Fußball: Champions League
BVB nach Gala gegen Barcelona zwischen Frust und Stolz

Dortmund -

Nur ein Tor fehlte am Dienstagabend zum Glück. Borussia Dortmund spielte phasenweise den FC Barcelona an die Wand. Die große Frage lautet nun: Welche Schlüsse, welche Konsequenzen zieht der BVB aus diesem sehenswerten 0:0?

Mittwoch, 18.09.2019, 14:32 Uhr
Direkt nach dem Abpfiff überwog die Enttäuschung: besonders bei Marco Reus. Der glücklose Kapitän des BVB lässt sich von Torhüter Roman Bürki trösten.
Direkt nach dem Abpfiff überwog die Enttäuschung: besonders bei Marco Reus. Der glücklose Kapitän des BVB lässt sich von Torhüter Roman Bürki trösten. Foto: Witters

Ganz am Ende gingen dann doch einige Köpfe nach unten. Komplett ausgelaugt und bedächtigen Schrittes absolvierten die BVB-Profis die Ehrenrunde. Auf den Tribünen wurden sie gefeiert. Dies völlig zurecht. Tatsächlich hatte Dortmund den großen FC Barcelona am Dienstagabend „Blut und Wasser schwitzen lassen“, wie das spanische Blatt „As“ feststellte. Bedauerlicherweise fand sich vom mitunter grandiosen Spiel des Bundesligisten so wenig im Ergebnis wieder.

0:0, kärglich, schmucklos. Und irgendwie grotesk angesichts der Chancenschwemme. „Leider gehen wir mit dem Gefühl nach Hause, zwei Punkte verloren zu haben“, sagte der überragende Mats Hummels.

Note eins für den Abwehrchef, da war sich das „Kollegium“ einig. Aber was soll man Marco Reus ins Zeugnis schreiben? Unfassbar, wie oft sich der Kapitän in vorzügliche Abschlusspositionen brachte. Ebenso unfassbar, dass er alles verballerte, was ihm vor die so feinen Füße fiel. Selbst die Elfmeter-Chance (57.) ließ er gegen Barcas Teufelskerl Marc-André ter Stegen ungenutzt. Reus wird danach keine gute Nacht gehabt haben.

0:0. Frust? Stolz? Wohl eine Mischung daraus. Eigentlich schü ttelte es Dortmund an diesem ersten Champions-League-Abend der neuen Saison permanent durch. Es war eine irre Reise durch die Achterbahn der Gefühle. Der BVB : einerseits so erfolglos, andererseits so stark, so dominant in Halbzeit zwei – bravourös, da stand schließlich nicht Drittligist Gimnastic de Tarragona auf der anderen Seite, sondern der ruhmreiche FC Barcelona. Unermüdlich suchte der BVB Wege zum Sieg. Er stand hoch und hatte trotzdem beide Augen auf seriöses Abwehr-Handwerk. Der spanische Champion, eigentlich meisterlich in der Kontrolle über Ball und Gegner, geriet in den Schleudergang und mitunter aus der Ordnung. „Wir müssen uns bei Marc bedanken. Dortmund war sehr schnell und hat uns sehr wehgetan“, konstatierte Trainer Ernesto Valverde. Ein Ritterschlag für die Borussia kurz vor Mitternacht.

Da hatten sie beim BVB die Köpfe wieder oben. Und da war auch für Coach Lucien Favre das Glas tatsächlich einmal halbvoll. „Die zweite Halbzeit war sehr gut. Wir hatten viel Ballbesitz, viel Ruhe, haben hoch gepresst und zusammen gut verteidigt. Aus diesem Spiel können wir viel mitnehmen“, erklärte der Schweizer.

Vielleicht war dieser Dortmunder Mannschaft noch gar nicht bewusst, wie mächtig ihr Fußball sein kann, wenn alle ihren Willen komplett entfalten und ans Limit ihrer herausragenden Qualitäten kommen. Die Begegnung gegen Barcelona taugt definitiv als Zeichen nach Außen, aber noch wichtiger wird sein, was die Signale im Binnenleben auslösen. Im schlechtesten Fall Selbstzufriedenheit. Im besten großen Hunger auf wirklich alles, das jetzt kommt. Am Sonntag geht die Reise nach Frankfurt. „Wir müssen jetzt die Champions League ein bisschen vergessen“, mahnte Favre. Er ist lange genug dabei, um zu wissen, dass auch Kärrnerarbeit zum Geschäft gehört. Im letzten Auswärtsspiel bei Union Berlin war der BVB nicht bereit, sich vollends zu quälen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6939429?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70810%2F
Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Sturmwarnung für Sonntag: Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Nachrichten-Ticker