Fußball: Bundesliga
Gladbach und Schalke wie Zwillinge im Geiste

Mönchengladbach -

Zwei Mannschaften, die im Sommer einen Neuanfang auf der Trainerposition wagten, ähnelten sich zum Auftakt auch in ihrer Spielweise. Das 0:0 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 war daher ein schlüssiges Resultat.

Sonntag, 18.08.2019, 14:32 Uhr aktualisiert: 18.08.2019, 14:53 Uhr
Ex-Schalker gegen Neu-Schalker: Breel Embolo (l.) gegen Jonjoe Kenny blieb bei seinem Debüt für Mönchengladbach unauffällig.
Ex-Schalker gegen Neu-Schalker: Breel Embolo (l.) gegen Jonjoe Kenny blieb bei seinem Debüt für Mönchengladbach unauffällig. Foto: dpa

Am Ende waren sie alle zufrieden – mit dem Spiel und dem Ergebnis. Das torlose Unentschieden vor 54 022 Zuschauern im Borussia-Park konnte jedenfalls sowohl Borussia Mönchengladbach wie auch dem FC Schalke 04 gefallen. „Das Spiel hatte ex­trem viel Intensität und Leidenschaft, vor allem zwischen den Strafräumen“, analysierte Schalkes Trainer David Wagner die umkämpfte, aber keinesfalls gutklassige Begegnung, in der beide Mannschaften „wenig zugelassen“ hatten. Schalkes beste Chance versemmelte Neuzugang Benito Raman (27.) als der Ex-Düsseldorfer frei stehend aus zwölf Metern gefühlt sechs daneben schoss. Für Borussia traf Alassane Plea (55.) den Außenpfosten, Raffael (78.) und erneut Plea (80.) scheiterten an Torhüter Alexander Nübel.

Man wird sich daran gewöhnen müssen in der Liga oder, um es mit David Wagner auszudrücken: „Wir haben ein Spiel gesehen, was vorkommt, wenn sich zwei Mannschaften immer wieder bekämpfen und sich pressen.“ Da mochte Marco Rose nicht widersprechen: „David hat es gut auf den Punkt gebracht.“ Beide Trainer pochten darauf, dass der „Prozess“, in dem sich ihre Mannschaften zurzeit befinden, noch nicht abgeschlossen sei an diesem ersten Bundesliga-Spieltag. Und ja: „Gute Aktionen“ (Rose) waren hier wie dort zu sehen, es blieb aber auch viel Stückwerk, das beide Teams da zeigten. „Man kann ja trotzdem raffiniert sein, aber Schalke kämpft gut gegen den Ball – und dann wird so ein Spiel draus.“ Wagner sah seine Jungs längst nicht am Ziel: „Ich kann hier keinen Scheiß erzählen, wir brauchen noch viele Trainingsminuten.“

In der Tat ähnelte sich die Spielanlage hier wie dort: Zwillinge im Geiste sind sie mit ihrer permanenten Offensiv-Verteidigung als zentralem Arbeitsauftrag, es ging rauf und runter mit zumeist sicher stehenden Vierer-Abwehrketten, die dann das Rauf hier unterbanden und das Runter dort forcierten. Höhepunkte in den Strafräumen bleiben weitgehend aus – wenn geniale Ideen fehlen. Moderner Fußball, der die Bundesliga in dieser Saison möglicherweise prägen wird. Denn nicht nur Rose und Wagner sind stark von der Spielidee eines Jürgen Klopp und Ralf Rangnick beeinflusst: „Jürgen hat uns alle geprägt“, hatte Rose vor seinem Debüt in Gladbach gesagt. „Mit Jürgen habe ich inzwischen 100-, nein 1000-mal mehr über Fußball philosophiert“, hatte Wagner betont.

So ähnlich die Spielidee war, so unausgegoren wurde sie an diesem Samstagabend umgesetzt. Von einem „zwiegespaltenen Gefühl“ sprach Gladbachs Verteidiger Matthias Ginter hernach: „In der zweiten Halbzeit haben wir keine Chance mehr zugelassen“, sagte er . Richtig. Aber in der ersten Halbzeit wurde vom Gastgeber auch keine herausgespielt. Alexander Nübel fand die korrekte Charakterisierung: „Beide haben viel Luft nach oben. Gladbach hat im Grunde genommen in der ersten Halbzeit nur im Mittelfeld stattgefunden. Dass sich die Gastgeber nach der Pause besser in Szene setzten? „Das intensive Pressing kostet viele Körner.“

Der Punktgewinn stellte die Schalker jedenfalls zufrieden, immerhin ist jetzt schon mehr Kapital auf dem Konto als nach den ersten fünf Spielen zu Beginn der vergangenen Saison zusammen. Und am kommenden Samstag gastiert der FC Bayern in Gelsenkirchen. Ähnlichkeiten in der Spielanlage dürften da ausgeschlossen sein.

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