Fan-Protest
«Keine gute Miene» zum Montag: Eintracht-Fans mit Boykott

Die Fans von Eintracht Frankfurt haben sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht, auch in Europa. Doch an diesem Montag wollen sie demonstrativ schweigen. Der Verein unterstützt die Anhänger dabei.

Sonntag, 23.02.2020, 15:18 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 15:20 Uhr
Beim Montagsspiel gegen Union Berlin soll der Stehplatzbereich in Frankfurt leer bleiben.
Beim Montagsspiel gegen Union Berlin soll der Stehplatzbereich in Frankfurt leer bleiben. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Immerhin Tennisbälle muss diesmal niemand aufsammeln. Die Fans von  Eintracht Frankfurt haben wieder einmal verärgert und wütend auf die Ansetzung des Montagsspiels reagiert und einen Boykott für die Bundesliga-Partie gegen Union Berlin am Montag (20.30 Uhr/DAZN) ausgerufen.

«Wir werden während des gesamten Spiels auf jegliche Form des Supports verzichten! Zusätzlich wird die aktive Fanszene die Blöcke im Unterrang der Nordwestkurve nicht betreten und das Spiel im Umlauf verbringen», hieß es.

Dort, wo sonst lautstark vor dem Anpfiff «Im Herzen von Europa» geschmettert wird, soll diesmal einfach nur eine leere Kurve zu sehen sein. «Wir respektieren und akzeptieren diese Entscheidung, die der komplette Verein mitträgt», sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter zu den schon länger angekündigten Maßnahmen der aktiven Fanszene, die ihrem Lieblingsverein bereits zum fünften Mal seit der Einführung 2017/18 an einem ungeliebten Montag zusehen muss.

Der Protest bei diesen Spielen hat schon Tradition: Vor knapp zwei Jahren flogen an einem Montagabend gegen RB Leipzig zahlreiche  Tennisbälle aufs Feld, mit Spruchbändern wie «Wir pfeifen auf das Montagsspiel!» und «Montags wird ausgenüchtert» wurde zudem die Ablehnung dokumentiert. Die zur Entlastung für Europa-League-Starter gedachten Spiele am Montag sorgen bei Fans trotz der bereits beschlossenen Abschaffung zur Saison 2021/22 für große Verärgerung.

«Wir wollen mit dem Bild der leeren Fankurve unübersehbar deutlich machen, dass für uns eine rote Linie, die wir schon beim ersten Montagsspiel beschrieben haben, lange überschritten ist. Wir sind keinesfalls bereit, eine gute Miene zum Montagsspiel zu machen!», teilte die Frankfurter Fanszene dazu in einem Schreiben mit. Die 2700 mitreisenden Union-Fans wollen dagegen ihr Team unterstützen, ein Sonderzug bringt sie von der Hauptstadt in die Main-Metropole.

Obwohl der sportlich stark aufgelegten Eintracht vier Tage nach dem 4:1 gegen Red Bull Salzburg lautstarke Unterstützung fehlen wird, unterstützt der Verein den Kollektiv-Boykott der Stehplatz-Fans und bietet diesen an, ihre Karten vor dem Spiel gegen andere Plätze umzutauschen. «Das ist ein Wunsch, dem Eintracht Frankfurt Rechnung trägt», sagte ein Vereinssprecher am Sonntag. 

Der erfahrene Coach kann sich nicht erinnern, eine solche Szenerie schon einmal erlebt zu haben. Sportlich hofft Hütter auf eine Fortsetzung der vergangenen Wochen. Vor allem in Heimspielen hatte die Eintracht zuletzt mit zwei Siegen über RB Leipzig (Liga und Pokal) sowie einem 5:0 gegen den FC Augsburg geglänzt. «Für mich ist der Bundesliga-Alltag nicht grau, bei den Heimspielen schon überhaupt nicht. Wir wollen das Spiel unbedingt versuchen zu gewinnen. Wir sind speziell in der Rückrunde sehr heimstark», sagte Hütter. Nachdem wegen der verkorksten Phase im November und Dezember schon die Abstiegszone gedroht hatte, kann der Rückstand auf die ersehnten Europa-League-Plätze am Montag auf fünf Punkte verkürzt werden.

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