Fußball: Bundesliga
BVB verschärft die Werder-Krise

Bremen -

Während Borussia Dortmund mit einer neuen defensiven Stabilität noch mal im Titelrennen angreifen möchte, scheint die Rettung für Werder Bremen kaum mehr machbar. Auch beim 0:2 gegen die Schwarzgelben ließ der einst so stolze Club im Vorwärtsgang wieder alles vermissen.

Sonntag, 23.02.2020, 16:26 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 16:34 Uhr
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt Foto: dpa

Im Gegensatz zum DFB-Pokal-Spiel , in dem die Dortmunder am 4. Februar mit 2:3 den Kürzeren gezogen hatten, zeigte sich die Mannschaft am Samstag bei der Rückkehr ins Weserstadion geläutert. Das hatte nicht nur etwas mit den Erfahrungen aus dieser Pleite zu tun, sondern auch mit der 3:4-Niederlage, die der BVB zwei Wochen zuvor in Leverkusen hatte hinnehmen müssen. „Daraus haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass wir nicht immer fünf Tore schießen können, um zu gewinnen. Das ist nicht möglich“, sagte BVB-Keeper Roman Bürki .

Diese Einsicht ist offensichtlich auch bei seinen Mitspielern gereift. Bürki lobte Thorgan Hazard und Jadon Sancho und ausdrücklich Achraf Hakimi, „der zwischenzeitlich vergessen hatte, auch verteidigen zu müssen“, fügte Bürki schmunzelnd hinzu. „Jetzt machen wir das richtig gut. Es ist wichtig, dass wir immer genug Spieler hinter dem Ball haben, das reicht normalerweise schon“, strich der Schweizer die Defensivqualitäten heraus.

Gegen Werder reichte es allemal, obwohl die Grün-Weißen zumindest in der ersten Halbzeit sehr engagiert und aufmerksam spielten und die Partie ausgeglichen gestalteten. Doch zu einer Torchance kamen sie nicht. Und weil Werder bereits zum 18. Mal in dieser Saison einen Treffer nach einer Standardsituation kassierte – Dan-Axel Zagadou traf in der 52. Minute nach einem Eckstoß von Sancho – und Erling Haaland, Torschütze zum 2:0 in der 66. Minute, auch im Weserstadion nicht zu bremsen war, stand am Ende eine abermalige Niederlage.

Werders Horrorbilanz nimmt inzwischen beängstigende Ausmaße an. Es war die sechste Heimschlappe in Folge und die neunte, die die Hanseaten in den vergangenen zehn Pflichtspielen kassierten. Hinzu kommen schon jetzt 53 Gegentore – so schlecht war Werder nicht einmal in der Abstiegssaison 1979/80.

Angreifer Davie Selke sagte, Werder dürfe sich nicht an Mannschaften wie dem BVB messen. „Wir müssen uns vielmehr darauf konzentrieren, gegen die Team zu punkten, die sich in unseren Regionen bewegen.“ Das Problem ist nur, dass Bremen auch diese Begegnungen, etwa gegen Union Berlin oder den FC Augsburg, zuletzt verlor.

„Die Situation ist dramatisch“, räumte Trainer Florian Kohfeldt ein. „Trotzdem wird hier keiner resignieren.“ Zugleich stärkte Werders Geschäftsführer Frank Baumann seinem angezählten Coach einmal mehr den Rücken. „Wir diskutieren mit dem Trainer, wie wir unsere Situation gemeinsam verbessern können, und nicht über den Trainer.“

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