Der Mann-gegen-Mann-Vergleich
Bayern München empfängt Borussia Dortmund im Pokalhalbfinale

Das Pokalfinalhalbfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München fühlt sich an wie ein Finale. Nur dass dieses nicht in Berlin, sondern in München stattfindet. In einem Mann-gegen-Mann-Vergleich haben wir uns dem Spiel bereits angenähert.

Mittwoch, 26.04.2017, 15:04 Uhr

Der Mann-gegen-Mann-Vergleich : Bayern München empfängt Borussia Dortmund im Pokalhalbfinale
Im Bundesliga-Spiel vor zwei Wochen traf Robert Lewandowski gegen den BVB doppelt Foto: dpa

Es ist das Duell der Enttäuschten. Der FC Bayern fühlt sich von Schiedsrichter Viktor Kassai um das Weiterkommen in der Champions League gebracht. Der Ungar leistete sich in der Partie des FCB gegen Real Madrid zahlreiche Fehlentscheidungen.

Borussia Dortmund hingegen zeigte vor allem gegenüber der Uefa Unverständnis über die Spielansetzung des Viertelfinal-Hinspiels gegen die AS Monaco nur einen Tag nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus.

Nun treffen beide Mannschaften im Pokalhalbfinale aufeinander. Für die Dortmunder ist es in dieser Saison die letzte Chance auf einen Titel. Dennoch ist der Druck für die Münchener höher.

Alles andere als das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg wäre für den Verein eine Enttäuschung. Im Mann-gegen-Mann-Vegleich haben die Münchener zudem knapp die Nase vorne. Auf einigen Positionen sind jedoch die Dortmunder besser besetzt:

Bayern München – Borussia Dortmund – der Mann-gegen-Mann-Vergleich

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  • Tor: Roman Bürki hat nach einem durchwachsenen ersten Jahr bei Borussia Dortmund in dieser Saison zu mehr Konstanz gefunden. Patzer  - wie zuletzt gegen Monaco - sieht man nur noch selten bei ihm. Stattdessen hat er dem BVB schon den einen oder anderen Punkt gerettet.

    Foto: Bernd Thissen
  • Tor: Sven Ulreich hat wenig Spielpraxis, da bei den Bayern Manuel Neuer der unumstrittene Stammtorhüter ist. Zwar zeigte Ulreich als Neuer-Vertreter nach dessen Fußbruch einige starke Paraden, jedoch ebenso viele Unsicherheiten. Vorteil: Dortmund

    Foto: Tobias Hase
  • Innenverteidigung: Die Innenverteidigung der Borussen ist in dieser Saison wahrlich kein Bollwerk. 35 Gegentore in der Liga und ständig wechselnde Formationen belegen dies. Derzeit ist Marc Bartra verletzt und hinter Sokratis Papasthatopoulos (Muskelverhärtung) steht noch ein dickes Fragezeichen. Sven Bender und der zuletzt formschwache Matthias Ginter sind Kandidaten für einen Platz neben dem beziehungsweise für den Griechen.

    Foto: dpa
  • Innenverteidigung: Auch Mats Hummels und Jerome Boateng waren zuletzt angeschlagen. Dennoch hielten sie sich gegen Real Madrid lange Zeit nahezu schadlos. Die beiden Nationalverteidiger sind in Deutschland eine Klasse für sich. Vorteil: München

    Foto: Andreas Gebert
  • Außenverteidigung: Auf der rechten Abwehrseite des BVB ist Lukas Piczek kaum wegzudenken. Nach vorne ist er ebenso stark wie in der Rückwärtsbewegung. Neun Scorerpunkte in der Bundesliga sind für einen Außenverteidiger ein starker Wert. Nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus hatte der Pole allerdings zuletzt deutlich mit seinen Nerven zu kämpfen und machte ungewöhnlich viele Fehler.

    Foto: dpa
  • Außenverteidigung: Philipp Lahm ist der fleischgewordene Traum eines jeden Fußballtrainers. Der Rechtsverteidiger der Bayern ist ein Musterbeispiel für Spielintelligenz, Zweikampfstärke und perfekte Technik. Trotz seines Alters ist er auf seiner Position immer noch einer der besten der Welt. Und er will sein letztes Spiel für die Bayern am Ende der Saison unbedingt im Berliner Olympiastadion bestreiten. Vorteil: München

    Foto: Matthias Balk
  • Außenverteidiger: Erik Durm kann sowohl als Linksverteidiger als auch im rechten Mittelfeld zum Zuge kommen. Der Weltmeister von 2014 (ohne Einsatz) hat seine Stärken vor allem in der Defensivbewegung. Auch aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit bestritt er aber in den vergangenen Jahren längst nicht jedes Spiel für den BVB.

    Foto: Bernd Thissen
  • Außenverteidigung: David Alabas Einsatz im Pokal-Hit gegen Dortmund ist noch fraglich. Eine Kapselverletzung im Knie macht ihm noch zu schaffen. In Topform gehört er zu den besten Außenverteidigern der Welt, auch wenn seine Leistungen in dieser Saison schwankten. Erster Ersatzkandidat wäre Juan Bernat. Vorteil: München

    Foto: Tobias Hase
  • Mittelfeld: Und er läuft und läuft und läuft: Julian Weigl ist der Dauerbrenner in der Tuchel-Truppe. Mit seiner Passsicherheit und gutem Auge ist er im Aufbauspiel der Borussia stets die erste Anspielstation.

    Foto: Miguel A. Lopes
  • Mittelfeld: Ähnliches gilt für Xabi Alonso bei den Bayern. Der Mittelfeldstratege ist mit seinen 35 Jahren zwar nicht mehr der Schnellste, macht dies aber durch cleveres Stellungsspiel und seine Passsicherheit wieder wett. Kein Vorteil für eines der Teams

    Foto: Peter Kneffel
  • Mittelfeld: Raphaël Guerreiro wurde von Borussia Dortmund eigentlich als Linksverteidiger verpflichtet. Trainer Thomas Tuchel hat jedoch schnell gemerkt, dass der portugiesische Weltmeister im Mittelfeld wesentlich wertvoller sein kann. Guerreiro glänzt als Ideengeber und ist auch im Abschluss gefährlich.

    Foto: Federico Gambarini
  • Mittelfeld: Sein Spitzname ist „Krieger“ – und genau so tritt Arturo Vidal auf dem Platz auf. Der zweikampf- und laufstarke Mittelfeldspieler wandelt oft am Rande eines Platzverweises, ist jedoch durch besonders in Spitzenspielen stets ein wichtiger Baustein. Nach dem verschossenen Elfmeter und der Gelb-Roten Karte im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid hat er zudem etwas gut zu machen. Vorteil: Bayern

    Foto: Andreas Gebert
  • Mittelfeld: Der dribbelstarke Shinji Kagawa befindet sich aktuell in seinem dritten Frühling. Nach einer schwierigen Hinrunde, in der er meist nur auf der Bank saß, war er in den vergangenen Wochen einer der Leistungsträger beim BVB. Wählt Tuchel jedoch die defensivere Variante beginnt er mit Gonzalo Castro im zentralen Mittelfeld.

    Foto: Bernd Thissen
  • Mittelfeld: Trotz Kagawas Form ist sein Gegenüber noch einmal eine Nummer stärker einzuschätzen. Thiago Alcántara ist neben Xabi Alonso der Taktgeber im Bayernspiel, einer der stärksten Dribbler der Liga und stets torgefährlich. In 25 Bundesligaspielen traf er fünf Mal und bereitete fünf weitere Treffer vor. Vorteil: Bayern

    Foto: Sebastian Widmann
  • Mittelfeld: Sein Trainer sagt über ihn Dinge wie „Ohne Reus sind wir chancenlos“ oder „Er ist bereit für besondere Dinge“. Diese Aussagen unterstreichen den Stellenwert, den Marco Reus für Borussia Dortmund besitzt. Unterstrichen hat der Spieler dies zuletzt durch seine Leistungen: Nach der Rückkehr aus einer verletzungsbedingten Zwangspause erzielte er in drei Spielen drei Tore.

    Foto: Ina Fassbender
  • Mittelfeld: Franck Ribéry war zu seiner Glanzzeit vielleicht sogar der beste Linksaußen der Welt. Durch seine Technik gepaart mit Geschwindigkeit hat er seine Gegenspieler reihenweise schwindelig gespielt. Mit 34 Jahren befindet er sich mittlerweile im Herbst seiner Karriere. Auch wenn er bei den Münchenern immer noch Stammspieler ist, ist Marco Reus mittlerweile stärker einzuschätzen. Vorteil: Dortmund

    Foto: Andreas Gebert
  • Mittelfeld: Eigentlich sollte Ousmane Dembélé in seiner ersten Saison in der Bundesliga Schritt für Schritt an die Stammformation herangeführt werden. Eigentlich. Denn Dembélé spielt nahezu ohne Pausen fast jedes Spiel. Hauptgrund sind die starken Leistungen des jungen Franzosen. Zwölf Vorlagen und sechs Tore in der Bundesliga stehen für sich – auch wenn er sich zuletzt zu häufig verdribbelte.

    Foto: Guido Kirchner
  • Mittelfeld: Die Geschichte zwischen Arjen Robben und Borussia Dortmund ist eine besondere. Sie begann mit einem rabenschwarzen Tag im April 2012, als Bayern gegen Dortmund in der Bundesliga verlor, Robben einen Elfmeter und haufenweise weitere sehr gute Torchancen vergab. Dortmund wurde dadurch Meister und Robben ist seitdem angepikt. Nur ein Jahr später schoss er im Champions-League-Finale gegen Dortmund das Siegtor. Weitere wichtige Tore in der Bundesliga und im Pokalfinale 2014 folgten. Dortmund wurde dadurch immer mehr zum Lieblingsgegner des Niederländers. Kein Vorteil für eines der Teams

    Foto: Andreas Gebert
  • Angriff: 27 Tore in der Bundesliga und sieben Treffer in der Champions League – Pierre-Emerick Aubameyang ist die personifizierte Torgefahr. Einzig im DFB-Pokal hat der schnelle Stürmer in dieser Saison noch nicht getroffen. Das soll sich im Spiel gegen die Bayern ändern.

    Foto: Ina Fassbender
  • Angriff: Robert Lewandowski steht Pierre-Emerick Aubameyang in nichts nach: Für ihn stehen derzeit 26 Bundesligatore, acht Champions-League-Treffer und fünf Pokaltore zu Buche. Gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund traf er vor zwei Wochen in der Liga gleich doppelt. Kein Vorteil für eines der Teams

    Foto: Sven Hoppe
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