Fußball: DFB-Pokal
Schalke ist nicht erst seit dem Aus gegen Werder eine Baustelle

Gelsenkirchen -

Mit dem 0:2 gegen Werder Bremen endete auch der Traum des FC Schalke, sich über den Pokal für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Ja, der Auftritt stellte eine Verbesserung dar – und doch scheint es so, als biete der Kader der Königsblauen reichlich Optimierungsbedarf.

Donnerstag, 04.04.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 17:04 Uhr
Bedröppelt, rat- und erfolglos: Schalkes Guido Burgstaller, Suat Serdar, Matija Nastasic, Benjamin Stambouli Ahmed Kutucu und Salif Sané (v. l.) stehen nach dem 0:2 gegen Werder Bremen vor ihren Fans
Bedröppelt, rat- und erfolglos: Schalkes Guido Burgstaller, Suat Serdar, Matija Nastasic, Benjamin Stambouli Ahmed Kutucu und Salif Sané (v. l.) stehen nach dem 0:2 gegen Werder Bremen vor ihren Fans Foto: dpa

Es hätte zumindest ein versöhnlicher Abend werden können aus Sicht des Gelsenkirchener Problemclubs dieser Saison: Der FC Schalke 04 hätte mit dem Erreichen des Pokal-Halbfinales mit der Chance auf das Endspiel in Berlin zumindest in die Nähe eines Platzes im internationalen Wettbewerb rücken können. Angesichts des desolaten Saisonverlaufs inklusive und der drohenden Relegation wäre das nicht die schlechteste Perspektive gewesen, inklusive der 2,6 Millionen Euro Halbfinalprämie, für die sich stattdessen Werder Bremen nun eine ganze Reihe Hochrisikospiele leisten kann. Zu viele Konjunktive.

Am Ende stand die Null auf der falschen Seite und die Schalker Perspektive war futsch. Beim 0:2 (0:0) gegen die in diesem Jahr nach wie vor ungeschlagenen Bremer zeigten sich die 14. der Bundesliga-Tabelle zwar stark, sehr stark, verbessert. Trainer Huub Stevens fuhr nach der Partie dennoch voll aus dem (Trainings-)Anzug: „Ich weiß, woran es liegt“, hatte er kurz zuvor in der ARD gesagt, blieb im anschließenden Gespräch mit Journalisten Jürgen Bergener allerdings vage, wurde stattdessen laut: „Woran es liegt, das sage ich nicht. Ich bin doch nicht verrückt. Das bespreche ich mit den Spielern“.

Stevens, der vor drei Wochen das Traineramt von Domenico Tedesco übernommen hatte, war angefressen: Schalke war gut, eine Zeit lang sogar besser als Werder, leitete aber nach einem Katastrophen-Fehlpass von Bastian Oczipka das 0:1 durch Milot Rashica (65.) ein – und fand danach nicht mehr ins Spiel zurück.

„Schalke war kompakt und zweikampfstark. Für uns war es das erwartet schwere Spiel. Und wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn der Ball nicht an den Pfosten gegangen wäre,“ sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Den „Ball“ hatte Guido Burgstaller ans Aluminium geschossen (52.) – es war die beste Schalker Chance von einigen wenigen. So machte Davy Klaassen den Deckel drauf (72.).

So einfach, wie es die Schalker den Bremern machten, diese wunderschön anzusehenden Tore zu erzielen, so entlarvend war die Niederlage: Da war – bei allem Einsatz und Kampf – von Qualität nicht viel zu sehen im für rund 160 Millionen Euro in drei Jahren umgebauten Kader. Und so wurde Stevens knurrige Antwort zu einer rhetorischen: Der Kader ist eine Baustelle – und nach seiner Amtsübernahme ist der 65-Jährige nun der Polier. „Wenn die so viele Fehler machen, wie wir sie gemacht haben, geht das Spiel anders aus“, grantelte der Niederländer. Es ist kein Geheimnis, dass er sich als Aufsichtsratsmitglied gegen einige Spieler-Verpflichtungen der jüngsten Vergangenheit ausgesprochen hatte. Nun hat er den Salat – und die Arbeit. Am Samstag (15.30 Uhr) geht’s im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt schon wieder gegen den Abstieg. Mit einem Pokalerfolg im Rücken wäre auch diese Aufgabe wahrscheinlich leichter gefallen.

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