Trainer-Duo beim FC Bayern?
Spannende Klose-Zukunft - Flick: «Wäre eine Bereicherung»

Viel wird über die Zukunft von Miroslav Klose spekuliert. Nach Ansicht von Hansi Flick wäre der frühere Weltmeister-Gefährte «eine Bereicherung» für den Trainerstab beim FC Bayern. Ex-Kollege Thomas Müller kennt eine Reihe von Stärken des WM-Rekordtorjägers.

Samstag, 11.04.2020, 11:52 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 11:56 Uhr
Könnte beim FC Bayern von der U17 zu den Profis aufsteigen: Miroslav Klose.
Könnte beim FC Bayern von der U17 zu den Profis aufsteigen: Miroslav Klose. Foto: Matthias Balk

München (dpa) - Zumindest Gespräche über ein erneutes Miteinander von Hansi Flick und Miroslav Klose hat es schon gegeben.

Das Duo, das als Co-Trainer und Angreifer 2014 mit dem WM-Titel gemeinsam den größten sportlichen Erfolg feierte, könnte auch beim FC Bayern wieder zueinander finden. Der zur Cheftrainer-Dauerlösung beförderte Flick will seinen Stab mit einem weiteren Assistenten verstärken, Klose als aktueller U17-Coach der Münchner seine nächsten Schritte als Trainer gehen. Aber ob die Zukunft zwingend beim Fußball-Rekordmeister liegt, ist längst nicht klar.

«Ich kenne Miro schon sehr lange und habe ihn als sehr loyalen, sympathischen und mit einer hohen Sozialkompetenz ausgestatteten Menschen kennengelernt. Ich glaube, dass er gerade für unser Trainerteam eine Bereicherung wäre», sagte Flick dieser Tage. «Er muss das selbst entscheiden. Das sind Dinge, die nicht alleine an mir liegen, sondern auch an ihm.» Der 55-Jährige wollte außer mit Klose auch noch «mit dem einen oder anderen» sprechen.

Der WM-Rekordtorschütze Klose ist seit bald zwei Jahren Jugendtrainer des FC Bayern München, führte am Campus Stürmer-Individualtraining ein. Im ersten Jahr kam sein Nachwuchsteam bis ins Halbfinale um die deutsche B-Jugendmeisterschaft. In der derzeit unterbrochenen Spielzeit ist es in der Süd/Südweststaffel Tabellendritter.

Den Werdegang als Trainer und die Arbeit mit der U17 könne er nicht beurteilen, sagte der frühere Teamkollege Thomas Müller. Reichlich Stärken von Klose nennt er aber schon. «Er ist sehr zielstrebig, nicht nur als Mensch. Das ist er auch als Spieler gewesen und ist es auch als Trainer», sagte Müller.

Von 2010 bis 2014 liefen die beiden Offensivkräfte gemeinsam für die DFB-Auswahl auf, von 2008 bis 2011 auch für den FC Bayern. «Er war sportlich sehr clever. Eine seiner Stärken lag im Lesen des Spiels. Er ist nicht mit dem Kopf durch die Wand, auch wenn sein Kopf schon in der Lage war, Wände zu durchbrechen», sagte der 30-Jährige in Anspielung auf Kloses Kopfballstärke. «Er war mit seinen Laufwegen und Bewegungen sehr clever. Das hilft natürlich in einer Trainerkarriere, wenn man das Spiel versteht.»

Der Bayern-Vertrag des 41-jährigen Klose läuft am Saisonende aus. Wie es weitergeht, ließ er zuletzt offen. Seine Trainerkarriere treibt Klose mit der Teilnahme am Fußballlehrer-Lehrgang im Sommer konkret voran. Der 67. Kurs soll - abhängig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie - im Juni starten. «Wer mich kennt, der weiß, dass ich in meinem Leben immer die bestmögliche Ausbildung erreichen möchte», sagte Klose und freute sich auf «den nächsten wichtigen Schritt in meiner Trainerausbildung».

Nach seiner Nationalteamkarriere gehörte Klose zeitweise auch dem Trainerstab von Bundestrainer Joachim Löw an und sammelte wichtige Erfahrungen. Er nahm «taktische Finesse» mit, aber auch die Art und Weise, wie Löw «ein Gespür für Spieler, für den Zusammenhalt in der Gruppe» habe, wie er es schilderte. «Als Miro von 2016 bis 2018 unser Trainerteam der Nationalmannschaft unterstützte, merkte man ihm das Interesse, die Leidenschaft und Expertise für den Trainerberuf an», erinnerte sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff in der Karwoche.

«Es ist klasse, dass mit Miroslav Klose ein Weltmeister den Trainerweg derart akribisch geht und sein Wissen kontinuierlich erweitert», sagte Bierhoff. Klose hatte in der Vergangenheit signalisiert, dass er durch den Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz einen Trainerposten im Profifußball anstrebe. Ein Co-Trainer-Amt beim FC Bayern könnte da ein passender nächster Schritt sein.

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