Fußball: Schalke 04 bezwingt Mainz mit 2:1
Harits später Geniestreich

Gelsenkirchen -

Der FC Schalke 04 hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst, aber mit dem dritten Saisonsieg gegen den FSV Mainz 05 weiter aufstrebende Form bewiesen. Mit 2:1 (1:0) gewannen die Schalker nach Toren von Suat Serdar (36.) und Amine Harit (89.) vollauf verdient. Karim Onisiwo hatte den Ausgleich markiert (75.). Ein 3:0 hätte die „Knappen“ für eine Nacht die Führung im Klassement beschert. Bemerkenswert nach der total verkorksten vergangenen Saison.

Samstag, 21.09.2019, 10:32 Uhr aktualisiert: 21.09.2019, 10:39 Uhr
Amine Harit (l.), hier im Zweikampf mit dem Mainzer Jerry St. Juste, legte das 1:0 auf und traf zum 2:1.
Amine Harit (l.), hier im Zweikampf mit dem Mainzer Jerry St. Juste, legte das 1:0 auf und traf zum 2:1. Foto: dpa

Wie die Zeiten sich doch ändern: Vor genau einem Jahr – sechster Spieltag der Saison 2018/19 – standen sich beide Teams in der Schalke-Arena gegenüber: Die Gastgeber mussten den Befreiungsschlag nach zuvor fünf Niederlagen landen. Und sie gewannen glücklich 1:0 nach einem Kopfballtreffer von Alessandro Schöpf. Schalke blieb trotzdem bis zum Schluss in Abstiegsnot. Zehn Spieler von damals standen auch diesmal im Kader. Und die schrieben die Geschichte des Spiels mit einer ganz anderen Handschrift – der des neuen Trainers David Wagner : Offensiv ausgerichtet, mit frühem Pressing um schnellen Ballgewinn bemüht. Im Mittelfeld wurden die Räume im Kollektiv verengt – Mainz fand in den ersten 20 Minuten nur ein Mittel dagegen: lange Bälle, die kaum einmal ihren Adressaten fanden. Dennoch gehörte die erste gute Torchance den Gästen. Robin Quaison verzog im Anschluss an einen Eckball aus der Distanz nur denkbar knapp (21.).

Und Schalke? Es war ein zähes Ringen im ersten Durchgang, Zweikampf-intensiv, aber nicht immer strukturiert. Mainz hatte im Angriff kaum einmal sehenswerte Szenen. Abnutzungskampf. Die guten Pässe in die Tiefe fanden auf Schalker Seite zu selten ihre Abnehmer, viele Bälle wurden vorne nicht festgemacht. Und so dauerte es bis zur 36. Spielminute, ehe Amine Harit, der einstige „schwer Erziehbare“ und mittlerweile auf dem Platz Geläuterte, in herausragender Form einen Zuckerpass aus dem Fußgelenk schraubte und Suat Serdar perfekt bediente. Der ehemalige Mainzer vollstreckte souverän und gekonnt – mit rechts angenommen, mit links geschossen. Robin Zentner im Mainzer Tor hatte nicht den Hauch einer Chance. Das 1:0 – inmitten einer Schweigeperiode der Fans – war zweifellos eine verdiente Führung der Hausherren. Die Fans blieben still, weil im Block M ein Fan nach einem tragischen Notfall reanimiert werden musste, hieß es. Wenig später fiel fast das 2:0, aber Guido Burgstallers Fallrückzieher verfehlte knapp das Ziel (41.).

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild zunächst nicht. Mainz versuchte die Schalker verstärkt unter Druck zu setzen, doch die blieben im 4:4:2 mit dem neben Burgstaller „vorgezogenen“ Weston McKennie sowie den exzellenten Strippenziehern Harit und Serdar dahinter ihrer Linie treu. Schneller Ballgewinn, direktes Umschalten und Zug zum gegnerischen Strafraum. Kein unwesentliches Manko: Dort angekommen, war zumeist Schluss mit der Schalker Herrlichkeit.

Schalke verliert kurz den Faden

FSV-Trainer Sandro Schwarz reagierte, brachte mit Alexandru Maxim für Danny Latza und Ridle Baku für Kunde Malong offensivere Kräfte. Wagner hielt dagegen: Mark Uth kam für Serdar. Die Scheuklappen waren abgenommen, die Visiere hochgeklappt. Mainz investierte nun viel, alles. Und wurde belohnt. Der gerade für Aaron eingewechselte Karim Onisiwo legte sich den Ball am Strafraum zurecht und traf zum Ausgleich. Verdient, Schalke hatte zwischenzeitlich den Faden verloren – aber hatte ja noch Harit. Der schlenzte den Ball sehenswert per Außenrist in die Maschen. Ein Geniestreich.

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