Hochrisikospiele
Kommentar zu Polizei-Einsatzkosten: Allein gelassen

Ist es richtig, die Proficlubs im Fußball an Polizeikosten zu beteiligen? Und hätte Werder Bremen nicht die Solidarität der Konkurrenz verdient? Ein Kommentar.

Dienstag, 03.12.2019, 20:34 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 20:54 Uhr
Hochrisikospiele: Kommentar zu Polizei-Einsatzkosten: Allein gelassen
Polizeikräfte sichern den Eingang zum Gästeblock am Weserstadion. (Archivbild) Foto: dpa

Der Boulevard spekuliert, ob Werder Bremens Torjäger Milot Rashica im Falle eines Vereinswechsels 50 Millionen Euro Ablöse in die Vereinskasse spülen könnte. Eine Summe, die in der Diskussion um die Übernahme von Polizei-Einsatzkosten nicht vernachlässigt werden sollte. Weit mehr als 110 Millionen Euro, so wird geschätzt, werden für Polizeiarbeit in unmittelbarem Zusammenhang mit Fußballspielen in den obersten fünf deutschen Ligen aufgebracht.

Klar, denn die Ausübung von Staatsgewalt durch den Einsatz von mitunter über 1000 Polizisten in Hochrisikospielen entspringt hoheitlichen Aufgaben und kostet viel Geld. Die Bundes­ligaclubs führten aber auch 1,28 Milliarden Euro (2017/2018) an Steuern ab.

Wenn die Einsatzkosten den Proficlubs auferlegt werden, gibt es nur einen Ausweg: Die DFL sollte solidarisch handeln und einen Wettbewerbsnachteil verhindern. Der Fall Bremen wirkt vor der Innenministerkonferenz von der DFL kalkuliert: als Druckmittel auf andere Länderregierungen. Die sollen ihre (beim Wahlvolk geliebten) Fußballclubs nicht auch noch belangen.

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