Fußball: Bundesliga
Trauriges Debüt für Schalkes Carl gegen Hoffenheim

Gelsenkirchen -

Jonas Carls feierte im Trikot des FC Schalke 04 am Samstag sein Bundesliga-Debüt. Es war ein trauriges Spiel für den Youngster, das sein Team 2:5 gegen 1899 Hoffenheim verlor. Nur die Schwäche der Konkurrenz verhindert, dass Königsblau im Bodenlosen versinkt.

Montag, 22.04.2019, 17:36 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 20:34 Uhr
Diesmal zu spät: Schalkes „Neuer“ Jonas Carls (r.) gegen Hoffenheims Pavel Kaderabek.
Diesmal zu spät: Schalkes „Neuer“ Jonas Carls (r.) gegen Hoffenheims Pavel Kaderabek. Foto: Witters

Huub Stevens ging ins Risiko – und zeigte mal gleich, was er vom Aufbau der Schalker Mannschaft nach der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr hält: Mit Jonas Carls stellte der Übungsleiter der nach dem 2:5 (0:2) im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim weiter in latenter Relegationsnot steckenden „Knappen“ erneut einen Jungspund in die Startelf. Einer, der nach 20 Oberliga-Spielen in der U 23 erstmals Bundesliga-Luft schnupperte – und der das Vertrauen in ihn mit einer Zweikampfquote von 62 Prozent nicht enttäuschte. Für den 22-jährigen Linksverteidiger saß Bastian Oczipka 90 Minuten auf der Bank. Auch Verteidiger Jeffrey Bruma, den die Schalker, nachdem sie Naldo freizügig gen Monaco ziehen ließen, vom VfL Wolfsburg verpflichtet hatten, schmorte draußen. Diese Personalentscheidungen sind es, mit denen Stevens subtil Zeichen zu setzen vermag. Auch Nassim Boujellab (19) hatte der Niederländer zuvor schon überraschend in die Profi-Elf geholt.

Carls stand bereits gegen Eintracht Frankfurt (1:2) und den 1. FC Nürnberg (1:1) im Kader, musste sich aber gedulden – und feierte ein „trauriges“ Bundesliga-Debüt: „Ich habe es erst am Morgen erfahren, dass ich spiele“, sagte der schmächtige Kicker (1,79 Meter groß, 70 Kilogramm leicht). „Na klar war ich aufgeregt, aber ich habe mich total gefreut, weil es eine Riesenchance für mich ist“, betonte Carls, der in den Jugend-Mannschaften von Bayer Leverkusen ausgebildet wurde und 2017 vom 1. FC Nürnberg II zum FC Schalke kam.

Nun stand er da wie einer, der schon immer dazugehörte, und beantwortete die Fragen nach dem „Warum“. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, die Schuld an der hohen Schlappe in den – nicht nur von ihm selbst verantworteten – Abwehrfehlern zu finden. Carls ist (noch) nicht in der Position, Fehler seiner Mannschaftskameraden anzuführen. Grund genug hätte er, stattdessen sagt er: „Natürlich sind wir traurig, weil wir uns so viel vorgenommen haben. Wir können Fußball spielen, das hat man in manchen Phasen gesehen. Aber am Ende fehlte auch das Quäntchen Glück.“ Kann man so sehen nach einer ansprechenden Anfangsphase im Spiel gegen die zu einem echten Champions-League-Kandidaten aufgerückten Hoffenheimer.

Schade nur für ihn, dass es die meisten Gegentore seit 1981 (0:6 gegen den VfL Bochum) im eigenen Stadion setzte und Schalke die zehnte Heimniederlage in dieser Saison kassierte. „So viele sind das schon, echt jetzt?“ fragte auch Hoffenheims Torschütze zum 1:4, Nadiem Amiri. Ja, sind es – auch deshalb steht Schalke noch sechs Punkte vor dem Relegationsrang und am kommenden Samstag im Derby bei Borussia Dortmund vor einer vermeintlich aussichtslosen Situation.

„Derby?“ Das fragte Stevens am Samstag nach dem Spiel süffisant ironisch. „Derby finde ich super, das ist was ganz Spezielles. Ich freue mich unglaublich, sehen Sie das nicht?“

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