3:2 gegen Hannover 96
Werner-Ankündigung nach Leipziger Sieg: «Emil in Topform»

Der Doppelpack des Duos Werner/Forsberg gegen Hannover soll nur der Anfang gewesen sein. Alle bei RB Leipzig sind erleichtert über das Sieg-Debüt in der noch jungen Saison. Ohne Streitfall Augustin. Der Franzose spielt nicht. «Ärgerlich» findet Rangnick die Situation.

Sonntag, 16.09.2018, 12:14 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 12:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 12:14 Uhr
Emil Forsberg (l) und Timo Werner (M) hatten maßgeblichen Anteil am 3:2-Sieg gegen Hannover 96.
Emil Forsberg (l) und Timo Werner (M) hatten maßgeblichen Anteil am 3:2-Sieg gegen Hannover 96. Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Timo Werners Ankündigung sollte die Konkurrenz von RB Leipzig gehörig aufhorchen lassen. « Emil hat in Topform die Liga schon mal auseinandergenommen. Und er kann es wieder machen», sagte der zweimalige Torschütze und kongeniale Partner des zweimaligen Vorbereiters Emil Forsberg.

Der Schwabe, der in der ersten RB-Saison nach dem Aufstieg im Sommer 2016 bester deutscher Torschütze (21) gewesen war, und der Schwede, in der damaligen Spielzeit der beste Vorbereiter (22) der Liga, hatten maßgeblichen Anteil am erlösenden ersten Meisterschaftssieg in dieser Saison mit dem 3:2 (2:1) am Samstag gegen Hannover 96.

Ein mühsamer Zittersieg, bei dem der bisher in dieser Saison torsicherste RB-Profi im schwarzen Outfit mit viel Glitzer nur von der Tribüne zuschauen durfte. RB-Trainer Ralf Rangnick verzichtete aus Angst vor einer möglichen Sperre durch den Weltverband FIFA im Streitfall mit dem französischen Verband auf Jean-Kévin Augustin.

An einem Nachmittag, an dem auch dem für Detailarbeit und Perfektionismus-Hang bekannten 60-Jährigen das Wie des ersten Dreiers letztlich egal war, sorgte das Thema Augustin bei Rangnick für spürbaren Groll. «Wenn der französische Verband meint, uns vor die FIFA zitieren zu müssen, soll er das machen», betonte er.

Augustin könnte eine Sperre bekommen, weil er nicht zur U21-Auswahl der Grande Nation gereist war. Nach einer Beschwerde durch Frankreichs Verband FFF liegt der Fall nun bei der FIFA. «Wir werden sicher ein bisschen Gesprächsbedarf haben in den nächsten Tagen und Wochen», kündigte Rangnick an. Er habe auch schon etwas ketzerisch gesagt, dass RB mehr Franzosen in seinem Kader habe als der ein oder andere große französische Verein.

Rangnick geht davon aus, dass er schon am kommenden Donnerstag im hochbrisanten Duell mit dem FC Salzburg zum Auftakt der Europa League wieder bedenkenlos mit seinem bulligen Stürmer planen kann. Ob die FIFA bis dahin entschieden hat, ob denn nun eine Abstellungspflicht für U21-Spieler besteht, ist offen. Augustin hatte seine Teilnahme an zwei Länderspielen der französischen Junioren wegen muskulärer Ermüdungserscheinungen abgesagt. Eine Entscheidung des Spielers, wie Rangnick und RB nun schon mehrfach betonten.

Auf Anraten der juristischen Abteilung nahm Rangnick Augustin gegen Hannover nicht mal in den Kader. Die Mitspieler erfuhren davon erst am Spieltag. Auf der Tribüne sah Augustin, wie sein Ersatzmann kam, sah und traf. In der neunten Minute brachte Yussuf Poulsen die Leipziger mit 1:0 in Führung. Ein Traumstart, aber es ging nicht wirklich traumhaft weiter. RB überließ den Gästen oft den Ball, das war gewollt. Die Unsicherheit in der Abwehr weniger. Zigfach mahnte Rangnick schon die zu hohe Anzahl gegnerischer Chancen an. Gegen Hannover wurde es nicht besser.

Nach dem ersten Doppelpack durch Werner in dieser Saison (40./63. Minute) geriet der Sieg noch mal mehr als in Gefahr. Niclas Füllkrug (13.) und Miiko Albornoz (65.) hielten die Gäste mit ihren Toren im Spiel, Peter Gulacsi hielt vor allem mit zwei großartigen Reflexen den Sieg für die Gastgeber fest. «Ich bin der Meinung, dass dieses Spiel keinen Verlierer (verdient) gehabt hätte. Wir haben hinten raus große Moral bewiesen und immer geglaubt, dass wir den Punkt noch holen können», meinte Hannovers Trainer André Breitenreiter nach der ersten Saisonniederlage. «Wir fahren traurig nach Hause.»

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