Fußball: Bundesliga
Hand-Debatte stellt Lewandowski-Show bei Bayern-Sieg auf Schalke in den Schatten

Gelsenkirchen -

Robert Lewandowski war mit drei Toren, die teilweise auch noch wunderschön waren, der Mann des Spiels beim 3:0-Erfolg der Bayern beim FC Schalke 04. Doch die Diskussionen drehten sich hinterher um zwei Elfmeter, die den Königsblauen verweigert wurden.

Sonntag, 25.08.2019, 14:24 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 15:09 Uhr
Fußball: Bundesliga: Hand-Debatte stellt Lewandowski-Show bei Bayern-Sieg auf Schalke in den Schatten
Das 3:0: Robert Lewandowski düpiert Salif Sané. Foto: dpa

Es war alles angerichtet vor der Saison: Schiedsrichtertagung, Einbeziehung des Videoassistenten (VAR), transparente Informationen und die Festlegung des Reglements, das nun in Beton gegossen schien. Wann ist Handspiel wirklich Handspiel – und wann wird es auf dem Platz wie geahndet? Die Endlos-Schleife der vergangenen Spielzeit mit den Diskussionen, wann und ob der Kölner Keller Entscheidungen des Unparteiischen auf dem Platz bestätigen oder korrigieren soll, sollten mit dem neuen Regelwerk beendet sein. 298 Worte, elf Absätze, besagen: Hand ist Hand. Basta. Nach dem Spiel des FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München haben wir den Salat: Es ist zwar alles geregelt, aber am Samstag beim verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg des Serienmeisters hielt sich keiner daran.

Weder Schiedsrichter Marco Fritz, noch Video-Assistent Bastian Dankert in Köln. Zwei Handspiele im bayerischen Strafraum – von Benjamin Pavard nach einem Kopfball von Matija Nastasic und von Ivan Perisic nach einem direkten Freistoß von Daniel Caligiuri – blieben ungeahndet. Zwei mögliche Elfmeter für Schalke beim Stand von 0:2: Da wäre vielleicht noch etwas gegangen aus Sicht des Revierclubs. „Dann steht’s 1:2, dann ist das Stadion hinter uns,“ musste Spieler-Koordinator Sascha Riether mutmaßen: „Was wäre, wenn...?“

Fritz entschied anders, nämlich gar nicht, hielt auch nur kurz Rücksprache mit Dankert, ohne sich die Szenen anzusehen und ließ schnell weiterspielen. „Der Schiri hat klar kommuniziert, dass da nichts war. Und er hat gesagt, dass es Gelb geben wird, wenn wir weiter mit ihm diskutieren“ wetterte der S04-Stürmer Guido Burgstaller noch lange nach der Partie.

Auch Trainer David Wagner war sich bei beiden Szenen sehr sicher („Das waren zwei klare Elfmetersituationen für uns“) – Fritz anschließend auch. „Nicht elfmeterwürdig“, seinen die beiden Handspiele gewesen“, sagte der Unparteiische hernach. Schlimm wäre es, wenn nun auch noch zwischen Angreifer- und Verteidiger-Handspiel unterschieden werden würde.

Der Blick, war vor der Begegnung auf anderes gerichtet: Würde Bayerns neuer Superstar Philippe Coutinho spielen? Er spielte. Ab der 57. Minute (kam für Thomas Müller). Doch nicht dem neuen Brasilianer, sondern dem „alten Polen“ gehörte die Show. Robert Lewandowski erzielte seine Bundesliga-Tore 205, 206 und 207 – per Elfmeter (Jonjoe Kenny an Kingsley Coman, 19.), Freistoß (50.) und nach einer ganz feinen Aktion in der 75. Minute. Dass er noch in dieser Woche seinen Vertrag bei den Bayern verlängern wird, steht außer Frage.

Lewandowski machte natürlich nicht allein den Unterschied in diesem vergleichsweise ruhigen Spiel (keine Gelbe Karte), aber fast. In den vergangenen neun Spielen hat der Stürmer nun jedes Mal getroffen – 16 Tore gelangen ihm insgesamt gegen Schalke: „Er hat bewiesen, dass er der beste Stürmer ist. Sensationell gut“, fand Bayern-Trainer Niko Kovac. „Hier musst du erst mal gewinnen ...“

Für Hasan Salihamidzic ist Lewandowski „Wahnsinn, ein Stürmer, wie man ihn sich wünscht. Wir haben das Spiel von der ersten Minuten an kontrolliert.“ Womit der Bayern-Sportdirektor bedingt Recht hatte. Nach schwacher erster Halbzeit kamen die Schalker im zweiten Durchgang stärker auf. „Wir wollten sie anfangs wegverteidigen“, fand Wagner eine neue Vokabel für das hohe Pressing, das allerdings unzureichend gelang. Im zweiten Durchgang „waren wir besser drauf, haben Chancen kreiert.“ Es hätten zwei mehr sein können.

Und Coutinho, bei einer Verpflichtung nach Ende dieser 20-Millionen-Euro-Leihe vom FC Barcelona mit 120 Millionen der teuerste Einkauf in der Liga? 30 Ballkontakte und eine 64-Prozent-Zweikampf-Quote. Die Geschichte des Spiels schrieben jedoch zwei andere.

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