Fußball: Kommentar
Klinsmann entpuppt sich auch bei Hertha als schamlose Ich-AG

Jürgen Klimsmann macht sich aus dem Staub. Beim geringsten Gegenwind also schon. Hertha BSC steht vor einem Vakuum. Auf den ehemaligen Bundestrainer wirft das kein gutes Licht, schreibt unser Redakteur Wilfried Sprenger in seinem Kommentar.

Dienstag, 11.02.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 14:06 Uhr
Jürgen Klinsmann
Jürgen Klinsmann Foto: dpa

In seinen Memoiren schrieb Nationalspieler Philipp Lahm einst, dass es nur sechs bis acht Wochen gebraucht habe, ehe alle Spieler beim FC Bayern erkannt hätten, dass es mit Jürgen Klinsmann nichts werde. Das ist länger als eine Dekade her, nun scheiterte auch Klinsmanns zweiter Versuch, als Trainer in der Bundesliga Fuß zu fassen: Nach exakt elf Wochen warf der 55-Jährige in Berlin das Handtuch. Die Begründung ist fadenscheinig und wirft kein gutes Licht auf ihn. Erneut hat sich Klinsmann als Ich-AG zu erkennen gegeben. Und als Sensibelchen, das direkt kneift, wenn ihm mal ein bisschen Wind ins Gesicht bläst. Trainer in dieser exponierten Position müssen Diskussionen aushalten.

Klinsmann ist dazu nicht in der Lage. Über den Hinterhof schleicht er sich aus der Verantwortung. Drei Tage nach dem peinlichen und auch von ihm zu verantwortenden 1:3 gegen Mainz stößt er den taumelnden Bundesligisten ohne Not in ein Vakuum. Die Folgen sind nicht absehbar, anderen kommt nun die Aufgabe zu, die Dinge neu zu ordnen.

Derweil richtet sich Klinsmann wieder im Aufsichtsrat der Hertha ein. Ganz ohne Scham zieht er sich in die Komfortzone zurück. Zu einem Schlussstrich in Berlin fehlen ihm Mumm und Rückgrat.

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