bundesliga und den Einzug ins Viertelfinale der Champions League verspielt. Dass der BVB-Anhang dennoch ermutigende Sprechchöre anstimmte («Deutscher Meister wird nur der BVB»), wertete Reus als Verpflichtung: «Was die Fans gemacht haben, war weltklasse. Wir hatten Gänsehaut.» Wohlweislich fügte er an: «Aber wir wissen, dass dieser Kredit nicht lange anhält.»

Obwohl sich der Negativtrend mit nur einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen fortsetzte, hat die Mannschaft nach Einschätzung von Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc beim vergeblichen Anrennen auf das Tor der Spurs keinen weiteren mentalen Schaden genommen. «Die Leistung in der ersten Halbzeit und der Schulterschluss mit den Fans geben uns noch mal einen Push in der Meisterschaft», versicherte Zorc. Ähnlich sah es Trainer Lucien Favre: «Ich nehme das heute sehr positiv. In der ersten Halbzeit war für mich nur eine Mannschaft auf dem Platz.»

Bis zum Pausenpfiff schien der Bundesliga-Tabellenführer nach dem 0:3 im Hinspiel einem Fußball-Wunder nahe. Doch das mitunter sehenswerte Powerplay blieb ohne Ertrag, weil selbst beste Chancen vergeben wurden und Gäste-Keeper Hugo Lloris gleich mehrfach seine Klasse unter Beweis stellte. 20:5 Torschüsse, 62 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 90 Prozent reichten am Ende nicht zum Sieg - nicht einmal zu einem Remis. Mit dem 0:1 durch den englischen Nationalstürmer Harry Kane (48.) erlosch das letzte Fünkchen Hoffnung. «Das hat uns den Stecker gezogen», bekannte Reus.

Doch anders als bei den vielen dürftigen Auftritten zuletzt auf nationaler Bühne ließ die Borussia zumindest phasenweise ihr großes Potenzial erkennen. Dazu trug auch die mutige Umstellung von Coach Favre auf ein 4-1-4-1-System bei. Nicht zuletzt deshalb standen erstmals die drei Offensivkräfte Reus, Mario Götze und Paco Alcácer gemeinsam in der Startelf. Den leidenschaftlichen und spielerisch ansehnlichen Auftritt in der 1. Halbzeit erklärte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl zum Gradmesser: «Das muss die Benchmark für die Bundesliga sein.»

Ob Favre im Saisonendspurt weiter auf eine offensivere Ausrichtung setzt, ließ er offen. Zumindest dürfte es dem Schweizer gedämmert haben, dass Mario Götze im Mittelfeld besser aufgehoben ist als in der Sturmspitze. Maximilian Philipp spielt in den Plänen des Fußball-Lehrers vorerst keine Rolle mehr. Der Angreifer muss wegen eines Außenbandteilrisses im Knie mehrere Wochen pausieren.

Wichtiger als die Taktik ist nach Einschätzung des ehemaligen BVB-Spielers Kehl ohnehin «die Einstellung». Das sollen die Gegner in den restlichen zehn Bundesliga-Spielen zu spüren bekommen. «Wir können uns jetzt voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Das kann ein Vorteil im Titelkampf sein», kommentierte Außenverteidiger Marius Wolf. Sportdirektor Michael Zorc ist guter Dinge, dass die Profis die Zeichen der Zeit erkannt haben und am Ende einer eigentlich famosen Saison nicht mit leeren Händen dastehen wollen: «Es gab nach dem 1:2 in Augsburg viel Selbstkritik. Die Mannschaft ist intakt und lebt. Das konnte man heute sehen.»

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