Fußball: Bundesliga
Trainerwechsel der Kellerkinder verpuffen – auch Weinzierl ist raus

Münster -

Nun hat der VfB Stuttgart zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer gewechselt. Timo Willig ersetzt den völlig erfolglosen Markus Weinzierl. Ein Blick auf die Tabellennachbarn zeigt: Der Effekt solcher Vorgänge ließ im Abstiegskampf in dieser Saison fast immer auf sich warten.

Montag, 22.04.2019, 17:36 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 20:34 Uhr
Feuerwehrmann ohne Löschwasser: Markus Weinzierl (VfB Stuttgart).
Feuerwehrmann ohne Löschwasser: Markus Weinzierl (VfB Stuttgart). Foto: dpa

Als Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Februar sein Amt als neuer Sportvorstand beim VfB Stuttgart antrat, war im Ländle die Hoffnung auf bessere Zeiten groß. Die Ersten blickten direkt über den Tellerrand hinaus, freuten sich bereits auf die Saison 2019/20 und vergaßen dabei die laufende. Nun, auch unter Führung des ehemaligen Meisterspielers (2007) kommt der VfB nicht voran. Vielleicht war dessen Vertrauen in Markus Weinzierl schlichtweg zu groß. Erst Anfang Oktober 2018 hatte der 44-Jährige Tayfun Korkut als VfB-Trainer abgelöst. Die Bilanz des Neuen (Punkteschnitt: 0,69) ist so erbärmlich wie die des Vorgängers (0,71). Doch erst nach dem 0:6-Offenbarungseid am Samstag in Augsburg zog Hitzlsperger die Konsequenzen. Anstelle des gefeuerten Weinzierl soll nun A-Jugend-Trainer Nico Willig Stuttgart vor dem Abstieg bewahren. Direkt wird dies kaum noch funktionieren, Zitterstunden in der Relegation sind deutlich wahrscheinlicher.

Markus Weinzierl hat als Feuerwehrmann komplett versagt, ohnehin ist die früher gefeierte Zunft der Retter vom Aussterben bedroht. Schlusslicht Hannover 96 wechselte nach 19 Spieltagen den Coach – für André Breitenreiter kam Thomas Doll. Es war ein großes Missverständnis. Der neue Besen (Schnitt: 0,36 Punkte) kehrte noch schlechter als der alte (0,58). Unter dem launigen Doll steigerten die Niedersachsen lediglich ihren Unterhaltungswert in Mediengesprächen. Auf dem Platz hatte die bei Wechseln erhoffte Wirkung nicht einmal die Chance zu verpuffen – tatsächlich trat sie gar nicht erst ein. 15 Punkte aus jetzt 30 Spielen – das ist eine Bilanz aus dem Fußball-Gruselkabinett.

Beim Vorletzten 1. FC Nürnberg hoben sie am 12. Februar Boris Schommers auf den Kutschbock. Der „Co“ (Schnitt: 0,67) ersetzte Chef Michael Köllner (0,57), doch rund um das Max-Morlock-Stadion brennt es weiter in der Fläche. Im Feuer ging dann auch noch eine Männerfreundschaft zu Bruch, Köllner und Schommers sprechen nicht mehr mitein­ander.

Weil die Konkurrenz im Keller nicht einmal auf Schneckentempo kommt, wird Vorjahres-Vize FC Schalke 04 seine Haut wohl retten. Gleichwohl wird immer deutlicher, dass auch Tedes­co-Erbe Huub Stevens eine Fehlbesetzung ist. Unter dem „harten Hund“ verlieren sich Mannschaft und Verein jedenfalls weiter im völligen Chaos. Letztendlich wird die Saison vermutlich nur deshalb mit dem Ligaerhalt enden, weil in Hannover, Nürnberg und Stuttgart noch dilettantischer Fußball gearbeitet und gespielt wird.

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