Bundesliga
Kohfeldt vor nächstem Werder-Personalpuzzle

Werder gewinnt und die Sorgen werden trotzdem nicht weniger. Nach dem wichtigen 1:0 bei Fortuna Düsseldorf fällt für das nächste Spiel gegen Hoffenheim der größte Teil der Abwehr aus.

Sonntag, 19.01.2020, 13:31 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 14:02 Uhr
Werder-Trainer Florian Kohfeldt muss sich Gedanken über sein Personal machen.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt muss sich Gedanken über sein Personal machen. Foto: Bernd Thissen

Düsseldorf (dpa) - Die kurze Freude über den Sieg hatte sich noch nicht gelegt, da standen Florian Kohfeldt schon die Sorgenfalten auf der Stirn.

Die Situation um den verletzten Kevin Vogt , der ärgerliche Platzverweis für Niklas Moisander und der Gedanke an den dadurch bedingten Ausfall der wichtigsten Abwehrspieler trübten Kohfeldts guten Eindruck von der Vorstellung seiner Mannschaft.

«Es ging in diesem Spiel um den Klassenverbleib um sehr viel, da war es wichtig, dass die Mannschaft die Basics mitbringt. Aber jetzt geht es knallhart weiter», sagte Werder Bremens selbst durch eine Fußverletzung gehandicapter Trainer nach dem 1:0 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf und dem Ende der Niederlagenserie von vier Spielen.

Neuzugang Vogt, der in der Nachspielzeit vom eigenen Torwart hart im Gesicht getroffen wurde, hatte sich zumindest keine schweren Verletzungen zugezogen, sondern nur eine Gehirnerschütterung, wie der Club mitteilte. Dennoch setzen sich die großen Personalprobleme an der Weser weiter fort. Der ehemalige Hoffenheimer sollte für Stabilität sorgen, jetzt fällt er erstmal aus.

«Wir sind natürlich heilfroh, dass es noch verhältnismäßig glimpflich abgegangen ist», sagte Kohfeldt. «Wir werden jetzt Anfang der Woche noch verschiedene Tests machen, um abschließend zu klären, wann Kevin wieder ins Training einsteigen kann.»

Die Verletzung des ehemaligen Hoffenheimers ist für Werder umso bitterer, weil selbst Sportchef Frank Baumann seine Verpflichtung am Sonntag als Antwort auf Fehler bei der Kaderzusammenstellung einordnete. «Wir haben ein Defizit, was dominante Typen angeht. So ein Typ fehlt uns, wenn es mal nicht läuft», sagte der Geschäftsführer in der TV-Sendung «Doppelpass» von Sport1. «Umso wichtiger ist, dass wir mit Kevin Vogt so einen Typen gefunden haben.» Möglicherweise kommt auch noch ein neuer Stürmer hinzu. «Wenn etwas Passendes kommt, werden wir im Offensivbereich noch jemanden dazunehmen. Wir werden aber nicht aktionistisch», bestätigte Baumann.

Auch die Gelb-Rote Karte für Kapitän Moisander trifft Werder nach dem Ausfall von Vogt hart. Der Finne hatte sich nach dem Zusammenstoß von Jiri Pavlenka und Vogt besonders lautstark beschwert, weil direkt danach auch noch zwei Düsseldorfer Spieler mit dem Bremer Torwart kollidierten. «Wenn man dann als Kapitän nicht mehr zum Schiedsrichter gehen darf, dann verstehe ich das nicht», sagte Bremens Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt.

Es war zwar bekannt, dass die Schiedsrichter bei Meckern schneller die Gelbe Karte zeigen sollen. Doch in dieser Situation hatte Kohfeldt dafür wenig Verständnis. «Da machen Leute Regeln, die haben vom Fußball aber mal gar keine Ahnung», sagte der Bremer Trainer dem TV-Sender Sky. Auch für Werders Spielführer, der verletzungsbedingt nur sechs Hinrundenspiele bestritt, war es am Samstag ein Gefühlschaos. Kurz zuvor hatte Düsseldorfs Bundesliga-Debütant Florian Kastenmeier im Tor der Fortuna einen Kopfball von Moisander mit der Schulter zum 0:1 ins eigene Tor gelenkt.

Im nächsten Spiel gegen Hoffenheim wird Kohfeldt seine gerade gestärkte Abwehr wieder umkrempeln müssen. Vogt wird fehlen, Moisander ein Spiel pausieren. Ömer Toprak, dritter Mann der Dreier-Abwehr, musste nach 71 Minuten in Düsseldorf raus. «Er war nach seiner Verletzung noch nicht in der Verfassung, dass er 90 Minuten spielen kann», sagte Bremens Coach.

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