Fußball: Bundesliga
Hummels überzeugt und schweigt beim BVB-Traumstart gegen Augsburg

Dortmund -

Das 5:1 des BVB zum Auftakt gegen den FC Augsburg sprach für sich. Spannend war allerdings, wie schnell sich Mats Hummels wieder einfügte. Beim Vizemeister hat der alte und neue Abwehrchef gleich ein hohes Standing – und trug sogar kurz die Kapitänsbinde.

Sonntag, 18.08.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 18.08.2019, 14:54 Uhr
Mats Hummels ist wieder der Abwehrchef von Borussia Dortmund. Gegen schwache Augsburger wurde er in der Defensive kaum gefordert. In dieser Szene schnappt er sich den Ball vor Florian Niederlechner, der die einzige FCA-Chance früh zum 0:1 nutzte.
Mats Hummels ist wieder der Abwehrchef von Borussia Dortmund. Gegen schwache Augsburger wurde er in der Defensive kaum gefordert. In dieser Szene schnappt er sich den Ball vor Florian Niederlechner, der die einzige FCA-Chance früh zum 0:1 nutzte. Foto: Witters

Es ist immer ein kleines Risiko, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Dinge verändern sich. Eine Gewähr dafür, dass das, was einst so bestechend rund lief noch immer oder direkt wieder funktioniert, gibt es nicht. Im Fußball ist die Rückkehr eines Angestellten an den alten Arbeitsplatz immer eine spannende Geschichte. Borussia Dortmund hat in den vergangenen Jahren einige Erfahrungen mit verlorenen Söhnen gemacht. Nuri Sahin, Shinji Kagawa und Mario Götze verließen den Bundesligisten jeweils im Zenit ihrer Schaffenskraft und der Überzeugung, andernorts noch gewaltigere Bäume ausreißen zu können. Alle drei kehrten geläutert zurück, das wirklich große Potenzial schöpfte keiner von ihnen mehr aus. Nun läuft der vierte Versuch mit Mats Hummels . Er könnte dem BVB größeres Glück bescheren als die vorangegangenen. Beim 5:1-Erfolg über den FC Augsburg zählt er zu den auffälligsten Borussen.

Der inzwischen 30-Jährige ist ein Pendler zwischen den Riesen der Branche. Als Jugendlicher spielte er beim FC Bayern, 2011 und 2012 gewann er mit dem BVB die Meisterschaft, 2016 zog es ihn zurück nach München, nun ist er wieder Dortmunder. Das Publikum nahm ihn am Samstag wohlwollend wieder auf. Keine Pfiffe, keine Schmähplakate – Hummels erhält eine faire zweite Chance. Nur eines ging vielen Fans etwas gegen den Strich: Als Hummels nach der Auswechslung von Marco Reus die Kapitänsbinde zugetragen wurde, startete in den Foren direkt eine Kontroverse.

Nun ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass sich Hummels nicht nach dem Ehrenabzeichen gedrängt, es schon gar nicht eingefordert hat. Über Reus und Axel Witsel wurde es ihm schlicht und einfach in die Hände gelegt. Hätte er ablehnen sollen? Später, als das Spiel aus war, legte Hummels größten Wert darauf, nicht aufzufallen. Interviews gab er nicht. „Vielleicht beim nächsten Mal“, beschied er jenen, die mit Mikrofonen und Aufnahmegeräten warteten.

Sehr bewusst ordnet sich der Rückkehrer unter, noch scheut er die exponierte Position, die er in den glorreichen Jahren unter Jürgen Klopp fraglos hatte.

Auf dem Platz regelte Hummels die Dinge so, wie er es schon in seiner Blütezeit beim BVB gemacht hatte. Präsent im Zweikampf, präzise in der Spieleröffnung, passgenau beim langen Ball. Auf den feinen Fuß des neuen alten Abwehrchefs kann sich der ambitionierte Vizemeister verlassen. „Es war das erste Spiel von Mats und es gab hohe Erwartungen. Er hat das sehr, sehr gut gemacht“, konstatierte Trainer Lucien Favre.

Auch die Mitspieler lobten Hummels über den grünen Klee. Es fiel allen leicht in vergnüglicher Spitzenreiter-Stimmung. Selbst der 0:1-Schock nach 31 Sekunden durch Florian Niederlechner wuchs nicht zu einem wirklichen Problem aus. Paco Alcacer (3.) glich postwendend aus. In der zweiten Hälfte fuhr Dortmund mit dem FCA Karussell und stellte nach Toren von Jadon Sancho (51.), Reus (57.), Alcacer (59.) und Julian Brandt (82.) auf 5:1. Teil des Erfolgsrezeptes sei auch der Fehlstart des FC Bayern gewesen. „Das hat uns zusätzlich angespornt“, verriet Julian Weigl.

Der BVB freut sich, aber er weiß auch: Es war nur Augsburg. Es kommen noch ganz andere Kaliber. Erst dann wird sich zeigen, ob die Rückkehr von Hummels zur Erfolgsgeschichte taugt.

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