Fußball: DFB-Pokal
Bayern-Sieg auf Schalke ohne besondere Vorkommnisse

Gelsenkirchen -

Außer Spesen nichts gewesen – oder, um es positiv zu sagen: Nichts als Fußball. Die befürchtete Eskalation des Streits zwischen Fans und DFB fand am Dienstagabend nicht statt – stattdessen Fußball as usual. Schalke wehrte sich tapfer gegen den FC Bayern München, der nach 90 Minuten und einem 1:0-Erfolg verdient ins DFB-Pokal-Halbfinale einzog.

Mittwoch, 04.03.2020, 06:42 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 09:53 Uhr
Schalke-Keeper Markus Schubert (M.) konnte nach der Bayern-Führung nur noch tatenlos den jubelnden Leon Goretzka (l.) und Thomas Müller nachschauen.
Schalke-Keeper Markus Schubert (M.) konnte nach der Bayern-Führung nur noch tatenlos den jubelnden Leon Goretzka (l.) und Thomas Müller nachschauen. Foto: dpa

Was war los auf Schalke? Jedenfalls nichts Außergewöhnliches im Pokal-Viertelfinale. Die befürchteten Fan-Proteste im Spiel gegen den FC Bayern München blieben am Dienstagabend aus. Das war schon mal die gute Nachricht in Zeiten einer zuletzt doch arg aufgeheizten Atmosphäre und angesichts der Diskussionen um befürchtete Spielabbrüche. Die Schalker feierten sich auf den Rängen selbst und diffamierten sich ironisch selbst: „Wir sind Schalker, asoziale Schalker...“; der nach dem Bundesligaspiel in Hoffenheim gefürchtete Bayern-Block beließ es bei „Sche... 04“. Und so konnten sich die Mannschaften nebst Schiedsrichter Tobias Stieler ganz aufs Fußballspielen konzentrieren. Und auch dabei gab es kaum Außergewöhnliches: Bayern gewann mit 1:0 (1:0) und steht im Viertelfinale.

Schalke bietet Paroli

Beide Teams standen sich zum zwölften Mal gegenüber – nur Kaiserslautern gegen Werder Bremen und Schalke gegen Borussia Mönchengladbach gab´s in der Pokalhistorie ebenso oft. Und weil der Branchenprimus gegen die Knappen bislang satte neun Mal als Sieger hervorging, mochte der neuerliche Erfolg kaum jemanden überraschen. Eigentlich. Denkste: Die Schalker, nach einer bislang total verkorksten Rückserie, boten dem übergroßen Favoriten beeindruckend Paroli: Guido Burgstaller (12.) hatte früh das 1:0 auf dem Fuß und acht Minuten später auch erzielt: Abseits, entschied der Videoassistent. Das war mal ein Auftakt so ganz nach dem Geschmack der 62 271 Fans. Die Gastgeber warfen sich in alles Runde, was auf das Eckige zurollte, kämpften, rackerten und hielten die Partie bis Mitte der ersten Halbzeit offen. Respekt.

Bayern mit Geduld, Kimmich mit dem Brecheisen

Die Münchner taten, was sie immer tun in solchen Situationen, in denen sie echt gefordert sind: sie bewahrten die Geduld, erspielten sich nach und nach ein spielerisches Übergewicht, kamen aber selten hinter die auf Schalke ungewohnte Fünfer-Abwehrreihe. Leon Goretzka scheiterte mit einer prima Direktabnahme (20.), Benjamin Pavard mit einem Distanz-Knaller (26.) an Markus Schubert , der den Vorzug vor Alexander Nübel erhalten hatte. Da musste schon ein Standard her, um die Schalker Kette mit einem starken Schubert dahinter zu knacken. Joshua Kimmich packte nach einem Eckball das Brecheisen aus und wuchtete die Kugel fünf Minuten vor Ende der Halbzeit zur Führung in die Maschen.

Schalke-Bayern 0:1

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  • Tor zum 0:1: Bayerns Joshua Kimmich zieht nach einem abgewehrten Eckball von der Strafraumkante ab (40. Minute).

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  • Der Schuss ging Schalkes Weston McKennie durch die Beine und schlug im Tor ein. Es blieb der einzige Treffer der Partie.

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  • Im Fokus: die Torhüter. Bei Schalke stand Markus Schubert im Tor.

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  • Der zu Bayern wechselnde Alexander Nübel musste nach mehreren Fehlern in den letzten Partien auf der Bank Platz nehmen.

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  • Manuel Neuer wechselte 2011 von den Königsblauen zu den Münchenern und wird vom S04-Anhang deshalb immer noch mit Schmähgesängen überzogen. Hier rettet er gegen Guido Burgstaller.

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  • Der österreichische Stürmer traf in der 20. Minute für die Königsblauen. Das Tor zählte wegen einer knappen Abseitsposition aber nicht.

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  • Bayern bestimmte das Spiel, hatte 80 Prozent Ballbesitz. Hier kontrolliert Thiago die Kugel gekonnt.

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  • Die Blauen hielten vor allem kämpferisch dagegen (Schalkes Linksverteidiger Bastian Oczipka im Luftduell mit Philippe Coutinho) und setzten auf Konter.

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  • Bayern erspielte sich ein Chancenplus. Hier zielt Serge Gnabry knapp am Kasten vorbei.

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  • Hier rettet Schalkes Torwart Markus Schubert gegen den Bayern-Stürmer.

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  • Und hier muss Schubert einen Kopfball seines eigenen Mannschaftskameraden Jean-Claire Todibo (am Boden liegend) entschärfen.

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  • So blieb es am Ende beim knappen Sieg der Münchener. Der FC Bayern steht im Halbfinale des DFB-Pokals.

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Pokalkampf in der zweiten Hälfte

Schalke kompensierte das spieltechnische Ungleichgewicht durch immense Kampfkraft und kam zu einer richtig guten Chance. Nach Rabbi Matondos unaufhaltsamem Spurt vergab der eingewechselte Benito Raman, dank Manuel Neuers Aufmerksamkeit im Bayern-Tor.

Die Partie wurde ausgeglichener, umkämpfter, hektischer. Pokalkampf pur, in dem Schiedsrichter Stieler alle Aufgeregtheiten schnell glättete. Auf dem Rasen, versteht sich. Die auf den Rängen entlud sich nur in Beifall und Pfiffen – je nach Per­spektive. Auch das war ein herausragendes Fazit angesichts des prophezeiten Untergangsszenario in deutschen Fußballstadien.

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