Fußball: 1. Bundesliga
Schalke 04 empfängt Borussia Dortmund: Derby ohne Außenseiter?

Münster -

Domenico Tedesco sah ein wenig zerknittert aus auf dem Podium der Pressekonferenz vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund an diesem Samstag (15.30 Uhr). So, wie die Wichtigkeit dieses einen Spiels in den Fragen immer wieder betont wurde, so sehr schien ihn diese Monothematik zu nerven. 

Freitag, 07.12.2018, 19:06 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 19:11 Uhr
Spielentscheider: Dortmunds Marco Reus (l.) und Schalkes Nabil Bentaleb dürften auch im aktuellen Derby die Strippen in ihren Teams ziehen
Spielentscheider: Dortmunds Marco Reus (l.) und Schalkes Nabil Bentaleb dürften auch im aktuellen Derby die Strippen in ihren Teams ziehen Foto: dpa

Tedesco kehrt oft nach außen, dass er der Mann für das Große und Ganze ist – das Kurzfristige im Geschäft schert ihn wenig. Eigentlich. An diesem Samstag ist das anders: „Vor dem Derby würde ich nicht von einem Favoriten sprechen. Im Derby ist immer alles möglich, und dafür müssen wir sorgen.“ Zwei Duelle gegen den Nachbarn hat Tedesco bereits hinter sich: Das erste endete in Dortmund 4:4 nach 0:4-Rückstand, das zweite entschieden die „Knappen“ mit 2:0 daheim für sich und zementierten dabei Platz zwei in der Bundesliga-Tabelle. „Diese Erinnerungen daran sind schön, aber die Vergangenheit zählt nicht mehr“, sagte der Coach am Donnerstag.

Allen Beteuerungen zum Trotz, dass er und die Mannschaft sich auf dieses Spiel „freuen“, weil das 175. Revierderby natürlich wieder eines voller Intensität sein wird, dürfte sich der Schalke-Trainer dieses mal allerdings sehr wohl von dem Momentum leiten lassen. Tedesco muss das Spiel gewinnen, um die Saison nicht vollends „in die Tonne“ treten zu müssen. Der Vizemeister der Vorsaison geht mit 19 Punkten Rückstand – so groß war der Abstand zwischen den Teams vor einem Hinrundenduell noch nie – auf den Spitzenreiter der aktuellen Serie in sein Jubiläumsspiel mit 1900 Begegnungen in diversen Lizenzspielen. Kurios und nebenbei: Das 1899. Spiel bestritt Schalke in der vergangenen Woche bei 1899 Hoffenheim.

Revierderby Saison 2016/17: Borussia Dortmund - FC Schalke 04

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Im Ernst: „Von dem großen Punkteabstand lassen wir uns in keiner Weise beeindrucken. Wir haben eines vor. Ihnen die erste Niederlage beizubringen“, betonte Sportvorstand Christian Heidel. Dass die Begegnung auch eine ist, die Tedescos Rückendeckung im Verein nach einer bislang noch nicht einmal durchwachsen zu nennenden Bundesligaserie stärkt? Heidel hatte diese Gedanken schon früher weit von sich gewiesen: „Rückendeckung? Null. Die braucht er nur, wenn intern über ihn diskutiert würde. Das Thema stellt sich nicht“. Immerhin: Nach dem Schalker Sommer-Blues mit fünf Niederlagen hintereinander tanzen sie jetzt schon fast wieder Swing: Seit dem sechsten Spieltag holten nur vier Teams mehr Zähler als Schalke, nämlich 14. Nicht zuletzt deshalb sieht Tedesco „im Derby keinen Außenseiter und keinen Favoriten“ und seine Elf nicht chancenlos. Aber: Der bislang schwache Schalker Angriff mit 14 erzielten Toren in 13 Spielen ist nach dem Ausfall von Mark Uth, Breel Embolo und Franco Di Santo noch mehr geschwächt. Die drei haben zusammen bislang vier Tore erzielt – allein Dortmunds wiedererstarkter Marco Reus traf schon neun Mal. „Wenn er gut drauf ist, dann ist Dortmund auch ganz anders drauf“, weiß Tedesco.

34,5 Kilometer weiter östlich von Gelsenkirchen üben sich die Dortmunder in Gelassenheit. „Wir wissen, dass es ein schweres Spiel werden wird. Aber schwer war es auch gegen Freiburg und schwer war es davor in Mainz“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre. Was denn sonst? „Es ist im Derby egal, welchen Platz die Mannschaften belegen“, betonte Dortmunds Marcel Schmelzer. Und Sportdirektor Michael Zorc weiß, wer in diesem Derby in Zugzwang steht: „Schalke hat die Möglichkeit, mit einem Spiel sehr viel wieder zurechtzurücken. Das müssen wir wissen.“

Derby-Geschichten

- 3. Mai 1925 – Schalke 04 bezwingt Borussia Dortmund 4:2 – es ist die Geburtsstunde des Schalker Kreisels in der Ruhrgaumeisterschaft der Kreisligen. 

- 20. Oktober 1940 – Schalke gewinnt mit 10:0 

- 7. September 1963 – Schalke gewinnt 3:1 

- 12. November 1966. Dortmund gewinnt 6:2. „Wir mussten uns gegenseitig über den Spielstand informieren“, sagt Schalkes Klaus Fichtel. Der dreifache Torschütze Lothar Emmerich sagt später: „Wenn wir etwas gesehen hätten, hätten wir noch höher gewonnen.“ 

- 6. September 1969. Beim 1:1 liegt Friedel Rausch am Boden. Schäferhund „Rex“ hatte zugebissen, als Hunderte Schalker im Jubel über das 1:0 durch Hansi Pirkner den Platz stürmten. 

- 19. Dezember 1997. Der mit nach vorn gestürmte Schalke-Torhüter Jens Lehmann trifft in der Nachspielzeit per Kopf zum 2:2-Ausgleich. 

- Am 25. November 2017 liegt Schalke am Boden. 0:4 steht es nach 25 Minuten, eine Demütigung des Rivalen? Doch der BVB bricht nach dem ersten Gegentor (61. Minute) komplett zusammen. Naldo köpft in der Nachspielzeit den Ausgleich und krönt das größte Comeback der Derby-Geschichte.

- 68 Siege für Königsblau, 46 Unentschieden, 60 BVB-Siege

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