Angst vor Infektion
Fußball-Anwalt: «Arbeitsleistung muss erbracht werden»

Frankfurt/Main (dpa) - Fußball-Anwalt Horst Kletke sieht keine rechtlichen Chancen für Profis, die in der Corona-Krise aus Angst vor Ansteckung nicht spielen wollen.

Montag, 04.05.2020, 10:59 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 11:04 Uhr
Auch für Fußball-Profis gilt: Die Arbeitsleistung muss erbracht werden.
Auch für Fußball-Profis gilt: Die Arbeitsleistung muss erbracht werden. Foto: Sophia Kembowski

«Wenn keine Kontaktverbote oder andere Einschränkungen das Trainieren oder Spielen verbieten, muss die Arbeitsleistung erbracht werden», sagte der Frankfurter in einem Interview der « Frankfurter Allgemeine Zeitung ». Falls der Spieler einer Risikogruppe angehöre, hänge das «doch sehr vom Einzelfall ab und ob eine ganz konkrete, besondere Gefährdung trotz aller getroffenen Hygiene- und anderer Maßnahmen besteht».

Auf die Frage, ob eine vom Verein verordnete «totale Quarantäne» für einen gesunden Spieler arbeitsrechtlich erlaubt sei, sagte Kletke : «Insbesondere in diesem Punkt ist auch eine freiwillige Akzeptanz und ein Miteinander gefragt, denn der Arbeitsvertrag hat keine zeitliche Reichweite 24/7.» Hier werde man aber zusammenstehen müssen, damit der Spielbetrieb und damit die gemeinsame Arbeitsgrundlage wenigstens wieder als Geisterspielbetrieb in Gang kommen könne.

Die 1. und 2. Bundesliga hoffen am 6. Mai, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder berät, auf grünes Licht für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Zuschauer. Dafür hat die Deutsche Fußball Liga ein medizinisches Konzept vorgelegt. Ende vergangener Woche waren zwei Spieler und ein Betreuer beim 1. FC Köln positiv getestet worden. Nach Clubangaben vom Montag waren alle erneuten Tests vom Sonntag negativ. Kölns belgischer Mittelfeldspieler Birger Verstraete hatte als erster Spieler öffentlich Bedenken zum Geisterspiel-Plan geäußert.

Bei einem Saison-Abbruch sieht Kletke eine mögliche Klagewelle von Vereinen, die sich bei Entscheidungen am Grünen Tisch ungerecht behandelt fühlen. «Tabellen einzufrieren und nach dem vorhandenen Stand festzulegen, wer auf- und absteigt, das würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sehr intensiven juristischen Auseinandersetzungen führen», sagte er.

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