Coronavirus-Panik
Leipzig-Ordner weisen Japaner aus dem Stadion

Leipzig (dpa) - Aus Panik vor dem neuartigen Coronavirus hat der Sicherheitsdienst des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig eine Gruppe Japaner des Stadions verwiesen.

Montag, 02.03.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 21:22 Uhr
Im Heimspiel gegen Leverkusen wurden einige Japaner des Stadions verwiesen.
Im Heimspiel gegen Leverkusen wurden einige Japaner des Stadions verwiesen. Foto: Robert Michael

Gut zehn Minuten nach Beginn des Spiels gegen Bayer Leverkusen am Sonntag sei die Gruppe von etwa zehn Ordnern des Stadions verwiesen worden. Dabei soll ihnen erklärt worden sein, dass dies aus Sorge vor dem Virus geschehe. Den Japanern wurde zugesagt, dass das Geld für die Tickets zu einem späteren Zeitpunkt erstattet werde. Das teilten Personen aus der Gruppe via Twitter mit.

Der Club bestätigte den Vorfall und entschuldigte sich. Der Sicherheitsdienst sei angehalten gewesen, Personengruppen aus potenziellen Risikogebieten gemäß den Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts verstärkt zu kontrollieren. «Leider ist hier im konkreten Fall im Zuge der großen Verunsicherung, die aktuell auch bei uns um dieses Thema besteht, in der Auslegung gegenüber unseren japanischen Gästen ein Fehler unterlaufen. Für diesen Fehler möchten und müssen wir uns an dieser Stelle entschuldigen», teilte RB mit.

Am Montag trafen sich Club-Verantwortliche mit Vertretern der japanischen Delegation, entschuldigten sich persönlich und luden sie zu einem Heimspiel ein. Die Japaner weilten aufgrund einer Kooperation mit der Universität in der Stadt. «Uns war zu jeder Zeit bewusst, dass es hier um die Verunsicherung aufgrund des Coronavirus ging und nichts anderes. Wir schauen nun nach dem konstruktiven Austausch nach vorne», sagte Organisator Christian Hartmann von der sportwissenschaftlichen Fakultät.

Vor dem Spiel gegen Leverkusen hatte es im RB-Fanblock noch eine große Choreographie gegeben. Unter dem Motto «Love, Peace and Rasenball» stellte man sich öffentlich gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung. Auch Vorstandschef Oliver Mintzlaff hatte das vor dem Spiel betont.

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