Sportvorstand vor Rücktritt
Heidel schmeißt auf Schalke hin: «Bin gesamtverantwortlich»

Spätestens im Sommer ist für Christian Heidel auf Schalke Schluss. Der Manager kündigte nach dem 0:3 in Mainz seinen Abschied an. Als Nachfolger wird nun der Ex-Leverkusener Jonas Boldt gehandelt.

Samstag, 23.02.2019, 19:01 Uhr aktualisiert: 23.02.2019, 19:04 Uhr
Schalkes Manager Christian Heidel hat seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt.
Schalkes Manager Christian Heidel hat seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt. Foto: Roland Weihrauch

Mainz (dpa) - Manager Christian Heidel hat nach den monatelangen Querelen um seine Person einen Schlussstrich unter sein Engagement beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 gezogen.

Der 55-Jährige kündigte nach dem 0:3 (0:1) bei seinem Ex-Club FSV Mainz 05 seinen Rücktritt spätestens zum Saisonende an. Als möglicher Nachfolger könnte der frühere Leverkusener Sportdirektor Jonas Boldt zum Revierclub wechseln.

«Ich bin gesamtverantwortlich für den sportlichen Bereich. Das war bis zum Sommer okay, aber in dieser Saison stehen wir in der Bundesliga einfach schlecht da», sagte Heidel dem TV-Sender Sky und begründete seine Entscheidung auch mit den ständigen Debatten um seine Position: «Ich bin jemand, der konsequent ist. Ich kann mich nicht hinstellen und sagen: "Ich stehe für Ruhe", wenn ich der Auslöser für Unruhe bin.»

Heidels Vertrag wird zum 30. Juni 2019 aufgelöst. «Ohne Abfindung», wie der Manager betonte. Bis dahin werde er dem Verein «mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, aber nicht mehr in vorderster Reihe». Er habe bereits am Montag dem Club seine Entscheidung mitgeteilt, am Freitag wurde auch Trainer Domenico Tedesco unterrichtet. «Das muss ich erstmal sacken lassen», sagte der Coach, der von Heidel verpflichtet worden war, und ergänzte: «Ich weiß, was ich an Christian habe, einen fantastischen Menschen. Wir haben vertrauensvoll zusammengearbeitet und sind Vizemeister geworden.»

In dieser Saison stürzte der Champions-League-Achtelfinale aber bis in den Tabellenkeller ab. Mit 23 Punkten aus 23 Spielen liegt Schalke nur auf Platz 14 und ist noch nicht frei von jeglichen Abstiegssorgen.

Pikant, dass Heidel die Entscheidung ausgerechnet in seiner alten Heimat verkündet. 24 Jahre war der 55-Jährige bei den Rheinhessen tätig und hat die Mainzer aus der Zweiten Liga hochgeführt und zu einer festen Größe in der Bundesliga gemacht, ehe er 2016 von Schalke abgeworben worden war. Dort wurde ihm aber zuletzt immer mehr die schwache Transferbilanz vorgeworfen.

Auf Heidel könnte nun Boldt folgen, über dessen Einstieg bereits seit Wochen auf Schalke spekuliert wird. «Ich habe Jonas Boldt vor langer Zeit angesprochen, ob er zu Schalke kommt und unser Team vergrößern will. Das war schon im Sommer mein Ansatz», sagte Heidel: «Ich weiß nicht, ob man sich für Jonas Boldt entscheidet. Ich kenne ihn. Ich glaube, das ist ein sehr guter Mann. Aber das ist eine Entscheidung vom Club und von Jonas Boldt.» Auch über ein Engagement von Klaus Allofs war in Medienberichten spekuliert worden.

Boldt war in der Sommerpause bei Bayer Leverkusen zum Sportdirektor aufgestiegen, doch noch vor Ende der Hinrunde einigte er sich mit dem Club auf eine Vertragsauflösung. Für Boldt kam Simon Rolfes zu Bayer. Der Weg zu Schalke wäre also frei.

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