Fußball: DFB-Pokal
Schalke stemmt die schwere Last gegen Bayern fast

Gelsenkirchen -

Ganz viel fehlte nicht, und der FC Schalke 04 hätte Bayern München im Viertelfinale des DFB-Pokals ein Beinchen gestellt. Beim 1:0-Sieg hatte der Favorit zwar viermal so viel Ballbesitz wie Königsblau, allerdings auch Glück bei einigen Chancen der Gastgeber.

Mittwoch, 04.03.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 17:39 Uhr
Ausgehebelt: Schalkes Bastian Oczipka nimmt den Münchener Coutinho auf die leichte Schulter
Ausgehebelt: Schalkes Bastian Oczipka nimmt den Münchener Coutinho auf die leichte Schulter Foto: imago-images

So weit, so richtig. Und dennoch waren das nur die „halben“ Wahrheiten. In der Anfangsphase scheiterte erst Alessandro Schöpf (5.), dann Guido Burgstaller (13.) mit einem Lattentreffer – und in der 20. Minute noch mal der Stürmer mit einem Tor aus haarscharfer Abseitsposition. Junge, Junge, da war zu Beginn mächtig Dampf auf dem Schalker Kessel.

Dass die 19-maligen Pokalsieger ab Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel kamen, routiniert und ballsicher ihren Rhythmus suchten und fanden, stand zu erwarten und wurde nach dem Spiel auch eindeutig dokumentiert: 20:9 Torschüsse, 14:1 Ecken. Was aber, wenn Benito Raman aus Kurz-Distanz seine Chance verwertet hätte (65.)?

Nach sechs Sieglos-Spielen in der Bundesliga mit lediglich einem Torerfolg (1:1 gegen SC Paderborn) hätte die Schalker Seele eine kleine Portion Balsam gut gebrauchen können. Zumal die Königsblauen taktisch überraschten. Das defensive 5--1 war eine passende Antwort Wagners auf die Bayern-Dominanz. Der junge Timo Becker gab dabei eine glänzende Figur ab. Der gebürtige Hertener, der Anfang der Saison von RW Essen verpflichtet wurde, musste erst aus der Innenverteidigung weichen, als Wagner zur Aufholjagd blasen ließ. Drei Minuten vor Spielende wich der 22-Jährige Stürmer Michael Gregoritsch. „Ein Traum“, sagte Becker, der gegen Paderborn sein Startelf-Ligadebüt gegeben hatte. Schade nur, dass seine Eltern („Schalke-Fans durch und durch, seit ich denken kann“) nicht live dabei waren und stattdessen „in einer Kneipe auf Gran Canaria“ zuschauen mussten.

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