Einzug ins Halbfinale
«Wir brennen dafür»: Leipzig hat die Triple-Chance

Der Einzug ins Pokal-Halbfinale ist für Leipzig der Auftakt zu vier harten Wochen, die im Top-Spiel gegen Bayern gipfeln werden. Die Sehnsucht nach dem ersten Titel verdrängt die Müdigkeit.

Donnerstag, 04.03.2021, 14:55 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 14:58 Uhr
Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen (l) und Stürmer Alexander Sörloth feiern gemeinsam.
Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen (l) und Stürmer Alexander Sörloth feiern gemeinsam. Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Yussuf Poulsen stand glückselig in Badeschlappen am Spielfeldrand des Leipziger Stadions und offenbarte kurz vor Mitternacht seine große Titelsehnsucht.

«Wir träumen vom ersten Tag an, dass wir den Pokal holen. Wir brennen dafür. Wir sind reifer als die Jahre zuvor», sagte der dänische Fußball-Nationalspieler von RB Leipzig . Zum zweiten Mal nach 2019 steht RB im Halbfinale, damals wurde Leipzig im Endspiel vom FC Bayern München gestoppt.

Dass 2:0 gegen den VfL Wolfsburg und der damit verbundene Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals waren dabei nur der Auftakt von vier harten Wochen, die wohl über die anderen beiden Titelchancen entscheiden werden. In der Bundesliga muss RB zum unbequemen SC Freiburg, danach sollten vor dem Oster-Gipfel gegen die aktuell nur zwei Punkte entfernten Bayern noch Frankfurt und Bielefeld besiegt werden. Und zwischendrin will Leipzig im zweiten Duell mit dem FC Liverpool in der Champions League das 0:2 noch drehen. Das Rückspiel wird wegen der Reisebeschränkungen erneut in Budapest stattfinden, wie die UEFA mitteilte.

Die zweifellos weiter steigende Müdigkeit soll in erster Linie mit Siegen bekämpft werden. Sieben Erfolge holte RB in den vergangenen acht Spielen, der eine Ausrutscher war Liverpool. «Ich hoffe, dass das für die nächsten Wochen Schwung gibt. Es ist extrem eng getaktet und Siege helfen bei der Regeneration. Da passiert extrem viel im Kopf», sagte Trainer Julian Nagelsmann .

Im Kopf ist bei den Profis zudem, dass RB tatsächlich noch die Chance auf das Triple hat. In der Liga und im Pokal hat man das Schicksal in der eigenen Hand, in der Königsklasse wird es eine Mammutaufgabe. «Wir haben klar formuliert, dass der Pokal das realistischste Ziel ist. Wir wollen ins Finale einziehen», sagte der gegen Wolfsburg einmal mehr starke Torwart Peter Gulacsi. Die Champions League sei dabei «das schwierigste Thema». Schwierig, aber eben nicht unmöglich.

Zumal die Mannschaft gefühlt einen Neuzugang begrüßen darf. Stürmer Alexander Sörloth liefert nach unbefriedigenden Monaten nun Top-Leistungen ab. Einem Tor und einem Assist gegen Gladbach folgten zwei Vorlagen gegen Wolfsburg. «Wir hoffen und vor allem er selbst hofft, dass das jetzt die Initialzündung war», erklärte Nagelsmann. 20 Millionen Euro hatte Leipzig im Sommer für den norwegischen Nationalspieler überwiesen, der in der vergangenen Saison bei Trabzonspor 24 Tore in 34 Spielen in der türkischen Süper Lig erzielt hatte. Im Leipziger Trikot sind es bisher insgesamt drei Tore.

Aktuell hat man bei Sörloth das Gefühl, dass noch viele Treffer folgen könnten. «Er hat Qualität, deswegen haben wir ihn geholt», betonte Nagelsmann. «Er ist körperlich gut, er ist schnell, er hat alle Voraussetzungen. Er weiß, dass er noch mehr Tore schießen muss.» Seit Nagelsmann den 1,94 Meter großen Angreifer vermehrt auf der Außenbahn statt im Zentrum einsetzt, blüht Sörloth auf.

Die Personalsituation bessert sich außerdem von Woche zu Woche. Gegen Wolfsburg kam Nationalspieler Benjamin Henrichs zu seinem ersten Einsatz Anfang November und steht nun als defensiv variabler Spieler zur Verfügung. Die Stammkräfte Marcel Sabitzer und Angeliño sind spätestens zum Liverpool-Rückspiel wieder fit. Im Verlauf des Monats sollte dann auch Winter-Einkauf Dominik Szoboszlai wieder zur Verfügung stehen.

© dpa-infocom, dpa:210304-99-680222/5

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7849011?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70826%2F
Nachrichten-Ticker